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Sächsische Winzergenossenschaft Meissen e.G. 3 Weissweine 1 Schieler und 2 Sekte- https://www.winzer-meissen.de/

 Foto: Helga König
Die Sächsische Winzergenossenschaft Meissen e.G., kurz "Winzer Meissen" genannt, wurde 1938 gegründet, nachdem am Ende des 19. Jahrhundert die Reblaus auch in Sachsen gewütet hatte, so wie in ganz Europa. Bereits 1913 begann man mit dem Einsatz resistenter Pfropfreben den Weinbau Vorort wieder zu beleben. Die Gründung als Sächsische Winzergenossenschaft erfolgte dann im Jahre 1938 zunächst in Zitzschewig, um 2 Jahre später nach Meissen umzuziehen. Folgerichtig wurde dann 1955 die Genossenschaft in Winzergenossenschaft Meissen umbenannt. 

Zunächst galt es mit viel Fleiß und Energie über viele Jahrzehnte die Brachflächen wieder in eine Kulturlandschaft zu verwandeln. Diese ist heute zum Teil denkmalgeschützt. Weinbau in den Weinbergen der Winzer Meissen bedeutet auch heute noch sehr viel Handarbeit, im Sinne der großen Tradition sächsischen Weinbaus. Im Keller jedoch ist die Moderne zu finden, kommt hier jeweils Technik zum Einsatz die auf dem allerneuesten Stand ist. Mit der erheblichen baulichen Erweiterung im ehemaligen kurfürstlichen Weingut entstand dann 2008 die "WeinErlebnisWelt" und damit ein neues weinkulturelles Zentrum in Meissen. 

Mittlerweile haben sich 1500 Winzer der Genossenschaft angeschlossen, die insgesamt eine Rebfläche von 135 Hektar kultivieren. Dies umfasst nahezu 50%des gesamten sächsischen Weinbaus. Es finden sich darunter allerbeste Lagen wie etwa: Radebeuler Goldener Wagen, Pillnitzer Königlicher Weinberg und Proschwitzer Katzensprung. Die Bodenbeschaffenheit besteht überwiegend aus Granitverwitterung, Löss und geringfügig Sandböden. 

Dank des geeigneten Terroir lassen sich eine Vielzahl von Rebsorten anbauen, als da sind: Goldriesling, Bacchus, Kerner, Kernling, Müller-Thurgau, Riesling, Gutedel, Scheurebe, Morio Muskat, Traminer, Weiss-, Grau- und Spätburgunder, Trantiner, Sauvignon Blanc, Cabernet Blanc sowie Dornfelder, Portugieser, Regent, Spätburgunder, Domina, Solaris und Schwarzriesling. Hinzu kommen deutsche Perlweine, erstklassige Sekte in traditioneller Flaschengärung und Weinliköre und Weinbrände. Als Besonderheit im Weinbau der Winzergenossenschaft Meissen ist der traditionelle Terrassen-Weinbau zu nennen und auch die Flaschen, in der die Weine angeboten werden, haben ihre ganz spezielle traditionelle Form, die als Markenzeichen einen großen Wiedererkennungswert besitzt, nämlich die "Sachsenkeule". 

Die Qualitätsspanne reicht vom ehrlichen unkomplizierten sächsischen Landwein über die sortenreinen Qualitätsweine bis hin zu den Prädikatsweinen, also Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Eiswein. 

Wie exzellent die Weine der "Winzer Meissen" sind, wird besonders deutlich, wenn man sich die zahlreichen Prämierungen ansieht. Ob die Fülle von DLG Bundesweinprämierungen 2017 in Gold, Silber und Bronze, desgleichen in den Jahren 2016, 2015, 2014 und 2013, aber auch entsprechende Landesweinprämierungen in den gleichen Jahren, alles spricht für die herausragende Qualität und das sehr hohe Niveau der Weine von der Winzergenossenschaft Meissen. 

Deshalb ist es jetzt an der Zeit "in medias res" zu gehen, um die besonderen Weine zu verkosten:

2017 Pillnitzer Königlicher Weinberg Müller-Thurgau Trocken 

Beginnen wollen wir unsere kleine aber feine Verkostung der Weine der "Winzer Meissen" mit diesem 2017er Müller-Thurgau, der trocken ausgebaut wurde und dessen Rebgut in der Lage Pillnitzer Königlicher Weinberg gewachsen ist. Dabei handelt es sich um Hänge die über 600 Jahre als königliche Weinberge beste Weine hervorgebracht haben. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus lagentypischem Granitverwitterungsboden mit Gneis, die dem Wein eine feine Mineralik verleiht. 

Die Rebsorte Müller-Thurgau, gebietsabhängig auch Rivaner genannt, wurde von dem Schweizer Hermann-Müller-Thurgau aus dem Kanton Thurgau 1882 in der Forschungsanstalt in Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Dabei glaubte man, dass es sich ursprünglich um eine Züchtung von Riesling und Silvaner gehandelt hat. Neuzeitliche gentechnische Untersuchungen haben allerdings bestätigt, dass es sich bei der Rebsorte um die Kreuzung von Riesling mit der unbekannten französischen Rebe Madelaine Royal handelte. Müller-Thurgau ist mittlerweile weltweit die erfolgsreichste Weisswein-Neuzüchtung. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es notwendig ihn zunächst mit genügend Sauerstoff zu vermählen, damit er sein ganzes Potential offeriert. Danach zeigt sich ein fruchtiges Bukett von Pfirsich und Johannisbeeren, gepaart mit einem schönen Duft von Orangenblüten. Im Mund und am Gaumen werden die Frucht-Nuancen geschmacklich absolut bestätigt und durch eine feine Mineralität ergänzt. Getragen werden die Aromen von einer bestens integrierten Säure, sodass ein wunderbarer Frucht-Säure-Bogen entsteht. 

Der 2017er Müller-Thurgau ist intensiv im Geschmack, sortentypisch und individuell und überzeugt mit einem frischen, langen Nachhall der sehr animierend den Verkoster überzeugt. Großartig! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

2016 Grauer Burgunder Kabinett Bereich Meissen Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Grauburgunder, der in der Prädikatsstufe Kabinett trocken ausgebaut wurde. Grauburgunder Französisch Pinot Gris ist eine Weisswein-Rebsorte, die in Deutschland unter dem Namen Ruländer klassifiziert ist. Seit den 1980er erlangte die Rebsorte auch unter ihrem italienischen Namen Pinot grigio große Bekannt- und Beliebtheit. Grauburgunder (Pinot gris oder Pinot grigio) ist eine Mutation des Pinot noirs aus der Familie der Burgunder. Hierzulande wird diese Rebe hauptsächlich in Rheinhessen, in der Pfalz und in Baden angebaut. 

In Sachsen hingegen führt sie eher ein exotisches Dasein bei einer Anbau-Fläche von etwa 50 Hektar. Dies besagt aber nichts über die Qualität der angebauten Weine, ganz im Gegenteil. Dort wo sie in Sachsen kultiviert wird, hat sie exzellente Wachstums-Bedingungen, etwa in den Lagen von Meissen, wo die Winzer der Genossenschaft sehr genau überprüft haben, dass in ganz bestimmten Weinbergs-Lagen die Rebsorte Grauburgunder ganz außerordentliche Weine entstehen lässt, so wie dieser hier verkostete 2016er Grauburgunder Kabinett trocken. 

Farblich zeigt sich der Wein im Glas in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch hier bitte zunächst die Belüftung des Grauburgunders nicht vergessen, zeigt er doch so erst seine komplette duft- und geschmacksmäßige Fülle. Die Nase nimmt jetzt wunderbare Aromen war nach reifen Aprikosen, dezenten Birnen-Nuancen und etwas Vanille. Geschmacklich werden diese Fruchtanklänge von Mund und Gaumen angenehm bestätigt. Die richtige Säure komplettiert den nussigen Geschmack und sorgt so nicht nur für die nötige Balance sondern auch für ein erstklassiges Frucht-Säure-Spiel. 

Der 2016er Grauburgunder Kabinett trocken ist cremig, unkompliziert und durchaus spritzig, wobei er auch die geeignete Frische besitzt, die sich noch einmal ganz deutlich im langanhaltenden Finish zeigt. Einfach klasse!

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

2017 Silvaner & Traminer Trocken Bereich Meissen Jubiläums-Edition 

Weiter geht es mit einem besonderen Highlight bei der Verkostung dieser 2017er Cuvée aus den Rebsorten Silvaner und Traminer. Zum 80jährigen Jubiläum der Winzergenossenschaft Meissen hat Kellermeisterin Natalie Weich diese Pretiose kreiert, eine spezielle Cuvée, die ein ganz besonders Potpourri von ausgesuchten Aromen anbietet. Dabei ist der Kellermeisterin die Symbiose von den sortentypischen Anklängen des Silvaners mit den exotischen Nuancen des Traminers bestens gelungen. 

Auch hier zeigt sich, dass das Terroir in den Lagen der "Winzer Meissen" ganz optimal ist, die geeigneten Böden lassen Reben wachsen, die von sehr viel Sonne beschienen sind, sodass durchaus auch mediterrane Rebsorten bestens kultiviert werden können. Nicht nur der Anbau der richtigen Rebsorten auf geeignetem Terroir ist der besonderen Fähigkeit und Erfahrung der Winzer der Genossenschaft Meissen geschuldet, die Kellermeisterin Natalie Weich hat hier auch "die richtige Nase" und den herausragenden Geschmack und das absolute "Händchen" bewiesen, damit eine solche grandiose Cuvée kreiert worden ist, wie bei dieser Jubiläums-Edition 2017er Silvaner & Traminer trocken. 

