Vier Jahreszeiten Winzer e. G. Bad Dürkheim 1 Blanc de Noir und 5 Rosé


Die Winzergenossenschaft "Vier Jahreszeiten Winzer e.G." kann auf eine lange Tradition zurückblicken, denn seit über 120 Jahre existiert sie bereits. Schon kurz nach der Gründung traten noch im Jahr 1900 weitere Winzer der Genossenschaft bei, sodass Ende des Gründungsjahres insgesamt 75 Winzerfamilien die Basis der Genossenschaft bildeten. Dank einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung nahm die Zahl der Mitglieder zu. Parallel dazu kam es zur Gründung einer zweiten Erzeugergemeinschaft in Bad Dürkheim, dem Winzerverein Kloster Limburg. 1970 kam es zur Fusion dieser beiden Genossenschaft unter dem Namen "Vier Jahreszeiten Kloster Limburg", worauf 1992 die endgültige Namensgebung mit der Umbenennung "Vier Jahreszeiten Winzer e G" folgte. Schließlich schlossen sich mit Freinsheim, Friedelsheim und dem Weingut Gies weitere Mitglieder den "Vier Jahreszeiten Winzer" an, immer vom Bewußtsein getragen, die Qualität der Weine kontinuierlich zu optimieren.

Die ausgesuchten Weinbergslagen der Genossenschaft sind in Bad Dürkheim und den Nachbarschafts-Gemeinden zu finden. Der Pfälzer Wald im Rücken sorgt dabei für den Schutz vor widrigen Wettereinflüssen, da die Lagen zum Rhein hin ausgerichtet sind. So entsteht wettermäßig ein optimales Terroir für großartige Weine, das durch die Bodenbeschaffenheit aus Sand, Lehm Ton und Mergel bestens ergänzt wird. Hier gedeihen sowohl Riesling, alle Burgundersorten, aber auch internationale Rebsorten wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot bestens. Der Erfolg basiert aber nicht alleine auf den Spitzenlagen der "Vier Jahreszeiten Winzer", ebenfalls trägt die Philosophie der Genossenschaft mit dazu bei, konsequent alles zu unternehmen im Sinne der besten Qualität der Weine. Dies bezieht sich auf den sorgfältigsten Rebschnitt, die fachgerechte Pflege der Reben, die strikte Beschränkung der Menge und die strenge Selektion bei der Lese, nicht zu vergessen die zeitnahe Verarbeitung der Trauben im Keller, wo diese sehr schonend und mit größter Sorgfalt von dem Kellermeister mit viel Erfahrung und Wissen vinifiziert werden. So entstehen Weine von unverwechselbarem, individuellem Charakter und grandioser Qualität.

Passend zur heißen Jahreszeit gilt es nun den Blanc de Noir und die folgenden 5 Rosé zu verkosten, mit viel Respekt und der nötigen Vorfreude.



2019 Spätburgunder Blanc de Noir Trocken 

Beginnen wollen wir unsere Sommer-Verkostung mit diesem 2019er Blanc de Noir von der Spätburgunder-Rebe. Der Wein wurde trocken ausgebaut. Die französische Bezeichnung der Weinbereitung steht für einen Rotwein der wie ein Weißwein vinifiziert wird und ist nicht zu verwechseln mit einem Rotwein der als Rosé ausgebaut worden ist, obwohl die Art der Vinifizierung ziemlich ähnlich ist, denn beide Weinarten sind weiß gekeltert worden. Primär liegt der Unterschied in der Farbe des Weins, denn während ein Blanc de Noir hell, sprich weiß im Glas leuchtet, bis auf einen minimalen Rosé-Ton, zeigen sich Rosé-Weine in den unterschiedlichsten Tönen von Rosa-Rot bis nahezu in roter, ja dunkelroter Farbe. 

Beim Blanc de Noir werden Saft und Beerenhäute nach der Pressung sofort getrennt und der Saft, der bekanntlich auch bei der Rotweintraube weiß ist, wird dann wie ein Weißwein ausgebaut. Da allerdings selbst bei der vorsichtigsten Pressung immer einige Beerenhäute verletzt werden, dies lässt sich kaum vermeiden, gelangt auch das rote Pigment aus den Häuten in geringem Maß in den Saft und verursacht so diesen leichten Rosé-Schimmer. Grundsätzlich ist zu sagen, dass sowohl Blanc de Noir als auch die Rosé-Weine hierzulande sich steigender Beliebtheit erfreuen, denn schon mehr als 10 Prozent des Weinkonsums besteht aus diesen ausgesprochenen Sommerweinen.

