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Heuchelberg Weingärtner e.G. 3 Weissweine und 3 Rotweine

 Foto: Helga König
Die schwäbische Winzergenossenschaft Heuchelberg Weingärtner in Schwaigern in der Nähe von Heilbronn ist vor über 90 Jahren entstanden im Jahre 1925, mit der Gründung der Weingärtnergenossenschaft Schwaigern eG. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich weitere Genossenschaften angeschlossen, etwa die Weingärtner von Kleingartach und Großgartach, von Stetten und Nordheim, sodass im Jahre 2008 die letztliche Umbenennung zu der heutigen Winzergenossenschaft Heuchelberg Weingärtner realisiert wurde.  Diese  umfasst 800 Mitglieder und eine Rebfläche von 623 ha.

Das Wahrzeichen der Genossenschaft ist der Turm der Heuchelberger Warte, einst ein Beobachtungsposten, heute ein beliebtes Ausflugsziel, hat man doch von hier aus einen wunderbaren Blick über fast das ganze Rebland der Heuchelheimer Weingärtner. Der Turm ist auch das Synonym für die Premium-Weine, die die Winzer der Genossenschaft erzeugen. Dabei wird nur gesundes und hochreifes Traubengut zur Vinifizierung verarbeitet, mit modernsten Gerätschaften und mit dem Bewusstsein der Erfahrung nach alter Tradition. Dazu gehört auch die möglichst schonende Verarbeitung im Keller, das ganze professionelle Können gut ausgebildeter Kellermeister, und die nötige Geduld die Weine in aller Ruhe heranreifen zu lassen. 

Auf die gleiche Weise entstehen auch die wunderbaren Weine in der Wein-Palais-Serie aus der angeschlossenen Weingärtnergenossenschaft Nordheim, die sich ebenfalls durch das höchste Niveau und mit einer ganz besonderen Qualität auszeichnen. Diese Qualität ist es, die sowohl die Weingärtner als auch die Kellermeister mit ganzem Engagement leitet, um Weine zu erzeugen, die charaktervoll, Terroir-betont und von einem ganz individuellen Geschmack sind. In diesem Sinn ist auch das kompromisslose Bemühen der Jungwinzer der Genossenschaft zu verstehen, die gut ausgebildet, nicht nur ganz hervorragende Weine kreieren, sondern auch ihm den Stellenwert geben, den er verdient. Dabei sehen die Jungwinzer im Wein ein einzigartiges Natur- und Kulturgut, das es mit großem Respekt und sehr nachhaltig gilt in das Bewusstsein der Menschen zu stellen, damit auch in Zukunft großartige Weine entstehen können. 

Die Heuchelberg Weingärtner e.G. kultiviert mehr als 20 verschiedene Rebsorten. Da sind natürlich die klassischen württembergischen Weine, wie Trollinger, Lemberger und Samtrot, aber auch Spätburgunder, Acolon, Dornfelder und Schwarzriesling als Rotweine und im Weißwein-Bereich sind es Chardonnay, Gewürztraminer, Grauburgunder, Kerner, Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. Hinzu kommen noch Rosé, Weißherbst und Blanc de Noir, zudem werden erstklassige Sekte und Secco erzeugt. Wenn es die Natur zulässt und die nötigen Kältegrade vorhanden sind, dann werden von den Heuchelheimer Weingärtnern Trauben gelesen, wie etwa beim Jahrgang 2015, die bis zu 186 Grad Öchsle aufgewiesen haben und so ein Eiswein entstanden ist, der nicht nur den höchsten Ansprüchen genügt, sondern dementsprechend auch besonders prämiert wurde. So viel darf bereits vorweg gesagt werden, bevor die Verkostung der 6 Weine der Heuchelberg Weingärtner beginnt, sie alle verfügen über ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

 Foto: Helga König
2017 Grauburgunder feinherb

Beginnen wollen wir unsere kleine aber feine Verkostungsreihe durch den Keller der Heuchelberg Weingärtner e.G. mit diesem jungen 2017er Grauburgunder, der feinherb ausgebaut wurde. Der Wein stammt aus der angeschlossenen Genossenschaft Wein Palais Nordheim, die im Jahre 2004 mit den Heuchelberg Weingärtnern fusioniert hat. Hier sind ganz außerordentliche Weinlagen zu finden, sie gehören, wie auch die anderen Lagen der Genossenschaft zu den besten, die in Württemberg existieren. Terroir, naturnahe Bewirtschaftung der Weinberge, selektive Lese und die schonende Verarbeitung im Keller sind die Qualitätskriterien, die solche Weine entstehen lassen, wie der hier verkostete 2017er Grauburgunder feinherb, der wie alle Weine der Wein Palais Serie vollreifes, kabinettfähiges Lesegut als Grundlage hat. In der Genossenschaft werden sie als Rebsortenweine geführt

Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die ein Wein niemals verkostet werden sollte, gilt es ihm genügend Sauerstoff zu gönnen. Danach nimmt die Nase intensive Anklänge nach Birnen und Zitrusfrüchte wahr. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich wunderbar bestätigt. Die richtige Säure sorgt dabei dafür, dass der feinherbe Ausbau des 2017er Grauburgunders nicht zu dominant wird, sondern insgesamt bestens ausbalanciert ist. So punktet der Wein mit einem langen Abgang, der neben der Frucht und der angenehmen Säure auch noch die begehrte Frische besitzt. Großartig!