Im Glas offeriert diese Cuvée sich farblich in einem kristallenen Hellgelb. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Beatmung des Weins, er dankt es mit seiner wunderbaren Aromen-Vielfalt. Olfaktorisch besticht die Cuvée mit einer Fülle von Anklängen, die von den kräftigen kräutigen Nuancen des Silvaners bis zu den exotischen Aromen des Traminers reichen, wie etwa nach vordergründig duftenden Rosen und Flieder. Im Mund und am Gaumen werden die Frucht-Anklänge geschmacklich sehr einnehmend bestätigt und durch eine karamellige Note abgerundet. 

Die nötige Säure gibt der Cuvée Substanz, Volumen und Präsenz, wobei der Wein nicht nur über diese gelungene Balance punktet, die ihn harmonisch macht, bei einem langen Abgang wird auch signalisiert, wie schmelzig und frisch die Cuvée daherkommt. Alles zusammen macht den Wein sehr animierend, sehr interessant und sehr gelungen. Chapeau! 

Der 2017er Silvaner & Traminer trocken als Jubiläums-Edition hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2017 Schieler Trocken Bereich Meissen 

Kommen wir nun zu einem sächsischen Original mit diesem 2017er Schieler, der trocken ausgebaut wurde. Schieler ist eine Assemblage von roten und weißen Trauben. Außerhalb Sachsen ist der Ausbau dieses Weines unter dem Begriff Rotling bekannt. Schieler oder Rotling ähnelt farblich Rosé-Weinen oder dem Weissherbst, werden aber auf andere Art vinifiziert. Schieler (Rotling) ist ein Wein, der aus dem Verschnitt von roten und weissen Trauben bereitet wird. Diese dürfen beim Verschnitt bereits eingemaischt sein, müssen zusammen aber gekeltert werden. Besonders häufig wird Rotling (Schieler) in den Anbau-Gebieten Württemberg, Baden, Franken und Sachsen hierzulande kreiert, wobei der Ursprung in Sachsen liegt, hier wurde dieser Wein unter seinem Namen Schieler primär erzeugt. 

Die zur Herstellung des Weines verwendeten Trauben dürfen ausschließlich in einem bestimmten Anbau-Gebiet Sachsen geerntet werden, hier Bereich Meissen, und aus einem Weinbau mit einem gemischten Satz stammen(Gemischter Satz ist die Bezeichnung von Wein, der aus unterschiedlichen Rebsorten in einem Weingarten besteht, sowie dann des daraus hergestellten Weins). 

In der Genossenschaft Meissen ist Schieler eine jährliche feste Größe, wie dieser 2017er Schieler trocken, eignet er sich doch ganz vorzüglich zu Gartenpartys im Sommer oder beim Grillen an lauen Abenden. Farblich animiert der Wein das Auge mit seinem intensiven, schillernden Rot-Rosé. Achtung, auch jetzt bitte an die nötige Vermählung mit Sauerstoff denken, ist dies doch auch ein Akt des Respekts dem Wein gegenüber und eine Anerkennung für seine Macher. 

Die Nase wird danach verzaubert von einer ganz besonderen Aromenfülle, die an Erdbeere, Granatapfel, rosa Grapefruit und Zitronenmelisse erinnert. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich blendend bestätigt und durch die richtige Säure ergänzt. Der 2017er Schieler überrascht mit einer enormen geschmacklichen Fülle, die schmelzig und frisch daherkommt, wobei die abwechslungsreiche Frucht mit der angenehmen Säurestruktur eine wunderbare geschmackliche Einheit bildet, die einfach nur begeistert. Da fehlt auch nicht die zitronige Frische, die den Wein zu einem idealen Begleiter durch sommerliche Nächte macht. Top! 

Der 2017er Schieler trocken hat moderate 11,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

"Benno von Meissen" Scheurebe Flaschengärung Brut 

Nach den Weissweinen und dem Schieler kommen nun zwei weitere Besonderheiten von den "Winzer Meissen" zur Verkostung. Dabei handelt es sich um hochwertigste Sekte, die nach der Methode der klassischen Flaschengärung erzeugt wurden. Beginnen wollen wir mit dieser "Benno von Meissen" Scheurebe, die brut ausgebaut wurde, was in Deutsch am besten mit herb übersetzt wird. Der Grundwein zu diesem ganz exzellenten Winzersekt ist die Rebsorte Scheurebe, die in den Lagen der Winzergenossenschaft ganz außerordentliche Wachstums-Bedingungen hat und von der Kellermeisterin Natalie Weich ganz großartig kreiert wurde, wie bereits zuvor bei der Verkostung des Weines mit viel Freude festgestellt werden durfte. Bekanntlich ist ein Sekt ja nur so gut, wie der Grundwein es erlaubt, soll heißen, ein Spitzensekt kann nur auf Basis eines Spitzenweines gelingen. Und dies ist hier ja der Fall. Und wenn dann noch die perfekteste Art der Versektung nach der "klassischen Methode der Flaschengärung" dem Grundwein zuteil wurde, dann ist das Ergebnis eben ein solcher grandioser Winzersekt wie die hier verkostete Scheurebe-Pretiose brut. 

Nachdem der Sekt ins Glas gegossen wurde, erlebt das Auge nicht nur diese hellgelbe, brillante Farbe, die feine aufsteigende Perlage signalisiert auch sofort eine angenehme Frische. Dabei wird die Nase von wunderbaren Aromen nach feiner Hefe und fruchtigen Cassisnoten beglückt. 

Im Mund und am Gaumen wird geschmacklich dann ein fruchtig-frisches, prickendes Vergnügen wahrgenommen, das die Geschmacksempfindung aufs angenehmste reizt und einnimmt. Langanhaltend, fruchtig dezent und sehr animierend, dabei durchaus angenehm herb, so prägt sich der Scheurebe-Sekt ein, und man freut sich sogleich auf einen weiteren Schluck. Superb! 

Die "Benno von Meissen" Scheurebe Flaschengärung brut hat 11,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden.

"Benno von Meissen" Traminer Flaschengärung trocken 

Als zweiter Spitzensekt folgt nun dieser auserlesene Winzer-Sekt aus der Rebsorte Traminer, ebenfalls nach der Methode der klassischen Flaschengärung erzeugt. Dieses Mal wurde als Grundwein der wunderbare trockene Traminer zur Versektung genommen, was durchaus eine Rarität darstellt. Bereits bei der zuvor verkosteten Cuvée von Silvaner und Traminer in der Jubiläums-Edition durfte die großartige geschmackliche Qualität des Traminers verinnerlicht werden und da ist es doch nur erfreulich, dass dieser Spitzenwein nun auch auf die sehr aufwendige und kostspielige Methode der Flaschengärung zu einem Ausnahme-Sekt heranreifen durfte. Da versteht es sich von selbst, dass der "Benno von Meissen" Traminer Sekt auch die allerhöchsten Ansprüche optimal zufrieden stellt. Unmittelbar nachdem der Sekt ins Glas geschenkt wurde, stellt sich das durch die Flaschengärung erreichte Mousseux (kräftiges Schäumen) ein, und nachdem sich dieser Vorgang entspannt hat, ist es die aufsteigende feine Perlage, die der Nase signalisiert, welche großartigen Aromen der Traminer-Sekt aufweisen kann. 

Neben dem eleganten Rosenduft ist es ein Hauch von Flieder der olfaktorisch entzückt. Mund und Gaumen haben danach das Vergnügen all diese beeindruckenden Aromen geschmacklich wahrzunehmen, die von einer angenehmen Säure begleitet werden, die den Sekt frisch, animierend und sehr eindrucksvoll macht. Das geschmackliche Empfinden ist mehr als angenehm, zumal der Traminer-Sekt mit einem langen Finish wirklich etwas ganz Besonderes ist. Eine solche Pretiose von Traminer Traube und Flaschengärung ist eine Rarität, zumal wenn sie so gelungen ist, wie wir sie hier erleben durften. Á la bonne heure! 

Der "Benno von Meissen" Traminer Sekt  ist trocken 12,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden.

Nachdem wir jetzt die 3 Weissweine, den Schieler und die beiden Ausnahme-Sekte verkostet haben, hier nun unser Fazit: Freudig und angenehm überrascht, durften wir feststellen, dass alle Weine und Sekte von höchstem Niveau und allerbesten Qualität sind. Und wer es noch nicht weiß, die Weine aus Sachsen und hier speziell von der Winzergenossenschaft Meissen begeistern einfach nur, schmecken sie doch ganz hervorragend. Dafür sorgen sowohl das ideale Terroir an der Elbe, aber ebenso das unermüdliche Interesse und das Wissen und der Fleiß und die Neugierde der vielen Winzer, die sich in der Genossenschaft von Meissen zusammengefunden haben. 

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Winzer-Familien und der Kellermeisterin Natalie Weich wird durch die wunderbaren Weine dokumentiert, die nicht nur hochrangig bewertet werden bei Prämierungen und Auszeichnungen, sie zeigen auch, dass der sächsische Weinbau eine wahre Perle in der bundesdeutschen Wein-Erzeugung ist. Darum ist es ratsam, ein viel größeres Augenmerk auf diese erstklassigen Weine und Sekte zu legen, sie überzeugen im Glas und nicht durch einen künstlichen Hype in den Medien. 

Deshalb: maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Anbei die Website der Sächsischen Winzergenossenschaft Meissen e,G.  Dort können Sie die Weine bestellen.https://www.winzer-meissen.de/

Badischer Winzerkeller: 4 Weißweine, 4 Rotweine- https://www.badischer-winzerkeller.de/unsere-shops/

 Foto: Helga König
Der Badische Winzerkeller wurde 1952 in Breisach am Rhein gegründet. Voraussetzung dazu war die Idee, mehrere badische Winzergenossenschaften zusammenzuschließen, um ihnen so eine gemeinsame Vermarktungsorganisation zur Seite zu stellen. Wie auch bereits bei dem Gedanken, sich als einzelner Winzer in einer Genossenschaft zusammenzufinden, um auf diese Weise effektiver den Weinanbau zu gestalten, wurde einigen badischen Genossenschaften klar, dass eine gemeinsame Vermarktungsplattform ihre Chancen am Markt erheblich verbessern würden. So kam es zu dem "Haus der Badischen Winzer" mit Sitz in Breisach am Rhein. 