Im Glas zeigt sich der hier verkostete 2019er Spätburgunder Blanc de Noir in diesem hellen Gelb mit einer feinen rosaroten Schattierung. Danach hat die Nase das Vergnügen einen besonderen Duft Pfirsich, hellen Kirschen und Zitrus wahrzunehmen. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und durch eine wunderbar integrierte Säure ergänzt. Der Blanc de Noir ist kraftvoll, intensiv im Geschmack, dabei herrlich frisch und sehr animierend. Richtig gekühlt, verspricht der Wein angenehme, geschmackvolle und erholsame Stunden auf der abendlichen Terrasse, genau das Richtige um die sommerliche Hitze erträglich zu machen. Wunderbar!

Der 2018er Spätburgunder Blanc de Noir hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

2019 Spätburgunder Rosé D.Q. Trocken 

Weiter geht es mit diesem 2019er Spätburgunder Rosé, der trocken ausgebaut wurde. Da wir bereits zuvor einen Spätburgunder als Blanc de Noir verkostet haben, gilt es nun den Unterschied zu diesem Spätburgunder Rosé zu zeigen. Bei der Vinifizierung des Rosé erfolgt die Trennung von Saft und Maische erst einige Stunden nach der Pressung, wobei im Gegensatz zum Blanc de Noir durchaus die Verbindung von Saft und den Pigmenten aus der Beerenhaut erwünscht ist. Neben dem roten Farbstoff gelangen so auch typischen Substanzen der roten Spätburgunder-Trauben in den hellen Traubensaft und geben ihm mehr Fülle und Substanz und natürlich auch eine intensivere Färbung. Dies kann von einem hellen Rosarot bis zu einem tiefdunklen Rot erfolgen, je nach der gemeinsamen Zeit von Saft und Maische. Oft sehen Rosé aus mediterranen Ländern eher Rotweinen ähnlich und doch sind sie wie Weißweine ausgebaut. Alle Rosé haben eines ziemlich gemeinsam, nämlich die Frische da sie weiß gekeltert werden und die intensiveren Inhaltsstoffe der roten Beerenhäute. Deshalb ist Rosé ja auch so sehr beliebt in der heißen Jahreszeit, denn er ist eine ideale Erfrischung ganz besonders wie dieser 2019er Spätburgunder Rosé trocken.

Im Glas präsentiert sich der Wein farblich in einem intensiven Rosé-Ton mit brillanten Reflexen. Olfaktorisch ist der Rosé von Nuancen geprägt nach Erdbeeren, Kirschen und leichten Anklängen nach Bittermandeln. Der Mund und der Gaumen bestätigen geschmacklich die Aromen, die auch noch durch Zitrus ergänzt werden. Der Spätburgunder Rosé punktet wunderbar mit seiner bestens integrierten Säure, sie ist es die eine perfekte Balance zur Frucht herstellt. Der Wein ist kraftvoll, besitzt einen ausgeprägten, angenehm erfrischenden Geschmack und ist zudem herrlich animierend. Da freut man sich schon auf ein weiteres Glas, zudem wenn er richtig gekühlt ist. Prächtig!

Der 2019er Spätburgunder Rosé trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.



2019 Heroldrebe Roséwein D.Q. Lieblich

Es folgt nun ein weiterer Roséwein im Zuge unserer sommerlichen Verkostung mit diesem 2019er Rosé von der Heroldrebe, der halbtrocken ausgebaut wurde. Die Heroldrebe ist eine Rotwein-Art, die aus der Kreuzung von Blauem Portugieser und Lemberger stammt. Sie eignet sich hervorragend zu einem fruchtigen, vollmundigen, milden und leichten Rosé und ist so der ideale, frische Sommerwein. Auch bei diesem Wein zeigt sich, dass die Winzer der Genossenschaft nichts dem Zufall überlassen haben. Die Heroldrebe wurde dort angebaut, wo der Wein das ideale Terroir vorgefunden hat, in den Weinbergen der Vier Jahreszeiten Winzer rund um Bad Dürkheim mit viel Sonne und der richtigen Bodenbeschaffenheit. Wer einen lieblichen Rosé vorzieht und auch die besondere Frische liebt, ist mit diesem 2019er Heroldrebe Rosé optimal bedient.