Der 2017er Grauburgunder feinherb hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 


2016 Sauvignon Blanc trocken 

Als nächster Wein steht dieser 2016er Sauvignon Blanc an, der trocken ausgebaut wurde. Auch er wurde in den besonderen Weingärten von Nordheim angebaut und entsprechend unter der Rubrik Wein Palais Nordheim gelistet. Dabei handelt es sich einen Premium-Wein dieser Serie. Die Trauben haben Spätlese-Qualität und sind zu einem Spitzen-Wein vinifiziert worden. Neben dem ausgesuchten Rebgut sind es die selektive Handlese und der besonders schonende Ausbau im Keller, der einen Wein von ganz außerordentlicher Qualität entstehen ließ. Sauvignon Blanc ist die zweitwichtigste Weißweinsorte weltweit nach Chardonnay. Ihren Ursprung hat die Rebsorte im Loire-Tal, wo daraus solche berühmten Weine wie etwa Sancerre und Pouilly-Fumé entstehen. Aber auch hierzulande gibt es großartige Weine dieser Rebsorte, wie dieser 2016er Sauvignon Blanc trocken. Farblich präsentiert sich der Wein in einem brillanten Hellgelb im Glas. 

Auch jetzt zunächst den Sauvignon genügend Sauerstoff atmen lassen, damit er sein gesamtes Potential entfalten kann. Danach registriert die Nase Duftaromen, die an  weiße Johannis- und Stachelbeeren erinnern, ebenso grünen Paprika. In Mund und Gaumen zeigen sich die Fruchtanklänge bestätigt, wobei die bestens korrespondierende Säure, die Fruchtaromen optimal trägt und so ein wunderbares Frucht-Säure-Spiel entsteht. 

Der 2016er Sauvignon Blanc ist sehr intensiv im Geschmack, verfügt über einen kraftvollen Körper, ist vielschichtig, frisch und elegant und überzeugt mit einem langen Nachhall. Absolut top!

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

  Foto: Helga König
2016 Chardonnay trocken Im Eichenfass gereift 

Zur Verkostung steht nun dieser 2016er Chardonnay trocken an. Auch dieser Wein stammt von der Edition Wein Palais Nordheim und gehört zu den Premium-Weinen der Heuchelberg Weingärtner. Das Traubengut zu diesem trockenen Wein ist spätlesegeeignet, die Trauben selbst wurden in hochreifem und gesunden Zustand geerntet, von Hand selektiert und sofort danach zur schonenden Pressung in den Keller gebracht und dort weiter verarbeitet. 

Der 2016er Chardonnay hat seine endgültige Reife im Eichenfass erhalten, wo er in aller Ruhe sich optimal entwickeln konnte. Neben der akribischen Pflege der Reben im Weinberg hat der Kellermeister sein ganzes Wissen und seine Erfahrung eingebracht, damit hier ein ganz außerordentlicher 2016er Chardonnay trocken entstanden ist. Im Glas überzeugt der Wein das Auge zunächst mit einer animierenden hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die nötige Belüftung des Weins, denn auch so wird ihm und seinen Erzeugern der nötige Respekt zuteil. 

In der Nase zeigen sich danach Anklänge, die an Pfirsich und Zitrus, aber auch an tropische Früchte erinnern. Der Ausbau im Eichenfass hat zusätzliche Holz- und angenehme Vanillenoten gebracht. Die Fruchtaromen werden geschmacklich im Mund und am Gaumen intensiv bestätigt und durch die tragende Säure ergänzt. So ist ein exzellenter Frucht-Säure-Bogen entstanden, der viel Fülle und einen animierenden Geschmack und einen feinen Schmelz aufweist. 

Der 2016er Chardonnay trocken ist dicht, besitzt einen kräftigen Körper und ein beeindruckendes Volumen, das durch den Ausbau im Holzfass noch extraktreicher ist. Dieser Wein begeistert auf Anhieb, wozu auch das lange sehr beindruckende Finish mit seiner angenehmen Frische außerdem noch viel dazu beträgt. Wunderbar!

Der 2016er Chardonnay trocken hat 13,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

  Foto: Helga König
2015 Trollinger trocken 

Mit der vielleicht authentischsten Rebsorte der Württemberger, dem Trollinger, beginnt der Einstieg zu drei ganz exzellenten Rotweinen der Heuchelberg Weingärtner. Auch dieser 2015er Trollinger, trocken ausgebaut, stammt aus der Edition Wein Palais Nordheim. Das Traubengut ist in den besten Lagen der Genossenschaft gewachsen, hier eignet sich das Terroir ganz hervorragend für einen Spitzen-Trollinger. Dazu wurde nur vollreifes, kabinettfähiges Lesegut geerntet. Dieses ist die Grundlage für alle Rebsortenweine der Wein Palais Serie und eben auch für diesen 2015er Trollinger trocken. 

Trollinger ist eine uralte Rebsorte, die schon von den Römern an den Rhein und dann ins Neckartal gebracht wurde. Hauptanbau-Gebiet ist neben den württembergischen Lagen das Anbau-Gebiet Südtirol, wo die Rebe auch ursprünglich herkommt. Trollinger ist in Württemberg die am häufigsten angebaute Traubenart und der Stellenwert ist deshalb "im Ländle" ganz besonders hoch. Farblich präsentiert sich der 2015er trockene Trollinger in einem sehr ansprechenden Rubinrot. 

Hat der Weisswein bereits genügend Sauerstoff benötigt, um sich richtig zu entfalten, so gilt dies für einen Rotwein erst recht, hauptsächlich wenn er so exzellent ist, wie der hier verkostete Trollinger. Olfaktorisch überzeugt der Wein jetzt mit feinen Duftnoten nach Wildkirschen und Muskatnuss. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und durch eine gut eingebundene Säure ergänzt. 