 Foto: Helga König
Bedingt durch die Entwicklung der Winzergenossenschaften in Baden nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Badische Winzerkeller ein Erfolgsmodell, das heute den gesamten Raum des badischen Weinbaus umfasst. Mit etwa 2000 ha in 9 Anbaugebieten Badens vom Bodensee bis Tauberfranken sprechen wir mittlerweile von rund 4000 angeschlossenen Winzern und Winzerfamilien. Allen zusammen ist nicht nur die Liebe bei der Herstellung ihrer eigenen Weine zu eigen, sie alle sehen sich als Verfechter für eine nachhaltige Weinerzeugung. Dabei ist ihnen der Landschaftsschutz genauso wichtig wie der Pflanzenschutz. Sie alle bemühen sich um die optimale Bewirtschaftung- und Rebschutzstrategie. Sie haben stets die Erhaltung der Kulturlandschaft im Auge, um diese an spätere Generationen intakt weiterzugeben. Alles zusammen prägt die Philosophie des Badischen Winzerkellers, und die gelungene Balance zwischen Tradition und Moderne spielt hier eine wichtige und erfolgreiche Rolle. 

Um zu zeigen, welche wunderbaren Weine im Badischen Winzerkeller offeriert werden, steht nun die Verkostung von insgesamt 4 ausgesuchten Weissweinen und 4 eben solcher Rotweine an: 

 Foto: Helga König
2017 Martin Schongauer Grauer Burgunder QbA Trocken 

Beginnen wollen wir unsere interessante Verkostungsreihe mit diesem 2017er Grauer Burgunder aus der Edition Martin Schongauer, der trocken ausgebaut wurde. Das Sortiment Martin Schongauer steht für einen trockenen, feinfruchtigen Wein, der von erfahrenen Winzern gemacht worden ist und der die badische Sonne und Lebensfreude verkörpert. Nicht umsonst lautet das Motto des Badischen Winzerkellers "Sonne entfacht Leidenschaft". 

Die handverlesenen Trauben und die traditionelle Winzerkultur verleihen den Weinen ihre solide Qualität und prägen ihren charakteristischen Geschmack. So ist die Edition Martin Schongauer zu einer der beliebtesten Weinmarken Deutschlands geworden. Der hier verkostete 2017er Grauburgunder trocken wurde mit dem Grauburgunderpreis 2018 ausgezeichnet für einen trockenen, leichten Weintyp bis 13% vol/alc.

Im Glas zeigt sich der Sonnenwinzer-Grauburgunder in einem schönen Hellgelb mit silbrigen Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, sollte der Wein zunächst mit genügend Sauerstoff vermählt werden. Jetzt zeigen sich besondere Anklänge in der Nase, die an Äpfel, Birnen und Quitten erinnern und die von einem feinen Mandelduft begleitet werden. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich exakt bestätigt, wobei die bestens eingebundene Säure die Fruchtaromen optimal trägt. Der 2017er Grauburgunder trocken ist dicht, vollmundig und besitzt einen langen Nachhall, der neben der wunderbaren Frische auch noch einmal das animierende Frucht-Säure-Spiel zeigt. Großartig! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Martin Schongauer Müller-Thurgau QbA Trocken 

Ein weiterer erstklassiger Weisswein aus dem Sortiment Martin Schongauer wird mit diesem 2016er Müller-Thurgau trocken vorgestellt. Auch hier gilt wiederum das Motto - Martin Schongauer entfacht Leidenschaft -. Die Rebsorte Müller-Thurgau, heute auch in einigen Weingebieten Rivaner genannt, ist eine Kreuzung der Sorten Riesling und der unbekannten Rebe Madelaine Royale. 

Der Schweizer Hermann Müller-Thurgau aus dem Kanton Thurgau hat sie 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet, wobei man ursprünglich annahm dies sei eine Kreuzung von Riesling und Silvaner. Erst durch neuzeitliche Gen-Analysen wurde entdeckt, dass anstatt der Rebsorte Silvaner die Rebsorte Madelaine Royale zur Züchtung gekommen war. Müller-Thurgau ist weltweit die erfolgreichste Weisswein-Neuzüchtung. 

Farblich zeigt sich der Wein in hellgelben Tönen mit zartem Grünschimmer. Auch hier bitte nicht den Sauerstoff vergessen, bevor die olfaktorische Prüfung beginnt. Danach registriert die Nase ein muskatartiges typisches Müllerbukett, gepaart mit Sommeräpfeln und Zitrusblüte. Mund und Gaumen bestätigen die geschmacklich wahrgenommenen Anklänge bestens, wobei die Fruchtaromen optimal von der richtigen Säure getragen werden und so ein beeindruckender Frucht-Säure-Bogen zustande kommt. 

Der 2016er Müller-Thurgau trocken ist saftig und weich und überzeugt mit einem langanhaltenden, würzig rauchigen Abgang, der noch einmal zeigt wie geschmacklich gelungen der Martin Schongauer Müller-Thurgau ist. Bestens! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

2017 Schloss Munzingen Weingärten Freiburg Pinot Blanc Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Pinot Blanc aus der Edition Schloss Munzingen. Hierbei handelt es sich um ganz ausgesuchte Weine die ein ganz besonderes Geschmackserlebnis bieten. Pinot Blanc oder zu Deutsch Weissburgunder gehört zu den edlen Weinen der Burgunder-Familie. Dabei ist Pinot Blanc durch Mutation aus der Rebsorte Pinot Noir entstanden. Pinot Blanc oder Weissburgunder wird in vielen Ländern Europas angebaut, hauptsächlich vor allem in Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich, wobei die Bestockung hierzulande eindeutig an der Spitze liegt. Pinot Blanc wird in Deutschland immer beliebter, sodass mittlerweile auch dank der Klimaveränderung diese Rebsorte z.B. auch an der Mosel angebaut wird, was vor 20 Jahren noch undenkbar war. 

In Baden ist der Anbau eindeutig führend, hier entstehen auch zweifellos die besten Weine aus der Pinot Blanc Traube, wie der hier verkostete 2016er Pinot Blanc trocken zeigt. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellen strohgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier bitte den Pinot Blanc zunächst richtig beatmen. Jetzt wird die Nase mit ausgeprägten Aromen von Pfirsich und Mirabellen beglückt. Im Mund und am Gaumen findet die geschmackliche Bestätigung der Frucht-Nuancen statt, die begleitet wird von einer angenehmen Säure. 

Der Pinot Blanc trocken überzeugt mit seiner lebendigen Frische und einem animierenden, langen Finish, sodass der Wein ideal in die warme Sommerzeit passt, als Terrassenwein gut gekühlt oder als Essensbegleiter zu Meeresfrüchten, Fisch und hellem Fleisch. Exzellent! 

Der 2016er Pinot Blanc trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2017 "Lecker" Weisswein Cuvée feinfruchtig 

Kommen wir nun zu dieser 2017er weißen Cuvée, die im Badischen Winzerkeller in der Rubrik "Lecker" geführt wird. Es handelt sich dabei um Weine, die sich zu jedem Anlass eignen, sei es zur täglichen Erfrischung und Erbauung oder auch besonders zu Grillfesten oder mit Freunden auf der sommerlichen Terrasse. Die Cuvée wurde feinfruchtig ausgebaut und stammt aus verschiedenen Weisswein-Lagen, die von den Winzern des Badischen Weinkellers mit viel Wissen, Engagement und sehr naturnah kultiviert werden, dass so ein erstklassiges Traubengut entsteht, das sich bestens vinifizieren lässt. Die Weine die dann entstehen sind deshalb immer etwas Besonderes, so wie diese 2017er "Lecker" Weisswein Cuvée feinfruchtig. 

Farblich zeigt sich die Cuvée im Glas in einem hellen Gelb mit goldenen Reflexen. Nach der nötigen Beatmung mit Sauerstoff werden in der Nase Aromen erkennbar, die an grünen Apfel und exotische Früchte erinnern. Die geschmackliche Bestätigung findet anschließend im Mund und am Gaumen statt, wobei sich die Cuvée durch ein schönes Spiel von Säure und fruchtiger Süße auszeichnet. Dabei ist der Wein frisch und angenehm geschmackvoll und durch seinen moderaten Alkohol-Gehalt ist er geradezu prädestiniert auch einmal ein zweites Glas zu genießen, vorausgesetzt er ist gut gekühlt, speziell an warmen Sommerabenden. Top! 

Die 2017er "Lecker" Weisswein-Cuvée hat 10,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

 Foto: Helga König
2015 Schloss Munzingen Weingärten Freiburg Pinot Noir Trocken 

Nach den beachtlichen weißen Weinen vom Badischen Winzerkeller stehen nun vier Rote zur Verkostung an. Beginnen wollen wir mit diesem 2015er Pinot Noir aus der Schloss Munzinger Linie, der trocken ausgebaut wurde. Alle Weine, die in der Edition Schloss Munzingen geführt werden, stammen aus Freiburger Weingärten. Hier ist das Terroir bestens geeignet, charaktervolle, individuelle Weine hervor zu bringen, so wie auch dieser 2015er Pinot Noir trocken. 

Pinot Noir, zu Deutsch Spätburgunder ist eine sehr hochwertige Rotwein-Traube und für viele Liebhaber dieser Rebe gilt sie als König unter den Rotweinen. Während Frankreich das größte Erzeugerland für Pinot Noir Weine weltweit ist, wird die Traube hierzulande mit Abstand am Häufigsten in Baden angebaut und ist mit einem Drittel der gesamten Anbau-Fläche dort  auch Hauptrebsorte. 