Farblich zeigt sich der Wein im Glas in einer eher dunklen rosaroten Farbe, die auf eine intensive geschmackliche Konsistenz schließen lässt. In der Nase dominieren Anklänge, die an Erdbeeren, Pflaumen, Feigen und leichten Pfeffer-Nuancen erinnern. Mund und Gaumen bestätigen die olfaktorischen Wahrnehmungen geschmacklich exzellent. Der liebliche Ausbau wird von der geeigneten Säure begleitet und lässt dem 2019er Heroldrebe Rosé die richtige Balance von Frucht und Säure. Der Wein ist ausdrucksstark, vollmundig und dank seiner Frische und seinem moderaten Alkohol-Gehalt ebenfalls ein ausgesprochenes Highlight an sommerlichen Abenden. Top!

Der 2019er Heroldrebe Rosé lieblich hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

2019 Dornfelder Rosé D.Q. Trocken 

Unsere kleine Reise durch die Rosé-Welt der Vier Jahreszeiten Winzer aus Bad Dürkheim wird nun mit diesem 2019er Dornfelder Rosé fortgesetzt, der ebenfalls trocken ausgebaut wurde. Die Rebsorte Dornfelder ist nicht nur als Rotwein hierzulande sehr beliebt, sie eignet sich auch hervorragend zum Ausbau von Rosé. Das Terroir der Weinbergslagen der Vier Jahreszeiten Winzer ist prädestiniert für die Dornfelder-Rebe, hier entsteht bestes Rebgut, das sich ebenfalls zu hervorragendem Rosé ausbauen lässt. Dornfelder aus Bad Dürkheim besitzt eine prägnante Fruchtnote, die sich auch beim diesem Wein deutlich hervortut. Die Beeren des Dornfelder zeigen sich dunkelrot, entsprechend ist auch die Farbe des Rosé, besonders wenn bei der Vinifizierung die Maische etwas länger mit dem Saft in Kontakt war. Bei dem hier verkosteten 2019er Dornfelder Rosé trocken hat der Kellermeister eine mittlere Standzeit gewählt und so ein leuchtende, ja knallige Rosé-Farbe erzeugt.

Entsprechend ist der farbliche Auftritt des Weins im Glas durchaus auffällig mit seinem besonderen tiefen Rosarot. Die Nase hat die Freude an einem intensiven fruchtigen Duft, der an rote Früchte und Beeren erinnert, wie etwa rote Johannisbeeren und helle Pflaumen. Geschmacklich werden diese Nuancen intensiv in Mund und Gaumen bestätigt. Ergänzt wird die fruchtbetonte, unwiderstehliche Fülle von einer bestens abgestimmten Säure, die einen herrlichen Frucht-Säure-Bogen schafft. Der Wein besticht mit der nötigen Kraft, ist saftig, dabei frisch und einprägsam und überzeugt mit seiner gelungenen Individualität. Auch hier ist beim Genuss darauf zu achten, dass der Dornfelder Rosé zunächst richtig gekühlt wurde. Dann steht einem angenehmen Wein-Erlebnis nichts mehr im Wege. Superb!

Der 2019er Dornfelder Rosé trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.




2019 Cabernet Sauvignon Rosé D.Q. Trocken

Kommen wir nun zu einem ganz speziellen Rosé mit diesem Wein der als 2019er Cabernet Sauvignon Rosé trocken ausgebaut wurde. Cabernet Sauvignon ist eine weltweit angebaute rote Rebsorte, die im Bordelais beheimatet ist. Von hier hat sie ihren Siegeszug in die gesamte Weinwelt auf dem Globus angetreten. Mittlerweile liegt die Anbaufläche weltweit an erster Stelle. Cabernet Sauvignon ist eine natürliche Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. In Deutschland ist die Rebe allerdings erst seit 1987 offiziell zum Anbau zugelassen. Da die Cabernet Sauvignon Rebe viel Sonne und Wärme benötigt, hat sie gerade in der Pfalz beste Wachstums-Chancen. Deshalb auch wird Cabernet Sauvignon hauptsächlich auch in der Pfalz mit Abstand am häufigsten angebaut, so wie hier in den Weinbergen der Vier Jahreszeiten Winzer in Bad Dürkheim, wo er danach zu einem herrlichen Rosé vinifiziert worden ist