Der 2015er Trollinger trocken hat einen sehr animierenden, runden und vollen Geschmack, ist zudem noch frisch, fruchtig, würzig und markant und mit einem langen Nachhall ausgestattet. Absolut ein Trinkvergnügen dieser großartige Trollinger. Hut ab! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 14 bis 16 Grad Celsius genossen werden. 

2015 Merlot trocken  Im Eichenfass gereift 

Als nächster Top-Rotwein wird nun dieser 2015er Merlot trocken verkostet. Im Wein Palais Nordheim wird er unter der Rubrik Premiumweine geführt. Seine Reife erhielt der 2015er Merlot trocken im großen Holzfass, wo er in aller Ruhe sich entwickeln konnte. Die Trauben, von der Qualität durchaus Spätlese-geeignet, wurden selektiert per Hand gelesen und auf der Maische vergoren. 

Die Vinifizierung hat äußerst schonend stattgefunden, damit eine solche Spitzen-Qualität entsteht. Merlot ist eine französische Rotweintraube die aus der Gegend von Bordeaux stammt. Legendäre Weine dieser Rebsorte entstehen in der Wein-Region Saint-Émilion und Pomerol, um nur Petrus und Le Pin zu nennen. Merlot ist nach Cabernet Sauvignon der zweithäufigst angebaute Rotweinsorte mit zunehmender Tendenz auch hierzulande. Als mediterrane Traubenart werden die Qualitätschancen des Merlot durch den Klimawandel in Deutschland zunehmend optimaler. So kann auch in Württemberg in den besten Lagen des Wein Palais Nordheim ein solcher Top-Merlot gedeihen. 

Im Glas überzeugt der Wein farblich mit einem intensiven Dunkelrot, wobei gleich erkennbar ist wie dicht der Wein daherkommt. Auch jetzt bitte nicht den Sauerstoff vergessen, denn gerade durch den Ausbau im Holzfass benötigt er diesen, um sich ganz zu öffnen. Wunderbare Anklänge in der Nase, die an Kirschen, Pflaumen, dunkle Beeren- und Kräuteraromen erinnern, lassen olfaktorisch erahnen, welche fruchtige Vielfalt dieser 2015er Merlot trocken besitzt. Im Mund und am Gaumen werden die Fruchtaromen geschmacklich bestätigt und durch die richtige Säure ergänzt. Der Wein ist extraktreich, durchaus komplex, kraftvoll und von einer beindruckenden Fülle. Durch die weiche Gerbstoffstruktur wird das geschmackliche Potential zudem erweitert. Dabei ist der Merlot körperreich, ausdrucksstark und doch dabei rund und ausbalanciert und mit einem nicht enden wollenden Nachhall versehen. Liebhaber eines optimalen Merlot werden entzückt sein. Trinkfreude pur! 

Der Wein hat kräftige 14% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden. 

  Foto: Helga König
2015 Cuvée Rot trocken Im Barrique gereift 

Ein absolutes Highlight der Weine der Heuchelberg Weingärtner aus der Edition Wein Palais Nordheim wird mit dieser 2015er Cuvée trocken verkostet. Diese Cuvée wurde aus den Rebsorten Lemberger, Samtrot, Dornfelder und Merlot vinifiziert und nach der sorgsamen Gärung auf der Maische hat der Wein im kleinen Eichenholzfass in aller Ruhe heranreifen können. Dabei wurde an das Lesegut die höchsten Anforderungen gestellt, nur hochreifes, gesundes Rebgut wurde selektiert per Hand gelesen. Dies und der schonende Ausbau im Keller sind die entscheidenden Qualitätskriterien, ohne die eine solche Ausnahme-Cuvée nicht zustande kommt. Hier muss alles auf höchstem Niveau stimmen, damit der Wein bevor er im Barrique ausgebaut wird bereits eine optimale Qualität besitzen. Die Reifung im Barrique gibt ihm ein zusätzliches Volumen und die Röstaromen ergänzen sich geschmacklich fabelhaft mit der intensiven Frucht. Nur so kommen solche Pretiosen zustande, wie die hier verkostete 2015er Cuvée trocken. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einem tiefen Dunkelrot. Bitte auch hier nicht die Belüftung des Weines vergessen, damit die Gerbstoffe die wunderbaren Frucht-Nuancen freigeben können. Die Nase hat jetzt das Vergnügen überzeugende Anklänge an intensive Beerenfrucht, Pflaumen und eine feine Kräuternote wahrzunehmen. Im Mund und am Gaumen findet die entsprechende geschmackliche Bestätigung statt. Zu dem großartigen Volumen und der Opulenz tragen sowohl die feinen Tannine als auch die Röstaromen bei, die der Cuvée eine außerordentliche Fülle verleihen. Der Wein hat eine beindruckende Struktur, ist sehr komplex und ist zudem mit einem kraftvollen Körper versehen. 

Alles zusammen punktet mit einer sehr ausgewogenen Balance, zu der sich noch eine opulente Tiefe hinzu gesellt. Dabei verführt die 2015er Cuvée trocken mit einem besonders langen Nachhall, wo alle Komponenten noch einmal Revue passieren, beindruckende Frucht, feine Tannine, gut eingebundene Säure und zarte Röstaromen. Zudem ist die Cuvée bereits jetzt sehr weich und rund und der Ausbau im Barrique wird zusätzlich dafür sorgen, dass der Wein weiterhin auf der Flasche sein hohes geschmackliches Niveau noch weiterhin steigert. Auf dem Zenit angekommen, wird er durch seine Lagerfähigkeit von 8 bis 10 Jahren seine Verkoster noch besonders lange entzücken. Chapeau! 