Im Glas zeigt sich der 2015er Pinot Noir trocken aus der Schloss Munzinger Linie in einem leuchtenden Rubinrot. Hat der Weißwein bereits genügend Sauerstoff benötigt, um sich richtig zu öffnen, so gilt dies für die Rotweine erst recht. Die Nase hat dann das Vergnügen feine, präsente Beerenfrucht zu erkennen. Im Mund und am Gaumen werden die Anklänge an Brombeeren und schwarze Johannisbeeren geschmacklich bestätigt, wobei diese durch eine ausgewogene Tannin-Struktur ergänzt werden. 

Der 2015er Pinot Noir ist dicht, extraktreich und angenehm weich und rund im langen Abgang. Liebhaber eines gelungenen badischen Pinot Noir werden dieses Trink-Vergnügen ganz besonders schätzen. Wunderbar! 

Der Schloss Munzinger Pinot Noir trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden.

2015 Martin Schongauer Spätburgunder Halbtrocken 

Als weiterer Spätburgunder wird nun dieser Wein aus dem Jahrgang 2015 verkostet. Er wurde halbtrocken ausgebaut und da er in der Linie Martin Schongauer geführt wird, ist gewährleistet, dass es sich hierbei um einen ganz besonders exzellenten Spätburgunder handelt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Rotwein prämiert worden ist und zwar mit der Goldmedaille des Badischen Weinbau-Verbands. Die Spätburgunder-Rebe stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden, das Terroir muss einfach stimmen, wenn gewährleitet werden soll, dass besonders hochwertige Rotweine entstehen. 

Die Sonnen-Winzer vom Badischen Winzerkeller achten akribisch darauf, dass der Spätburgunder auf dem geeigneten Terroir wächst, denn nur so kommen solche wunderbaren Weine zustande wie der hier verkostete 2015er Spätburgunder halbtrocken. 

Farblich präsentiert sich der Wein in einem typischen Rubinrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Achtung auch hier bitte für den nötigen Sauerstoff sorgen, der Spätburgunder zeigt dann sein ganzes Potential. 

Olfaktorisch überzeugt der Wein mit intensiven Anklängen von Schwarzkirschen. Im Mund und am Gaumen wird die Kirschfrucht geschmacklich bestätigt, wobei sich zeigt, welche angenehme Restsüße der Rotwein besitzt. Der Spätburgunder verfügt über eine Struktur in die die weichen und samtigen Gerbstoffe bestens eingebunden sind. Lang anhaltend im Nachhall wird noch einmal deutlich, wie intensiv im Geschmack und überzeugend der 2015er Spätburgunder halbtrocken daherkommt. Chapeau! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius verkostet werden. 

2016 "Lecker" Rotwein Cuvée feinfruchtig 

Bereits bei den Weissweinen wurde hier unter der Rubrik "Lecker" eine sehr ansprechende Cuvée vorgestellt, die sich für jeden Anlass eignet. Bei dieser 2016er Rotwein Cuvée feinfruchtig handelt es sich entsprechend um das rote Pendant, das ebenfalls mit der nötigen Klasse aufwarten kann. Die Trauben zu diesem Rotwein stammen alle aus ausgesuchten badischen Lagen, sodass eine feinfruchtige Cuvée vinifiziert werden konnte, die sich sowohl zum Grillen als auch zum Chillen besonders gut eignet. Deshalb auch wird diese 2016er Rotwein-Cuvée zu Recht in der Rubrik "Lecker" geführt. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer schönen rubinroten Farbe. Und auch hier erneut der Hinweis auf die Belüftung der Cuvée, sie wird es mit ihrer gesamten Aromenfülle danken. Die Nase hat jetzt die Chance fruchtige Aromen nach schwarzen Kirschen und dunklen Beeren zu erkennen. Geschmacklich werden diese Anklänge im Mund und am Gaumen bestätigt, wobei sich der Rotwein durch seine kräftige Note und seine feinfruchtige Säure auszeichnet. Die Cuvée ist dicht, intensiv im Geschmack und besitzt einen gefälligen Charakter, der sie durchaus animierend macht. Zum Grillen ideal, weiß die Cuvée auch solo absolut zu überzeugen. Bestens! 

Die 2016er "lecker" Rotwein Cuvée feinfruchtig hat 12,5% vol/alc und sollte bei 12 bis 15 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Spätburgunder Trocken Edition Peter Steger 

Abschließend kommt noch einmal ein ganz besonderer Rotwein zur Verkostung mit diesem 2016er Spätburgunder trocken aus der Edition Peter Steger. Peter Steger ist seit 1987 Sommelier, hat in einem erstklassigen französischen Restauraunt als solcher gearbeitet und kooperiert mit den besten seiner Zunft, um Winzer und Winzergenossenschaften zu beraten. So auch mit dem Badischen Winzerkeller, dem er seine jahrzehntelange Erfahrung und sein Wissen zur Verfügung stellt, damit solche Weine entstehen können, wie der hier verkostete 2016er Spätburgunder trocken. Dabei wurde nur erstklassiges hochreifes Rebgut zur Vinifizierung gebracht, um dann im Keller einen Spätburgunder zu kreieren, der alle Vorzüge eines besonders hochwertigen badischen Weins aus der Spätburgunder-Traube besitzt. 

Farblich überzeugt der 2016er Spätburgunder trocken aus der Edition Peter Steger das Auge mit einem kräftigen Rubinrot mit schwarzroten Reflexen. Bei einem solchen komplexen Rotwein ist es unbedingt notwendig ihm genügend Sauerstoff zu geben, damit er sich komplett öffnen kann. Danach erlebt die Nase absolut feinfruchtige Düfte, die an reife Süßkirschen, Brombeeren und zarte Veilchenblütennoten erinnern. 

Im Mund und am Gaumen werden die fruchtigen Anklänge ganz intensiv geschmacklich bestätigt, wobei sich zeigt wie exzellent seine feine, samtige Herbe gepaart mit seiner kräftigen Struktur ihn zu einem ausgewogenen Wein machen, der mit angenehmer Säure und einem langen Nachhall aufwartet.

Der 2016er Spätburgunder trocken ist extraktreich, durchaus komplex und mit einem kräftigen Körper versehen. Freunde eines außergewöhnlichen Spätburgunders werden hier ihre wahre Trinkfreude erleben. Á la bonne heure! 

Der 2016er Spätburgunder trocken Edition Peter Steger hat 13,5% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius genossen werden.


Abschließend unser Fazit: Sowohl die 4 Weißweine als auch die 4 Rotweine  sind von guter Qualität und zeigen wieder einmal, wozu die Sonnenwinzer aus Baden in der Lage sind. Sie erzeugen Weine, die von der Sonne gereift und von den Winzern der Genossenschaft auf  gutem Niveau ausgebaut werden. So schmecken sie einfach prima und was das Preis-Leistungs-Verhältnis anbetrifft, da sind sie ganz vorne mit dabei. 

Sehr empfehlenswert

Peter J. und Helga König

https://www.badischer-winzerkeller.de/unsere-shops/

Winzervereinigung Freyburg-Unstrut e.G. 4 Weissweine und 2 Rotweine-https://www.winzervereinigung-freyburg.de/

 Foto: Helga König
Dass mittlerweile ganz hervorragende Weine aus der Wein-Region Saale-Unstrut kommen, hat zum Einen mit den ganz besonderen Lagen in dem Wein-Gebiet zu tun, zum Anderen mit der Tatsache, dass neben dem traditionellen Weinwissen der dortigen Winzer auch modernstes Gerät bei der Kellerwirtschaft zum Einsatz kommt. Schon lange sind die Weingüter und Genossenschaften an den Flüssen Saale, Unstrut und Ilm kein Geheimtipp mehr, bilden sie doch heute ein weiteres Glanzstück im Bereich des deutschen Weinbaus. Dazu trägt auch in gewisser Weise der Klimawandel in Europa bei, der auch in nördlicheren Gebieten Deutschlands mancherorts ein spezielles Kleinklima entstehen lässt, das sich bestens zur Reifung von Trauben eignet, so auch in den Weinbergs-Lagen der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut.

Die Winzervereinigung die 1934 von insgesamt 27 Weinbauern gegründet wurde, entwickelte sich in den letzten beiden Jahrzehnten zum größten Weinerzeuger der neuen Bundesländer und bewirtschaftet heute etwa 400 Hektar Rebfläche. 400 Winzer gehören heute der Vereinigung an, wobei auf Grund der unterschiedlichen Lagen eine große Sortenvielfalt zustande kommt. Über 20 Rebsorten stehen zur Wahl, wie etwa Müller-Thurgau, Weissburgunder, Silvaner, Riesling, Bacchus, Gutedel, Grauburgunder, Kerner, Traminer, Hölder und Sauvignon Blanc bei den Weissweinen und Spätburgunder, Zweigelt, Portugieser, Dornfelder und André bei den Roten.

Die Qualitäten beginnen bei den Basisweinen, führen über den Bereich Schloss Neuenburg zu den Lagenweinen und werden in der Spitze von der Kellermeisteredition gekrönt. Zudem gibt es preisgekrönte Winzersekte, hergestellt nach der Methode der klassischen Flaschengärung und dass diese in Zusammenarbeit mit einem der führenden, individuellen Sekthersteller in Deutschland, Norbert Bardong aus Geisenheim im Rheingau realisiert werden, ist per se ein bemerkenswertes Qualitätsmerkmal. 

Brände und Liköre, aber auch besondere Glühweine runden das Angebot der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut optimal ab. Die Weinberge der Winzervereinigung sind unterschiedlich angesiedelt, sie reichen von der Stadt Freyberg mit den Lagen an der Unstrut, wie etwa dem Freyburger Mühlberg und dem Freyburger Edelacker, dem Weischützer Nüssenberg, Dorndorfer Rappental und der Burgscheidunger Veitsgrube, über die Karsdorfer Hohe Gräte bis zur Steigraer Hahnenberge. An der Saale gibt es ebenfalls ganz besondere Lagen, etwa das Naumburger Sonneneck, Naumburger Steinmeister und den Burgwerberner Herzogsberg. 