Im Glas zeigt der Wein in einer kräftigen rosaroten Farbe, die auf das Auge sehr intensiv wirkt. Der erste olfaktorische Eindruck zeugt von Anklängen nach schwarzen Johannisbeeren, sowie etwas Lakritze. Dieser intensive Geschmack, der auch durchaus auch den Ausbau des Rosé prägt, wird auch im Mund und am Gaumen bestätigt. Der Wein ist Nuancen-geprägt, für einen Rosé durchaus dicht und intensiv, dabei doch rund und geschmackvoll, wozu nicht zuletzt die richtige Säure beiträgt, die dem Rosé das gibt, was ihn so angenehm herrlich und trinkfreudig macht, nämlich die besondere Frische. Dieser 2019er Cabernet Sauvignon Rosé trocken ist ein gelungenes Beispiel für einen Top-Wein dieser Wein-Machart. Ihn zu verkosten ist mehr als nur Weintrinken, es ist Freude pur und Erfrischung und Erbauung zugleich. Chapeau!

Der 2019er Cabernet Sauvignon Rosé trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2019 Merlot Rosé D.Q. Trocken

Kommen wir nun zum Abschluss zu einem weiteren Highlight der Rosé aus der Genossenschaft Vier Jahreszeiten Winzer, mit diesem 2019er Merlot Rosé trocken der aus dem angeschlossenen Weingut Heinrich Gies stammt, das ebenfalls den Vier Jahreszeiten Winzer angehört. Basis dieses herrlichen Rosé ist die Merlot-Traube, eine Rotwein-Rebe die ebenfalls mit großem Erfolg weltweit angebaut wird. Auch sie hat ihren Ursprung in Frankreich und auch sie eignet sich phantastisch zum Ausbau eines Spitzen-Rosé. Wie der Cabernet Sauvignon benötigt Merlot viel Sonne und Wärme, um optimal ausreifen zu können. Dies ist in der Pfalz und somit auch um Bad Dürkheim fraglos möglich. Hier entsteht das geeignete Rebgut, das wunderbare Rosé aus der Traube entstehen lässt. Dafür wird bei den Vier Jahreszeiten Winzer alles getan, damit große Weine entstehen können, wie eben dieser 2019er Merlot Rosé trocken aus dem angeschlossenen Weingut Heinrich Gies.

Die Farbe des Weins ist ein bestechendes, leuchtendes Rosarot im Glas. Die Nase nimmt einen sehr angenehmen Duft wahr, der eine filigrane Mischung aus intensiver Frucht und blumiger Würzigkeit ist und die an roten Pfirsich erinnert. Die geschmackliche Bestätigung wird durch Mund und Gaumen geliefert, wobei auch noch diese wunderbare Säure registriert wird, die ein köstliches Zusammenspiel mit den Fruchtaromen liefert. Die Balance ist perfekt und sie ist es auch, die dem Rosé die geschmackliche Größe gibt. Der Wein ist filigran, subtil und animierend und sehr beeindruckend. Hier ist jeder Schluck eine Freude, ein geschmackliches Vergnügen und ein Fest für die Sinne. Dass dabei die Frische und Fruchtigkeit nicht zu kurz kommen, versteht sich von selbst. Rosé-Herz was willst Du mehr? Nonplusultra!

Der 2019 Merlot Rosé trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.

Nachdem wir jetzt die exzellenten Weine von den Vier Jahreszeiten Winzer mit viel Freude und großem Trinkgenuss verkostet haben, hier unser Fazit:

Alle Weine ob Blanc de Noir oder Rosé eignen sich ganz hervorragend ganz besonders für das sommerliche Wein-Vergnügen. Dies basiert auf den entscheidenden Faktoren des Weinmachens, die allesamt sich bei den Vier Jahreszeiten Winzer vereinen. Großartige Lagen mir entsprechendem Terroir gehen einher mit akribischem Anbau und Ausbau der Weine. Wissen und Engagement der Winzer und Kellermeister haben ein gemeinsames großes Ziel, Weine zu erzeugen, deren Qualität und Niveau außerordentlich sind und wenn die Natur es erlaubt sie noch von Jahrgang zu Jahrgang zu steigern. 

Die Weine, die wir hier verkosten durften, sind alle exzellent, individuell und punkten mit einem individuellen Charakter. Uns haben die Weine überaus gut geschmeckt und gerade jetzt in der heißen Jahreszeit haben die frischen Rosé zu einem abendlichen Vergnügen besonderer Art beigetragen. Das moderate Geschmacks-Preis-Verhältnis ist hier noch ein zusätzliches Plus. 

Deshalb: Maximal empfehlenswert 

 Peter J. und Helga König

Fotos: Helga König

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