Nachdem wir jetzt die 3 Weissweine und 3 Rotweine von den Heuchelberg Weingärtnern mit viel Freude und großem Respekt verkostet haben, hier unser Fazit:

Alle Weine überzeugen mit höchstem Niveau und allerbester Qualität. Sie sind individuell, besitzen einen eigenen, sehr ausgeprägten Charakter und sind dabei Terroir-betont, wobei es die Heuchelberger Winzer optimal verstanden haben, die geeignetsten Rebsorten mit dem richtigen Terroir zu verbinden. So sind Weine entstanden, die Premuim-Qualität besitzen und dies gilt sowohl für den Grauburgunder, den Sauvignon Blanc als auch den Chardonnay bei den Weissweinen. Sie alle sind sortentypisch und von einem exzellenten Geschmack. Die Roten haben uns ebenfalls angenehm überrascht, denn angefangen bei dem sehr animierenden Trollinger, über den Merlot, der komplett begeistert hat, bis hin zu der wunderbaren Cuvée, die man nur als großen Wein bezeichnen kann, solche Spitzenweine verdienen uneingeschränkte Anerkennung. Kurzum, sie schmecken alle phantastisch, was nicht so ganz überrascht, wenn man weiß, dass sie mit in den besten Weinbergen von Württemberg gewachsen sind. Aber auch dann müssen sie erst einmal auf die Flasche gebracht werden, damit beim Verkosten diese große Freude aufkommt, wie wir sie hier erleben durften. Für uns zählt aus diesem Grund die Genossenschaft Heuchelberg Weingärtner zu den besten in ganz Württemberg. 

Deshalb: Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zur  Winzergenossenschaft Heuchelberg Weingärtner e.G. und können den Wein dort bestellen. https://www.heuchelberg.de/

Bickensohler Weinvogtei e.G. Kaiserstuhl 5 Weissweine und 1 Rotwein

 Foto: Helga König
Die Bickensohler Weinvogtei e.G.  ist im wunderschönen Kaiserstuhl zu finden. Als Ortsteil der Gemeinde Vogtsburg hat die Winzer-Gemeinde eine fast tausendjährige Geschichte in Sachen Weinbau. Der pittoreske Ort, der im südwestlichen Kaiserstuhl beheimatet ist, wird umrahmt von dieser typischen Terrassenlandschaft, die das Ambiente des Kaiserstuhls prägt und wo diese ganz besonderen Weine wachsen, deren exzellenter Ruf weit über die nationalen Grenzen hinausgeht. In denen nach Süden und Südwesten ausgerichteten Weinbergen wachsen auf warmen Löss und feurigem Vulkangestein neben verschiedenen Rebsorten mit Abstand am häufigsten Weine aus Burgunder-Sorten.

In der Gemarkung Bickensohl sind Dreiviertel der Flächen mit Burgunder-Reben bestockt, denn hier sind die Bedingungen für Weiß- und Grauburgunder als Ausnahme-Weißweine ideal und der rote Spätburgunder gedeiht hier grandios. Heute werden in der Genossenschaft 135 ha Rebfläche bewirtschaftet, wobei die Sortenstruktur wie folgt ist: Spätburgunder 35%, Müller-Thurgau 14%, Grauer Burgunder 27%, Weißburgunder 17% und Silvaner, Riesling, Muskateller, Gewürztraminer und sonstige Rebsorten 7%. 

Das Klima Vorort ist feuchtwarm, mit milden Wintern und heißen Sommertagen, geradezu mediterran. Der Kaiserstuhl gilt als Deutschlands wärmste und regenärmste Region, ganz ideal für den Anbau von Burgundersorten. Ca. 60% der Weine werden klassisch trocken ausgebaut, ca.34% halbtrocken und ca. 6% edelsüss. Die Spitzenlagen der Bickensohler Weinvogtei sind "Herrenstück" und "Steinfelsen". 

Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus fruchtbarem Lössboden und mineralstoffreichem Vulkanverwitterungsgestein, sodass ein terroir-typischer Grauburgunder heranreift, der jedem nationalen und internationalen Vergleich nicht nur standhält, sondern sich immer mit an der Spitze behauptet. Dies hat natürlich etwas mit dem idealen Terroir zu tun, aber nicht minder mit dem unermüdlichen Engagement der Genossenschafts-Winzer, die bei selektiver Handlese nur gesundes und hochreifes Traubengut ernten. Aber auch die Ertragsreduzierung gehört neben dem qualifizierten Ausbau im Keller von Kellermeister Michael Jäger zu den entscheidenden Kriterien der hier erzeugten absoluten Weinqualität.

In Bickensohl hat der Siegeszug des Grauburgunders nach der Methode des heutigen trockenen Ausbaus als erste Genossenschaft am Kaiserstuhl Anfang der 1980iger Jahre begonnen. Es war der damalige Geschäftsführer der WG Bickensohl Christian Henninger, der, nachdem der traditionell süß und schwer ausgebaute Ruländer(Grauburgunder) beim Verbraucher an Attraktivität verloren hatte, sich in Frankreich an der Loire, der Garonne und in der Dordogne einen Überblick verschafft hat, wie dort die Pinot fruchtig-frisch ausgebaut wurden. Ruländer, der wie Pinot aus der Burgunderfamilie stammt, ließe sich wie diese in Frankreich trocken ausbauen, mutmaßte Christian Henninger und begann in Bickensohl die Grauburgunder(Ruländer) entsprechend zu vinifizieren. Nach anfänglicher Skepsis folgten ihm die Winzer am gesamten Kaiserstuhl, die einzigartige Erfolgsgeschichte des trockenen Grauburgunder nahm ihren Lauf.