Weitere Weinberge der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut sind nördlich bei Höhnstadt zu finden, etwa Höhnstedter Steineck, Höhnstedter Kelterberg, Höhnstedter Steiger und die Seeburger Himmelshöhe. Da die vielfältigen Lagen jeweils ihr ganz eigenes Terroir besitzen, zeigen auch die Weine ihren ganz eigenen Charakter je nachdem in welchem Weinberg sie kultiviert worden sind. Wie bereits bei den großartigen Winzersekten erwähnt, so sind auch die Weine der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut vielfach prämiert worden, etwa bei der Gebietsweinprämierung oder der Selection Prämierung. Zudem sollte noch, bevor die interessante Verkostung der 6 Weine der Vereinigung beginnt, unbedingt auf das bemerkenswerte Preis-Leistungs-Verhältnis hingewiesen werden.

2017 Weissburgunder trocken Bereich Schloss Neuenburg 

Beginnen wollen wir unsere interessante Verkostung der Weine von der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut e.V. mit diesem 2017er Weissburgunder trocken aus der Edition Bereich Schloss Neuenburg. Dieser Gebietswein ist in den Weinbergen um Schloss Neuenburg gewachsen, dessen Terroir sich vorzüglich für trockene und hochqualitative Weine eignet, eben wie den hier verkosteten 2017er Weissburgunder. Diese Rebsorte gehört zu den edlen Weinen der Burgunder-Familie. Französisch Pinot Blanc ist Weissburgunder eine Mutation von Pinot Noir, zu Deutsch Spätburgunder. Bereits seit 2000 Jahren gibt es diese Traubenart, die sehr elegante Weine hervorbringt. Als Ursprung aller Pinot-Sorten wird das Gebiet zwischen Genfer See und dem Rhone-Tal vermutet. 

Heutzutage erfreut sich der Weissburgunder hierzulande immer größerer Beliebtheit, wird doch nirgend wo mehr in den weltweiten Weinanbau-Gebieten diese Rebsorte kultiviert wie in Deutschland. Und ihre Beliebtheit nimmt stetig zu, ist der Weissburgunder doch ein "Allrounder", da er sich zu vielen Gelegenheiten bestens eignet, so wie der hier verkostete 2017er Weissburgunder trocken, ob in fröhlicher Rund mit Freunden oder als idealer Essensbegleiter zu hellem Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Nicht umsonst wurde er bei der Gebietsweinprämierung 2018 mit Silber ausgezeichnet.

Im Glas präsentiert sich der 2017er Weissburgunder trocken in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es sinnvoll, den Wein zunächst mit genügend Sauerstoff zu vermählen. Dann zeigen sich Duftaromen in der Nase, die an Apfel, Birne und Mango erinnern. Im Mund und am Gaumen werden diese fruchtigen Anklänge bestens geschmacklich bestätigt. Getragen wird das Frucht-Potpourri von einer wunderbar integrierten Säure, die so einen herrlichen Frucht-Säure-Bogen entstehen lässt. 

Der 2017er Weissburgunder ist intensiv im Geschmack, besitzt einen eigenen, unverkennbaren Charakter, ist bestens ausbalanciert und sein beeindruckender Geschmack zieht sich sehr animierend bis in den langanhaltenden Nachhall hinein. Dabei beeindruckt besonders die angenehme Frische, die ein solcher bemerkenswerter Weissburgunder einfach haben muss. Deshalb ist auch nicht verwunderlich, dass man sich gerade bei sommerlichen Temperaturen auf ein weiteres Glas besonders freut. Großartig!

Der 2017er Weissburgunder trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

2017 Müller-Thurgau trocken 

Weiter geht es mit diesem 2017er Müller-Thurgau, der ebenfalls trocken ausgebaut wurde. Auch er kann mit einer Gebietsweinprämierung 2018 und zwar in Gold aufwarten. Müller-Thurgau ist heute weltweit die erfolgreichste Weisswein-Neuzüchtung, nachdem im Jahr 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim/Rheingau der Schweizer Hermann Müller aus Thurgau diese Rebsorte neu gezüchtet hatte. Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich dabei um eine Kreuzung von Riesling mit Silvaner gehandelt hat, doch dies wurde in neuerer Zeit durch gentechnische Untersuchungen widerlegt und es hat sich herausgestellt, dass die ziemlich unbekannte französische Rebsorte Madelaine Royale der Kreuzungspartner mit Riesling tatsächlich war. Wie man sieht hat dies der Beliebtheit von Müller-Thurgau keineswegs geschadet, die Rebsorte ist heutzutage beliebter denn je. In der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut zählt der hier verkostete 2017er Müller-Thurgau trocken zu den beliebtesten Basisweinen.

Farblich zeigt sich der Wein in einem frischen Hellgelb mit brillanten Reflexen. Auch hier gilt es, dem Müller-Thurgau zunächst eine Beatmung mit Sauerstoff zu gestatten, bevor die olfaktorische Prüfung beginnt. Feine Anklänge an Äpfel, Aprikose und Walnüsse sind gepaart mit einer leichten Muskatnote und alles wird von der Nase sehr wohlwollend wahrgenommen. Mund und Gaumen bestätigen die Fruchtaromen geschmacklich ebenso und die tragende Säure ergänzt das Geschmacksbild prächtig, sodass ein sehr angenehmer Frucht-Säure-Bogen zustande kommt. Der Wein ist sehr präsent, fruchtig-frisch und ist mit einem langen Abgang versehen. Hier zeigt sich noch einmal wie gelungen der 2017er Müller-Thurgau trocken ist, kann er doch zusätzlich mit einer herrlichen Frische aufwarten, die den Wein zur idealen täglichen Erfrischung und Erbauung macht. Wunderbar!

Der 2017er Müller-Thurgau trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

2017 Dorndorfer Rappental Grauburgunder Spätlese trocken

Es folgt nun ein ganz besonderer Prädikatswein mit dieser Grauburgunder Spätlese, ebenfalls trocken ausgebaut. Die Trauben stammen aus der Lage Dorndorfer Rappental, die etwa 10 Kilometer die Unstrut flussaufwärts von Freyburg in dem kleinen Ort Dorndorf zu finden ist. Die Hanglage die einerseits von der Unstrut begrenzt und oben von einem Höhenzug geschützt wird, hat eine Neigung von 55 Grad und ist damit perfekt für die Sonneneinstrahlung. Die Bodenbeschaffenheit besteht aus Muschelkalk und das besondere Kleinklima beschert der Lage genügend Sonnenstunden, damit hochreifes, gesundes Traubengut kultiviert werden kann, das sich zu einem solchen spitzenmäßigen Prädikats-Grauburgunder vinifizieren lässt. 

Der Grauburgunder gehört zur Familie der Burgunderweine. Er erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit und heute sind bereits 5% der gesamten Rebfläche mit dieser Rebsorte bestockt. Pinot Gris, Pinot Grigio oder auch Ruländer, unter diesen Namen ist der Grauburgunder ebenfalls bekannt, ob in Frankreich, Italien oder in Baden. Sein Anbau ist global, auch in den bekannten Übersee-Anbaugebieten etwa in Australien und Neuseeland. Die hier verkostete Grauburgunder Spätlese wurde aus bestens qualifiziertem Rebgut vinifiziert und dabei im Barrique-Fass ausgebaut. Da ist es nur nachvollziehbar, dass der Grauburgunder zu den Spitzenweinen der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut zählt und in der Edition der Lagenweine gelistet ist. Bei der Gebietsprämierung wurde er mit Silber ausgezeichnet.

Im Glas bietet sich die Spätlese farblich in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen an. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Belüftung des Weins, denn erst dann wird er sein ganzes Potential preisgeben. Danach wird die Nase mit Duftaromen nach Pfirsichen, Birnen und einem Hauch von Honig beglückt. Im Mund und am Gaumen findet die geschmackliche Bestätigung der Frucht-Nuancen statt. Die gut eingebundene Säure lässt der Fruchtsüße der Spätlese genügend Raum, ohne sie zu dominant werden zu lassen. Und so punktet der Wein mit einer wunderbaren Balance. Die 2017er Grauburgunder Spätlese trocken ist dicht, intensiv im Geschmack und dabei doch frisch und sehr animierend. Hier ist den Winzern und dem Kellermeister der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut ein ganz hervorragender Grauburgunder gelungen, der nicht nur solo getrunken absolut überzeugt, auch als Essensbegleiter zu feinen Speisen vom Kalb oder auch von mediterranen Fischen macht er eine erstklassige Figur. Chapeau!

Die 2017er Dorndorfer Rappental Grauburgunder Spätlese trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.

2017 Höhnstedter Steineck Traminer Spätlese trocken 

Ein weiteres Highlight aus dem Bereich der Lagen-Weine wird mit dieser 2017er Traminer Spätlese trocken verkostet. Die erstklassigen Trauben hierzu sind in der Lage Höhnstedter Steineck gewachsen. Dies ist eine der vielen Spitzenlagen über die die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut verfügt und die dank ihres außergewöhnlichen Terroirs solche Top-Weine möglich macht. Die Lage Höhnstedter Steineck ist etwa 50 km nördlich von Freyburg zu finden, am oder in der Nähe des Süßen Sees. Auf 15 ha werden hier Traminerreben kultiviert, die überwiegend als Prädikatsweine der Stufe Spätlese ausgebaut werden. Traminer ist ein Sammelbegriff für Varianten einer Rebsorte, die als Gewürztraminer(rote Beeren), als Savagnin(Weißer Traminer) und Savagnin rosé(Rosa Traminer) vorkommen. Urkundlich erwähnt wurde die Rebsorte zum ersten Mal vor etwa 1000 Jahren und dies in Südtirol, weshalb sie auch den Namen der dortigen Ortschaft Tramin erhielt, in unmittelbarer Nähe des Kalterer Sees.