Jedes Jahr wieder werden speziell die Grauburgunder der Bickensohler Genossenschaft mit den höchsten Prämierungen ausgezeichnet, sowohl national als auch international. Zahlreiche Ehrenpreise in Gold und Silber des Badischen Weinbauverbands schmücken die Weine der Bickensohler Weinvogtei, genauso wie die Gold- und Silbermedaille beim internationalen Weinwettbewerb "Mondials des Pinots" in Sierre in der Schweiz. Dass sich die spitzenmäßigen Grauburgunder auch großartig nach der Methode der traditionellen Flaschengärung versekten lassen, zeigt, dass beim "Meininger Deutscher Sektpreis 2017" es der Bickensohler "Kühler Morgen" Grauer Burgundersekt b.A. trocken geschafft hat von 501 verkosteten Sekten mit 90 Punkten mit ganz vorne an der Spitze sich zu platzieren. All dies bestätigt, dass die Weine von der Weinvogtei großartig und einzigartig sind. Und dabei demonstriert das erstaunliche Preis-Leistungs-Verhältnis, dass man für Spitzenweine aus Bickensohl keine Phantasie-Preise zahlen muss. 

Foto: Helga König
2017 Bickensohler M-T fresh Müller-Thurgau QbA Trocken 

Beginnen wollen wir mit unserem Streifzug durch den Keller der Bickensohler Weinvogtei mit diesem 2017er Müller-Thurgau, der trocken ausgebaut wurde. Müller-Thurgau ist eine Weißweinsorte, die auch unter dem geschützten Namen "Rivaner" geführt wird. Der Schweizer Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau hat sie 1882 in der Versuchsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet, aus den Rebsorten Riesling und der eher unbekannten Madelaine Royale Rebe. Heute gilt Müller-Thurgau weltweit als die erfolgreichste Weißweinneuzüchtung. 

Gewachsen sind die Trauben zu diesem 2017er Müller-Thurgau "fresh" in den besonderen Lagen der Bickensohler Genossenschaft, wo die Bodenbeschaffenheit aus Vulkangestein und Löss besteht. Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, sollte der Müller-Thurgau zunächst mit genügend Sauerstoff vermählt werden, damit er sich komplett entfalten kann.

Jetzt zeigen sich feine Duft-Anklänge, die an Mango, Maracuja und Zitrusfrüchte erinnern. Im Mund und am Gaumen werden diese Aromen geschmacklich bestätigt und durch eine wunderbar eingebundene Säure getragen. So kommt ein animierender Frucht-Säure-Bogen zustande, der sich bis in den langen Abgang hinzieht. Der 2017er M-T fresh ist dabei ausdrucksstark und ganz besonders frisch, ist er doch als ganz neuer Jahrgang 2017 noch nicht sehr lange auf der Flasche. Der Wein eignet sich vorzüglich als tägliches Glas Wein zur Erbauung, als Begleiter zu Spargel, Salaten und leichten Speisen ist er ideal. Großartig! 

Der 2017er Bickensohler Müller-Thurgau trocken hat moderate 11% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Bickensohler „Kühler Morgen“ Weißer Burgunder QbA Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Weißburgunder trocken, ein Wein aus der Burgunder-Familie, der in den Lagen der Bickensohler Weinvogtei ein absolut exzellentes Terroir vorfindet. Da ist zunächst die Bodenbeschaffenheit aus Löss und Vulkangestein. Die klimatischen Bedingungen im Kaiserstuhl sind hierzulande nahezu einzigartig, geben es hier doch die meisten Sonnenstunden deutschlandweit und damit die Gewähr, dass bestes, gesundes Traubengut hochreif heranwachsen kann. Tagsüber sorgt das warme, trockene Klima für die geeignete Reife der Trauben, während nachts eine kühle Brise speziell den Weissweinen die richtige, unabdingbare Säure verschafft. So entsteht ein großartiger Weisser Burgunder wie dieser 2016er Bickensohler "Kühler Morgen" QbA trocken. 

Farblich präsentiert sich der Wein im Glas in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch hier bitte die Belüftung des Weißburgunders mit Sauerstoff nicht vergessen! Die Nase hat jetzt das Vergnügen wunderbare Aromen nach Grünem Apfel und Zitrus wahrzunehmen. Mund und Gaumen bestätigen auf das Angenehmste geschmacklich die olfaktorischen Anklänge. Dabei unterstützt eine leichte Fruchtsüße die kernige Säure, sodass ein gelungenes Frucht-Säure-Spiel sich entwickelt hat.

Der 2016er Weißburgunder trocken ist intensiv im Geschmack, punktet mit der nötigen Frische, die ein solch großartiger Weisser Burgunder einfach benötigt, damit er komplett überzeugt und geschmacklich animiert. Der lange Nachhall sorgt dafür, alle Nuancen noch einmal intensiv zu erleben und sich auf den nächsten Schluck zu freuen. Im Kreis lieber Freunde ist der 2016er "Kühler Morgen" Weißburgunder trocken ideal, bleibt es doch nicht bei einer Flasche, dafür schmeckt der Wein einfach zu gut. 