Farblich präsentiert sich die 2017er Traminer Spätlese trocken in einem feinen Hellgelb mit brillanten Reflexen. Bitte auch hier die Beatmung des Weins nicht vergessen, er revanchiert sich dann bestens mit seiner ganzen Duft- und Geschmacks-Fülle. Die Nase wird von einem angenehmen Rosenduft beglückt und durch das besondere Terroir des Höhnstedter Steinecks kommen zusätzlich noch Nuancen von Akazienhonig hinzu. Im Mund und am Gaumen werden die Fruchtnoten durch eine filigrane, milde Säure bestens getragen, sodass ein äußerst interessantes Frucht-Säure-Spiel entsteht, das durchaus einen exotischen Charakter aufweist, an dem der Ausbau zur Spätlese auch mitbestimmend ist. 

Der Wein ist dicht, fruchtbetont und würzig und besitzt ein entsprechendes Finish, das all die charakterlichen Besonderheiten noch einmal eindeutig geschmacklich hervorhebt, so auch seine Frische und Klarheit und seine individuelle Präsenz. Kurz und gut, die 2017er Traminer Spätlese trocken schmeckt einfach hervorragend, ob pur getrunken, auch zum Kennenlernen einer außergewöhnlichen Rebsorte oder als Begleiter raffiniert gewürzter asiatischer Speisen aus dem Wog. Á la bonne heure!

Die 2017er Höhnstedter Steineck Traminer Spätlese trocken hat moderate 11,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

2016 Dornfelder trocken 

Mit diesem 2016er Dornfelder trocken beginnt die Verkostung von zwei Rotweinen, die zeigen, dass es neben den ganz ausgezeichneten weißen Weinen auch bemerkenswerte Rote in der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut erzeugt werden. Zunächst gilt es hier einen Dornfelder zu verkosten, der trocken ausgebaut wurde. Die Rebsorte Dornfelder war früher eher durch seine intensive dunkelrote Farbe bekannt, nicht unbedingt durch eine besondere Qualität, die durch geschmackliche Dichte und Komplexität geprägt war. Als Verschnitt mit anderen Rotweinsorten hat sie diesen zusätzlich ein kraftvolles Rot garantiert. 

Aus dem einstigen Massen-Rotwein ist allerdings durch die Qualitätssteigerung beim An- und Ausbau eine erhebliche geschmackliche Verbesserung auf einem hohen Niveau entstanden, auch durch Winzer und Winzervereinigungen wie in der Genossenschaft Freyburg-Unstrut, die sich dieser Rebsorte akribisch angenommen haben. So ist mittlerweile ein Rotwein entstanden, der nicht nur nach dem Spätburgunder hierzulande die größte Anbaufläche einnimmt, bevorzugen mittlerweile doch sehr viele Rotwein-Liebhaber einen solchen gut ausgebauten Rotwein, wie den hier verkosteten Dornfelder trocken. In der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut nimmt er sogar den ersten Platz in der Häufigkeit des Anbaus ein, was durchaus auf seine Beliebtheit zurück zu führen ist.

Im Glas überzeugt der 2017er Dornfelder trocken bereits farblich mit diesem kraftvollen, dunklen Rot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Haben bereits die Weissweine genügend Sauerstoff zur kompletten Entfaltung benötigt, so gilt dies für diesen Dornfelder, ja für alle Rotweine erst recht. Olfaktorisch werden danach Anklänge registriert, die an Kirschen, Brombeeren und Holunder erinnern. Mund und Gaumen bestätigen geschmacklich diese Aromen sehr eindeutig und eine nicht zu intensive Säure lässt die Fruchtnuancen doch sehr angenehm und rund wahrnehmen. Dabei ist der 2016er Dornfelder trocken durchaus kräftig, nicht zu kompliziert und geschmacklich sehr animierend. Hier lässt sich durchaus das eine oder andere Glas trinken, zumal der Dornfelder für einen Rotwein eher mit moderatem Alkohol aufwartet. Es ist die Frucht, die Balance und der lange Nachhall, der rund und weich ist, der die Freunde eines guten, niveauvollen Dornfelder überzeugt. Klasse!

Der 2016er Dornfelder trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius getrunken werden.

2016 Blauer Zweigelt trocken Bereich Schloss Neuenburg 

Als nächster Rotwein wird dieser 2016er Blauer Zweigelt trocken verkostet, der als Wein aus dem Bereich Schloss Neuenburg gelistet ist, da seine Trauben in den Lagen rund um Schloss Neuenburg an der unteren Unstrut gewachsen sind. Zweigelt ist eine Rotweinsorte, die auch unter dem Namen Blauer Zweigelt, Rotburger und Zweigeltrebe bekannt ist. Diese Sorte, eine Neuzüchtung aus zwei österreichischen, autochtonen Rebsorten, nämlich St.Laurent und Blaufränkisch, wurde bereits 1922 von Friedrich Zweigelt vorgenommen, entsprechend wurde die Rebsorte, die zuvor Rotburger hieß in Zweigelt oder Blauer Zweigelt umbenannt.

In Österreich ist sie mittlerweile die am häufigsten verbreitete Rotweinsorte und hierzulande wird sie vor allem in Württemberg, Saale-Unstrut und Franken angebaut. Allerdige handelt es sich dabei eher um eine kleine exklusive Rebfläche, wenn man bedenkt, dass hier etwa 100 ha in Deutschland etwa 6600 ha in Österreich gegenüber stehen. Aber der Anbau des Blauen Zweigelt wächst stetig und gerade im Qualitäts-Gebiet Saale-Unstrut werden besondere Weine dieser Rebsorte kultiviert, wie der hier verkostete 2016er Blauer Zweigelt trocken deutlich zeigt. 

Farblich präsentiert sich der Rotwein in einem sehr dunklen Rot mit violetten Schattierungen, was einen durchaus körperreichen Wein vermuten lässt. Und nur zur kurzen Wiederholung, bitte auf genügend Sauerstoff achten. Danach zeigen sich Anklänge in der Nase, die an frische Schattenmorellen erinnern, die mit einzelnen Vanilletönen gepaart sind. Im Mund und am Gaumen werden die fruchtigen Nuancen geschmacklich bestätigt. Dabei zeigt sich der 2016er Blauer Zweigelt durchaus kraftvoll, angenehm fruchtig und mit einer bemerkenswerten Fülle. 

Die richtige Balance gibt dem Zweigelt die geeignete Säure, die den Geschmack optimal abrundet. Bei einem langen Abgang wir noch einmal deutlich wie angenehm weich und rund der Rotwein ist, ohne besonders komplex zu sein. Wer einen guten Roten trinken möchte, der gehaltvoll und überzeugend ist, ist mit diesem 2016er Zweigelt trocken mehr als zufrieden, denn er trinkt sich einfach besonders gut und macht richtig Rotwein-Laune. Natürlich harmoniert er mit den richtigen Speisen, etwa einer raffinierten Pasta, Geflügel oder auch ausgesuchtem Schweinefleisch. Top!

Der 2016er Blauer Zweigelt trocken hat moderate 12% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius verkostet werden. 

Nachdem wir jetzt mit einer gewissen Neugierde und einer bestimmten Vorfreude die 6 Weine der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut probiert haben, hier nun unser Fazit: 

Alle Weine ob Weissburgunder, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Traminer, Dornfelder oder Blauer Zweigelt sind von hohem Niveau und bester Qualität. Dabei zeigt sich schon bei den Basisweinen, wie klar, sortentypisch und geschmackvoll die Weine kreiert worden sind, überzeugen sie doch mit ihrem eigenen Charakter und ihrer eigenen Individualität. Die Lagen-Weine, Grauburgunder und Traminer verkörpern deutlich ihr besonderes Terroir, wobei hier deutlich auch die spezielle Reife und Qualität der Trauben sich in den Weinen bemerkbar macht. Nur so können große Weine entstehen, zumal auch der Kellermeister sein ausgesuchtes Können und sein fundiertes Wissen den Weinen mit auf den Weg gegeben hat. Dass der Wein im Weinberg entsteht, wird dabei ganz deutlich, wurde doch bei der Vinifizierung nur so wenig eingegriffen wie möglich und so viel wie nötig. So durften wir ganz exzellente Weine probieren, die nicht nur besonders gut geschmeckt haben, sondern auch Anklang bei anderen professionellen Verkostern fanden, denn schließlich sprechen die Gebiets-Weinprämierungen in Gold und Silber hier eine ganz deutliche Sprache. Deshalb empfehlen wir gerade die Weine von der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut einmal in Ruhe zu verkosten, um festzustellen, dass auch in den neuen Bundesländern mit ihrem speziellen Terroir ganz großartige Weine erzeugt werden, die dann auch noch mit einem bemerkenswerten Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten können. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Onlinebestellung: Bitte hier klicken https://www.winzervereinigung-freyburg.de/

Winzer vom Weinsberger Tal e.G. Löwenstein/Württemberg 2 Weissweine, 2 Rosé und 2 Rotweine https://weinsbergertal-winzer.de/shop.html

 Foto: Helga König
Seit 2011 ist aus 4 kleinen Winzergenossenschaften eine große geworden, haben sich doch die Genossenschaft aus Löwenstein mit den Weingärtnern aus Willsbach und den beiden Weingärtnergenossenschaften aus Eberstadt und Eschenau zusammengeschlossen und so die Genossenschaft "Winzer vom Weinsberger Tal" gegründet. Durch den Zusammenschluss wurden nicht nur Kompetenzen und Energien gebündelt, die Sortenvielfalt und nicht zuletzt die finanziellen Ressourcen können so optimal genutzt werden. Zudem konnte eine größere Geschmacksvielfalt erreicht werden, Kellertechnik auf dem neuesten Stand eingesetzt und das Wissen und die Erfahrung von einer weitaus größeren Zahl von Winzern miteinander verknüpft werden. 