Als Essensbegleiter zu Spargel, hellem Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten passt er auch ganz hervorragend. Wunderbar! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

 Foto: Helga König
2016 Bickensohler Herrenstück Grauer Burgunder QbA Trocken 

Weiter geht es mit diesem herausragenden Lagen-Grauburgunder aus der Spitzenlage der Genossenschaft, dem Bickensohler Herrenstück. Wie überall im Kaiserstuhl findet sich überwiegend Vulkangestein und Löss bei der Bodenbeschaffenheit der Weinberge. Diese Böden sind sehr fruchtbar und überaus mineralstoffreich und ganz speziell geeignet für den Anbau herausragender Burgunder-Weine. Damit ein solcher top-qualitativer Grauburgunder zustande kommt, bedarf es natürlich der naturnahen Weinbergspflege, dem geeigneten Laub- und Rebschnitt, der selektiven Handlese, dem zeitnahen Transport in den Keller und die äußerst schonende Verarbeitung des Traubenguts dort.

Dies alles gewährleisten die Winzerinnen und Winzer der WG, denn nichts liegt ihnen mehr am Herzen als die allerbeste Qualität ihrer Weine. Im Glas zeigt der 2016er Bickensohler Herrenstück Grauburgunder trocken sich in einer sonnengelben Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier der Hinweis zunächst auf die richtige Beatmung des Weins. Wunderbare Anklänge an Birnen-und Honigaromen beglücken die Nase. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen sehr deutlich ebenfalls geschmacklich registriert. Dabei ist es gerade die besondere, angenehme Säure, die dem Grauburgunder den überzeugenden geschmacklichen Auftritt verleiht. Der Wein ist kraftvoll, fruchtbetont und angenehm frisch und mit einem langen gut ausbalancierten Abgang versehen.

Dieser 2016er Lagen-Grauburgunder zeigt die ganze Klasse der Weine der Bickensohler Weinvogtei, demonstriert er doch wie typisch-Terroir-betont er ist und wie wunderbar er schmeckt. Top!

Der 2016er Bickensohler Herrenstück Grauer Burgunder QbA trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

2016 Bickensohler Vulkanfelsen Gewürztraminer Kabinett Trocken 

Es folgt nun dieser Prädikatswein der Stufe Kabinett aus der Rebsorte Gewürztraminer. Die Trauben zu diesem Wein stammen aus einer anderen Spitzenlage der Weinvogtei, dem Bickensohler Vulkanfelsen. Wie der Name der erstklassigen Lage es bereits andeutet, bestehen die Böden aus mineralstoffreichem Vulkanverwitterungsgestein und Löss, beides bestens geeignet auch für einen optimalen Wein der Rebsorte Gewürztraminer. Bekannt als Roter oder Gelber Traminer ist er in Baden auch unter der Bezeichnung Klevner bzw. Clevner zugelassen. Seinen Namen hat die Traube von dem Weinort Tramin in Südtirol, wo sie schon im 11.Jahrhundert urkundlich erwähnt worden ist. Ihr Ursprung ist jedoch viel älter, stammt sie doch wahrscheinlich aus Südosteuropa oder möglicherweise aus Ägypten.

Der hier verkostete 2016er Bickensohler Vulkanfelsen Gewürztraminer Kabinett wurde trocken ausgebaut. Farblich präsentiert sich der Wein im Glas in einem leichten Honiggelb mit brillanten Reflexen. Bitte auch jetzt den Gewürztraminer richtig belüften. Olfaktorisch überzeugt der Wein danach mit feinen Duft-Anklängen nach Flieder, Rosen und Muskat, ebenso mit Nuancen von Litschi. Mund und Gaumen bestätigen die Fruchtaromen geschmacklich, wozu sich noch eine leichte Zitrusnote gesellt.

Getragen werden die Aromen von der richtigen Säure, die so einen Wein entstehen lässt, der sowohl elegant als auch saftig ist. Der Ausbau als Kabinett sorgt zusätzlich für eine angenehme Fruchtsüße, die bestens von der geeigneten Säure eingebunden ist, sodass so der Wein die optimale Balance vorweisen kann. Als Begleiter zu Käse vorzüglich, ist der 2016er Bickensohler Vulkanfelsen Gewürztraminer Kabinett trocken auch als Aperitif höchst willkommen. Absolut überzeugend!

Der Wein hat 12,55 vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

 Foto: Helga König
2016 Bickensohler Steinfelsen Grauer Burgunder Spätlese Trocken „S-Klasse“ 

Als abschließender Grauburgunder kommt nun dieses absolute High-Light der Bickensohler Weinvogtei zur Verkostung, dem 2016er Bickensohler Steinfelsen trocken, ein Prädikatswein in Spätlese-Qualität. In der höchsten Qualifizierungs-Stufe der Genossenschaft als Selection der Spitzenklasse, stammen die Trauben aus alten, ertragsreduzierten Rebanlagen, die im "Bickensohler Steinfelsen" gewachsen sind. Dabei ist der Höchstertrag auf 38 hl pro ha reduziert.

Neben der Lage "Herrenstück" ist der "Bickensohler Steinfelsen" das Optimalste an Terroir, was den Bickensohler Genossenschafts-Winzern zur Verfügung steht. Dass hier ausschließlich prämierte Spitzen-Grauburgunder wachsen, hat mit den besten Bedingungen der Natur zum Weinbau zu tun, aber auch mit dem ganzen Herzblut, mit dem die Winzer ihre Weinberge pflegen und ihre Rebenpflanzungen betreuen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht, die Weine sind einfach grandios, ihr Geschmack einzigartig.