Dies hat maßgeblich zu einer besseren Qualität geführt, das Niveau hat einen Stand erreicht, der sich eindeutig in Auszeichnungen und Prämierungen der Weine niederschlägt. So gab es etwa von der Deutschen Landwirtschaft Gesellschaft den Bundesehrenpreis in Gold für die "Winzer vom Weinsberger Tal“ und das Genuss-Magazin "Feinschmecker" empfiehlt die Genossenschaft aufgrund ihrer hohen Weinqualitäten. Die "Winzer vom Weinsberger Tal" legen einen ganz besonderen Wert auf die umweltschonende Bearbeitung ihrer Weinberge, auf den richtigen Reb- und Laubschnitt, die selektive Traubenlese und die sehr schonende Verarbeitung im Keller. Dies sind die wichtigen Kriterien, die allerbeste Qualität der Weine garantieren. Tradition und Moderne ergänzen sich bei den "Winzern vom Weinsberger Tal" optimal, wird hier doch altes Weinwissen mit modernster Keller-Technik gepaart. Dabei sind die Weine von dem jeweiligen Terroir geprägt, sortentypisch und der Kellermeister hat ihnen seine persönliche Note mitgegeben. Der Ausbau der Weine findet im gekühlten Edelstahl-Gärtank statt, wie etwa bei den leichten, frischfruchtigen Weinen oder im Holzfass oder Barrique bei den kraftvollen, dichten Weinen. 

Die Bodenbeschaffenheit in den Lagen der "Winzer vom Weinsberger Tal" ist eine Kombination von buntem Mergel und schwerem Keuper, und das Terroir wird durch das besondere Kleinklima prächtig ergänzt. Die Rebsorten setzen sich aus den verschiedenen Traubenarten zusammen, die da sind, etwa bei der "Jungen Linie" Muskateller und Dornfelder, bei der "Rebsortenlinie" Weissburgunder und Trollinger, bei der Linie "Noblesse" Riesling, Sauvignon Blanc und Lemberger und bei der Exklusiv-Linie "Edelstein" z.B. einen Lemberger im Barrique ausgebaut. 

Natürlich spielen die typischen Württembergischen Rebsorten die Hauptrolle beim Anbau, etwa Lemberger, Trollinger und Samtrot, daneben auch Riesling und Schwarzriesling, aber auch Raritäten wie Muskat-Trollinger, Traminer und Muskateller runden die Rebsorten optimal ab. 

Bevor es nun an die Verkostung der 6 ganz speziellen Weine der "Winzer vom Weinsberger Tal" geht, noch ein nicht zu unterschätzender Hinweis auf das bemerkenswerte Preis-Leistungs-Verhältnis, das die Weine zusätzlich interessant macht. 

 Foto: Helga König
2017 Weissburgunder Trocken 

Beginnen wollen wir unsere sehr interessante Verkostungsreihe mit diesem 2017er Weissburgunder, der trocken ausgebaut wurde. Der Wein ist in der Rubrik der "Rebsortenlinie" gelistet. Hier sind hochwertige Weine zu finden, die ganz spezielle Rebsorten vorstellen. Dabei hat sich der Kellermeister bemüht den Geschmack besonders Rebsorten-typisch auszubauen, mit dem unverkennbaren Charakter der Weine der Winzer vom Weinsberger Tal. Natürlich ist der 2017er Weissburgunder trocken auf höchstem Niveau angesiedelt, ist seine Qualität doch durch das besondere Terroir geprägt, das die Weinberge der Genossenschaft auszeichnet. 

Zudem haben die Winzer ihr ganzes Herzblut bei der Pflege der Reben und der Weinberge hinein gelegt, damit die besten Voraussetzungen für einen großartigen Weissburgunder vorhanden sind. Hinzu kommt die selektive Lese und die sehr schonende Verarbeitung im Keller und das Ergebnis ist dieser charaktervolle 2017er Weissburgunder trocken. Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es angebracht, ihm zunächst genügend Sauerstoff zu gewähren. Nur so wird er sein gesamtes duft- und geschmacksmäßiges Potential offerieren. 

Jetzt zeigen sich wunderbare Anklänge in der Nase, die an Pfirsich, Aprikose und Wiesenblumen erinnern. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und durch Nuancen von Zitrus ergänzt. Die bestens eingebundene Säure lässt einen beeindruckenden Frucht-Säure-Bogen entstehen, der sich bis in den langen Abgang hineinzieht. 

Der 2017er Weissburgunder besitzt einen zarten Schmelz, ist angenehm frisch und überaus animierend, sodass es bei einem Glas Wein nicht bleibt, wenn man mit Freunden in abendlich froher Runde an Sommertagen sich trifft. Dafür schmeckt der Weissburgunder einfach zu gut. Wunderbar!

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2017 Sauvignon Blanc Noblesse Trocken 

Weiter geht es mit diesem 2017er Sauvignon Blanc, ebenfalls trocken ausgebaut. Er gehört zu einer der beiden Spitzen-Linien der Winzer vom Weinsberger Tal, der Edition "Noblesse". Hier sind mit die besten Weine der Genossenschaft zu finden, wurde doch nur gesundes und hochreifes Traubengut vinifiziert. Sauvignon Blanc ist eine internationale Rebsorte, deren Ursprung im französischen Loire-Tal liegt und eine natürliche Kreuzung von Traminer und Chenin Blanc ist. Mittlerweile ist Sauvignon Blanc die zweithäufigst angebaute weiße Rebsorte, sie wird in allen großen Anbau-Gebieten der Welt kultiviert und hat zum Teil weltberühmte Weine hervorgebracht, wie etwa den Kultwein "Cloudy Bay" aus der Region Marlbourough in Neuseeland. In der Weinbau-Region Loire werden in den Appelationen von Sancerre und Pouilly Fumé ganz hochwertige Weine aus der Sauvignon Blanc Rebe erzeugt, die weltweite Anerkennung finden. Aber auch hierzulande entstehen ganz ausgezeichnete Weine dieser Rebsorte, so wie dieser 2017er Sauvignon Blanc, der auf Grund seiner besonderen Qualität zur Serie "Noblesse" gehört. 

Farbmäßig zeigt sich der Wein in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch hier bitte nicht zunächst den Sauerstoff vergessen, um dem Wein sein grandioses Potential zu entlocken. Die Nase freut sich über wunderbare Duftaromen nach Stachelbeeren, frisch gemähtem Gras und pikanten Johannisbeeren. Geschmacklich werden diese Frucht-Nuancen eindeutig bestätigt. Es ist die wunderbar tragende Säure, die den 2017er Sauvignon Blanc bestens ausbalanciert und so ein beeindruckendes Frucht-Säure-Spiel entstehen lässt. 

Der Wein ist frisch, intensiv im Geschmack und verfügt über einen lang anhaltenden Nachhall, bei dem noch einmal alle geschmacklichen Vorzüge intensiv Revue passieren. Hier ist den Winzern von Weinsberger Tal ein großer Sauvignon Blanc gelungen, der nicht nur mit seiner ganzen Klasse als Solist animiert, er eignet sich auch vorzüglich zu Fischgerichten und Meeresfrüchten. Absolut großartig! 

Der 2017er Sauvigon Blanc Noblesse trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

 Foto: Helga König 
2017 Rosé feinherb - Spuren im Sand- 

Es folgt nun ein wunderbarer Sommerwein mit diesem Rosé, der feinherb ausgebaut wurde. Rosé-Weine sind weiß gekelterte Weine aus roten Traubensorten. Nur hochwertiges Rebgut aus den besonderen Lagen der Winzer vom Weinsberger Tal ist hierbei zur Vinifizierung gelangt. Dabei werden die Rotwein-Trauben nach der Pressung für einige Stunden noch auf der Maische gelassen, bevor der Rebsaft, der ja bekanntlich hell ist, von den roten Beerenschalen getrennt wird. Die Rot-Pigmente befinden sich bei den roten Trauben in der Beerenhaut, sodass durch die Pressung diese aufgebrochen wird und die rötliche Farbe in den Saft gelangen kann. Je nach Dauer auf der Maische nimmt der Rebsaft eine immer rötlichere Färbung an, die dann einem mehr oder weniger intensiven Rosé-Ton entspricht. 

In mediterranen Regionen kann diese Färbung durchaus zu einem kräftigen Rot werden. Und doch werden alle dieses Weine weiß gekeltert, das heißt, sie werden im gekühlten Edelstahl- Gärtank ausgebaut, so wie eben dies bei den meisten Weissweinen der Fall ist. Rosé-Weine erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit, mittlerweile sind etwa 10% des deutschen Weinkonsums solche Rosé, wie dieser 2017er "Spuren im Sand" Rosé feinherb. 

Im Glas zeigt sich der Wein in diesem leuchtenden Rosé-Ton, der sofort Frische signalisiert. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Vermählung des Weins mit Sauerstoff, damit er duft- und geschmacksmäßig all sein Potential offerieren kann. Danach zeigen sich Anklänge in der Nase, die an Himbeeren, Erdbeeren und rote Johannisbeeren erinnern. Der Mund und der Gaumen nehmen diese olfaktorischen Nuancen geschmacklich sehr präsent auf, wobei die fruchtige Komponente durch die richtige Säure einen besonderen Rahmen bekommt. Dies gibt dem 2017er Rosé feinherb auch die nötige Frische, ohne die ein solcher besonderer Sommerwein nicht auskommt. 

Als Begleiter zu leichten Speisen, wie Salate, Fisch und Meeresfrüchten eignet sich dieser Rosé ganz besonders und zu einem Grillfest ist er geradezu ideal. Top! 

Der 2017er "Spuren im Sand" Rosé hat moderate 11,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2017 Lemberger Rosé Trocken 

Ein weiterer Rosé-Wein kommt nun mit diesem 2017er Lemberger Rosé trocken zur Verkostung. Hier wurde die ganz typische württembergische Rotwein-Sorte Lemberger zur Vinifizierung genommen. Gelistet ist der Wein in der "Rebsortenlinie", wobei ein ganz besonderes Augenmerk auf die speziellen Rebsorten gelegt wird, die sich für das vorhandene Terroir der Winzer vom Weinsberger Tal besonders gut eignen. Dass dies natürlich für den Lemberger ganz besonders der Fall ist, versteht sich im württembergischen Weinbau-Gebiet geradezu von selbst. 

Die Winzer vom Weinsberger Tal kultivieren diese Rebsorte meisterlich, sodass Rebgut erster Klasse entsteht, das sich zu Spitzen-Lemberger ausbauen lässt. Und auch der Ausbau zu ganz besonderen Rosé-Weinen gewährleisten die Lemberger-Trauben perfekt. Auch hier hat der Saft zunächst noch einige Stunden auf der Maische verbracht, damit diese wunderbare Rosé-Farbe des Weins entsteht. Der Ausbau findet dann wieder im gekühlten Edelstahl-Tank statt, einem Weisswein entsprechend. Beim Rosé vereinigen sich die intensiven Aromen der Rotwein-Traube mit der Frische des Weisswein-Ausbaus. Dies ist der Grund warum Rosé gerade zur Sommerzeit besonders beliebt ist. 

Der hier verkostete 2017er Lemberger Rosé trocken zeigt dies mit seiner ausgesuchten Qualität ganz besonders deutlich. Farblich überzeugt der Wein mit seinem frischen, angenehmen Rosé-Ton, der überaus animierend auf den Verkoster wirkt. In der Nase zeigen sich intensive Aromen nach frischen Erdbeeren, roten Johannisbeeren und Kirschen, wenn der Rosé zunächst belüftet worden ist. Mund und Gaumen registrieren diese Anklänge geschmacklich ebenso eindeutig. 

Dabei besitzt der 2017er Lemberger Rosé trocken ein intensives Volumen, ist fruchtig und mit einem trockenen Akzent versehen. Zudem ist der Wein elegant, da Frucht und Säure eine wunderbare Balance besitzen, die den Rosé außerordentlich animierend macht. Die langanhaltende Frische im Finish trägt zusätzlich dazu bei, dass man sich sofort auf den nächsten Schluck freut, wenn dieser exzellente Rosé die leichte Sommerküche begleitet. Köstlich! 

Der 2017er Lemberger Rosé trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

  Foto: Helga König
2016 Trollinger Trocken 

Nach den gelungenen Weiss- und Rosé-Weinen folgen nun die klassischen "Württemberger Roten" zur Verkostung. Da ist zunächst dieser 2016er Trollinger, der trocken ausgebaut wurde. Er gehört zur Edition "Rebsortenlinie". Trollinger ist eine der ganz klassischen roten Rebsorten die in Württemberg angebaut werden. Neben dem württembergischen Anbau-Gebiet ist die Traube noch hauptsächlich in Südtirol zu finden, wo sie unter dem Namen Vernatsch bekannt ist. Bereits die Römer haben diese Rebsorte an den Rhein gebracht, wo sie von dort ins württembergische Gebiet weiter gelangte. Trollinger ist im Weinbau-Gebiet Württemberg die meist angebaute Rebsorte. 

Die Winzer vom Weinsberger Tal geben alles, damit ein ganz erstklassiger Trollinger erzeugt werden kann. Dazu gehört neben der naturnahen Pflege der Weinberge der richtige Reb- und Laubschnitt, die reduzierende, selektive Lese der sehr zeitnahe Transport der Trauben in den Keller, wo sie dann sehr schonend verarbeitet werden. Dies ist die besondere Qualitäts-Garantie, ohne die ein solch außerordentlicher Wein, wie der hier verkostete 2016er Trollinger trocken nicht kreiert werden kann. Wie gelungen das Ergebnis ist, zeigt der 1. Platz beim Trollinger Wettbewerb der Württemberger Weingüter e.V. 

Im Glas besticht der 2016er Trollinger trocken in einer mitteldichten roten Farbe mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Hat bereits der Weisswein genügend Sauerstoff zur Belüftung benötigt, so gilt dies für einen Rotwein erst recht. Nur so kommen die dichten Aromen voll zur Geltung, zudem werden dem Wein und seinen Erzeugern dadurch der nötige Respekt entgegen gebracht. Jetzt zeigen sich Duftaromen, die an Wildkirschen erinnern und von einem leichten Muskatton begleitet wird. Im Mund und am Gaumen wird der Fruchtanklang geschmacklich bestätigt. 

Der 2016er Trollinger ist dicht, herzhaft und kernig im Geschmack und besitzt das nötige Volumen. Die angenehme Säure ergänzt die fruchtigen Aromen prächtig, sie gibt dem Trollinger die nötige Fülle und Harmonie. Der 2016er Trollinger trocken hat alles was der gestandene Württemberger als gutes "Viertele" braucht. Aber auch als Begleiter zu einer deftigen Vesper eignet er sich bestens. Grandios! Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 14 bis 18 Grad Celsius verkostet werden. 

2016 Lemberger Noblesse Trocken. 

Als zweiter Rotwein kommt dieser 2016er Lemberger trocken zur Verkostung. Er gehört zu den Weinen der Edition "Noblesse", die nur für die besten Weine der Winzer vom Weinberger Tal vorbehalten ist. Die Rebsorte Lemberger ist nicht minder eine Traube die fast ausschließlich in Württemberg in deutschen Weinbergen angebaut wird. Unter ihrem Namen Blaufränkisch wird die Lemberger-Traube nur häufiger in Österreich und Ungarn kultiviert. Der Ausbau des 2016er Lemberger trocken hat im großen Holzfass stattgefunden, nachdem er aus stark ertragsreduzierten alten Rebanlagen gelesen worden ist. 

Auch hier haben die Winzer vom Weinsberger Tal mit viel Herzblut und Akribie alles unternommen, damit sehr sortentypisches gesundes und hochreifes Traubengut zur Vinifizierung zustande kommen konnte. Der Kellermeister hat dann noch sein ganz spezielles Wissen und Können mit eingebracht, dass so ein exzellenter Lemberger entstehen konnte, der zu den Spitzenweinen in der Genossenschaft zu zählen ist. Der 2016er Lemberger trocken besitzt eine große Lagerfähigkeit, die durchaus 6 bis 8 Jahre betragen kann. Dabei reift er auf der Flasche nach, was ihm zusätzlich noch einen ausgewogeneren Geschmack gibt. 

Farblich überzeugt der 2016er Lemberger trocken mit einem kräftigen, dichten Rot. Auch hier bitte nicht die Beatmung des Rotweines vergessen, er revanchiert sich dann mit seiner ganzen Aromenfülle. Olfaktorische Anklänge an Kirschen und Beeren sind danach das Ergebnis, das die Nase wohlwollend aufnimmt. Begleitet werden diese Aromen in Mund und Gaumen geschmacklich von feinen Tanninen, die dem Rotwein zusätzlich Fülle und Substanz geben. 

Der 2016er Lemberger Trocken ist dicht, extraktreich und durchaus kraftvoll, dabei doch bereits jetzt rund und weich. Bei einem langen Nachhall zeigt sich noch einmal wie erhaben und überzeugend der Lemberger ist. Liebhaber eines großen Lembergers werden begeistert sein, denn der Wein hat alles was ein Spitzen-Lemberger zu bieten in der Lage sein muss. Chapeau! 

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius genossen werden. 

  Foto: Helga König
Nachdem wir jetzt die Weine der Winzer vom Weinsberger Tal mit Neugierde und beachtlicher Trinkfreude verkostet haben, hier unser Fazit: Alle Weine zeichnen sich durch ein besonderes Niveau und allerbeste Qualität aus. Dies liegt zum einen an den erstklassischen Lagen der Genossenschaft, deren Terroir sich bestens eignet solche Weine wie die hier verkosteten, etwa Weissburgunder, Sauvignon Blanc, Trollinger und Lemberger hervorzubringen. Zum anderen ist es natürlich auch das Wissen und Können der Winzer und des Kellermeisters, dass eine solche beachtenswerte Qualität entsteht. 

"Weine entstehen im Weinberg", dies ist die Philosophie die die Arbeit der Genossenschaft, Winzer im Weinsberger Tal prägt. Dies heißt aber auch, dass die geeigneten Rebsorten dort angepflanzt werden, wo sie optimale Wachstumschancen haben, dass Boden und Klima mit der Traubenart bestens harmoniert. Und dies ist bei den hier verkosteten Weinen absolut der Fall. Sie sind sortentypisch, besitzen ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter und überzeugen mit ihrem bemerkenswerten Geschmack. Um es kurz zu sagen, die Weine schmecken einfach gut. Und wir stehen mit unserer Meinung nicht allein, denn die Auszeichnungen und Prämierungen zeigen deutlich, dass die Weine der Winzer vom Weinsberger Tal immer wieder auch von anderen professionellen Verkostern, sowie dem Genuss-Magazin "Der Feinschmecker" sehr positiv getestet und vorgestellt wurden. 

Bleibt zum Schluss noch einmal der Hinweis auf das ganz besondere Preis-Leistungs-Verhältnis der Weine, denn gerade der bodenständige Genießer von erstklassigen Weinen ist darüber ganz bestimmt sehr erfreut. 

Maximal empfehlenswert.

 Peter J. und Helga König

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