Dazu trägt auch der Ausbau im Keller bei, denn Kellermeister Michael Jäger, der verantwortlich für die optimale Reife ist, sorgt durch die Lagerung im großen Eichenholzfass für den charakteristischen Schliff, zumal der Grauburgunder durchgegoren mit einem Restzuckergehalt von unter 3 Gramm pro Liter trocken ausgebaut wurde. Farblich präsentiert sich die 2016er Grauer Burgunder "SK" Spätlese trocken in einem brillanten Hellgelb im Glas.

Ein solcher Top-Wein benötigt einfach Sauerstoff, damit er sein ganzes Potential entfalten kann. Sodann zeigen sich intensive Duftnoten in der Nase, die ausgiebig an Melonen- und Quittenaromen erinnern. Welche Freude diese Anklänge nicht minder intensiv geschmacklich im Mund und am Gaumen zu genießen. Die Spätlese punktet natürlich zunächst mit einer spürbaren Fruchtsüße, die aber optimal von der prächtigen, bestens ausbalancierten Säure eingebunden ist, um schließlich den idealen geschmacklichen Mix zu ermöglichen.

Der 2014er Grauburgunder "SK" ist intensiv, von voluminöser Struktur, dabei doch sehr elegant und überaus animierend. Bei einem langen, feinherben Nachhall zeigt sich noch einmal, wie gelungen, präsent und charaktervoll dieser edle Grauburgunder ist, einfach ganz wunderbar. Chapeau!

Die 2016er Bickensohler Steinfelsen Grauer Burgunder Spätlese trocken "Selections-Klasse" hat 13,5% vol/alc und sollte bei 10 Grad Celsius genossen werden.

2014 Bickensohler Steinfelsen Spätburgunder Rotwein QbA trocken "SC-Edition"

Zum Schluss unserer kleinen, wunderbaren Verkostungsreihe steht dieser 2014 Spätburgunder QbA trocken an. Er wird in der Weinvogtei unter der Rubrik "SC-Edition" geführt. Hier gibt es ganz ausgesuchte Weine, deren Niveau und Qualität außerordentlich sind. Dies zeigt schon allein die Lage, in der das Traubengut zu diesem Spitzen-Spätburgunder gewachsen ist. Es ist der "Bickensohler Steinfelsen", der als Ausnahme-Lage der Weinvogtei ganz große Weine hervorbringt, wie die zuvor verkostete Grauburgunder Spätlese. Dass in den Terrassenlagen von Bickensohl ein optimales Terroir speziell für Weine der Rebsorte Burgunder existiert, darauf wurde bereits zuvor mehrmals hingewiesen. Da ist es nicht verwunderlich, dass ein solch exzellenter Rotwein, wie der hier verkostete 2016er Bickensohler Steinfelsen Spätburgunder trocken in der "SC-Edition" ebenfalls in der dieser Spitzenlage kultiviert wurde.

Im Glas zeigt sich der 2014er Spätburgunder "SC-Edition" in einem tiefen Burgunderrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Haben bereits die Weissweine die richtige Belüftung benötigt, so gilt dies für einen Rotwein erst recht, zumal wenn es ein solcher Spitzen-Spätburgunder ist.

Im Duft zeigen sich jetzt intensive dunkle Beerennoten nach Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und reifen Himbeeren in der Nase, ebenso leichte Raucharomen. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestens bestätigt und durch gut eingebundene Tannine prächtig ergänzt. Sie geben dem Spätburgunder zusätzlich zu der Frucht ein besonderes Volumen und die nötige Tiefe. Der Wein ist durchaus komplex, besitzt einen ganz eigenen Terroir-bedingten Charakter, hat eine entsprechende Fülle und viel Substanz. Er verkörpert den ganz speziellen Typus eines großartigen Spätburgunders vom Kaiserstuhl, der einfach wunderbar schmeckt. Sein charaktervoller, animierender Abgang sorgt dafür, dass die langanhaltende Trinkfreude einfach nur begeistert. Superb!

Der 2014er Bickensohler Steinfelsen Spätburgunder QbA trocken „SC-Edition“ hat 13% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius ebenfalls genossen werden.

Nachdem wir jetzt die 5 Weissweine und den Rotwein von der Bickensohler Weinvogtei mit viel Freude verkostet haben, hier unser Fazit:

Ob Müller-Thurgau, der Gewürztraminer, der Weißburgunder, die zwei Grauburgunder oder auch der abschließende Spätburgunder, alle Weine sind von höchstem Niveau und von allerbester Qualität. Voraussetzung sind natürlich die prächtigen, geradezu einzigartigen Lagen, auf die die Bickensohler Weinvogtei mit Recht stolz sein kann. Denn bekanntlich ohne das optimale Terroir gibt es keine Spitzenweine. Aber dann gehört auch die akribische Behandlung der Weinberge, den Rebpflanzungen, die selektive Handlese und die schonende Vinifizierung im Keller dazu, und nicht zu vergessen, das traditionelle Wissen und das Können des Ausbaus durch modernes Gerät. 

Nur so kommen Spitzenweine zustande und mit Kellermeister Michael Jäger ist ein wahrer Könner des Weinmachens am Werk. Ebenso geben alle Winzerinnen und Winzer ihr Bestes, damit diese Weine zustande kommen, die immer wieder Spitzenplätze bei professionellen Verkostungen erreichen, ob in Baden, in Deutschland oder auf internationalem Parkett. Dabei nimmt gerade der Grauburgunder eine ganz hervorgehobene Stellung ein. Die Liste der Auszeichnungen und der Medaillenspiegel der Weine der Bickensohler Weinvogtei ist lang und wiederholt sich jedes Jahr aufs Neue. Entsprechend ist die Zahl der Liebhaber der Genossenschaftsweine ebenso groß, denn alle Weine haben eins gemeinsam ein wunderbares Preis-Leistungs-Verhältnis und einen Geschmack der einfach nur begeistert. 

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zur Bickensohler Weinvogtei und können dort den Wein bestellen. http://www.bickensohler.de/index.php?mid=28

Mövenpick-Wein 2 Weissweine und 4 Rotweine von 6 verschiedenen Spitzen-Weingütern aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und Argentinien

 Helga König
Mövenpick Wein ist eines der führenden Unternehmen in Deutschland und in der Schweiz, deren Anspruch es ist, beste Weine aus allen bekannten Weinregionen weltweit zu vermarkten. Dabei betreibt Mövenpick Wein allein in Deutschland zehn Handels- und Verkostungscenter in den Städten: Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Insgesamt verfügt das Unternehmen über mehr als 40 Weinkeller und Weinbars weltweit, ist Tochtergesellschaft der Mövenpick-Group, die auch durch ihre Spitzen-Hotellerie und Ausnahme–Gastronomie bekannt ist. 

Der Anspruch des Unternehmens Mövenpick Wein als Betreiber des Weinfachhandels ist es, aus allen Provenienzen weltweit die führenden Weingüter mit ihren jeweils besten Weinen zu finden und vorzustellen. Neben den sehr ansprechenden Mövenpick-Weinkellern mit ihrem täglichen Verkostungsangebot und ihrer kompetenten Beratung kann der Weinliebhaber auch jederzeit im sehr übersichtlich konzipierten Online Shop bequem von zuhause, aus einem höchst umfangreichen Angebot den Wein bestellen, den er bevorzugt und schon des Öfteren verkostet hat. Ebenso spannend ist es jedoch, im Mövenpick-Online Shop sich auf eine große Weinreise zu begeben. 

Dabei wird er Weine kennenlernen, von denen er bislang kaum etwas gehört hat, deren Qualität jedoch überragend ist. Das ausgiebige Studium erweitert die Perspektive der persönlichen Wein-Kenntnis und die Folge wird sein, dass man sich mit neuen Rebsorten und Weinregionen befasst, die das Erlebnis Wein und das Kennenlernen ausgesuchter Tropfen aufs Neue immer wieder spannend und neugierig macht. 

 Foto:  Helga König
2016 Haus Klosterberg Cuvée Maximilian Trocken 

Beginnen wollen wir unsere kleine aber sehr exklusive Verkostungsreihe mit dieser 2016er Haus Klosterberg Cuvée Maximilian, die trocken ausgebaut wurde. Der Wein stammt aus der bekannten und geschätzten Weinmanufaktur von Markus Molitor aus Zeltingen an der Mosel, einem der allerbesten deutschen Winzer mit internationalem Renommee. Riesling, Pinot Blanc und Müller-Thurgau sind die Rebsorten, die als Weine die Cuvée bilden. In den Mövenpick-Weinkellern wird diese Cuvée als Wein des Jahres 2017 offeriert. Allein schon dieses zeigt den hohen Stellenwert der der 2016er Haus Klosterberg Cuvée Maximilian im Hause Mövenpick genießt. 

Die Trauben stammen zu dieser eleganten Weisswein-Cuvée alle aus klassischen Weinbergslagen der Mittelmosel. Der Wehlener Klosterberg ist die Haus- und Hoflage von Markus Molitor. Hier entstehen wunderbare Rieslinge und ganz exzellente Pinot Blanc, die einen wesentlichen Teil der 2016er Cuvée ausmachen. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, sollte die Cuvée zunächst mit Sauerstoff vermählt werden. Jetzt zeigt sich ein feinwürziger angenehmer Duft nach gelben Früchten, wie Aprikose, Apfel, Mango und Zitrus, ebenso nach frischen Kräutern und floralen Noten. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge intensiv bestätigt und durch eine angenehme Säure ergänzt. So kommt ein wunderbares Frucht-Säure-Spiel zustande. 

Der Wein ist frisch, komplex und druckvoll im langen Abgang und zeigt noch einmal welche Ausnahme-Cuvée hier Markus Molitor gelungen ist. Großartig!

Dier 2016er Haus Klosterberg Cuvée Maximilian trocken hat 11,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Weisser Burgunder & Chardonnay trocken Limestone 

Weiter geht es mit einer zweiten Cuvée aus dem Bio-Weingut Wittmann aus Westhofen in Rheinhessen. Auch dieses VDP-Gut gehört zu den Spitzen-Weingütern in Deutschland und der renommierte Weinführer Gault Millau hat ihm aktuell vier rote Trauben zugedacht, eine Bewertung die ganz deutlich die Bedeutung des Weingutes Wittmann zeigt. Die Cuvée wurde aus den Traubenarten Weißburgunder und Chardonnay vinifiziert. Als Ortswein nach der VDP.-Klassifizierung wurde diese Burgunder-Cuvée trocken ausgebaut. Dazu ist nur allerbestes, hochreifes Traubengut aus den Spitzenlagen von Philipp Wittmann genommen worden. Wittmann genießt als Winzer Weltruhm, entsprechend den 5 Sternen beim renommierten Weinkritiker Eichelmann.

Farblich präsentiert sich die Cuvée in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Auch hier bitte den Sauerstoff zunächst nicht vergessen, damit der Wein seine gesamte Duft- und Geschmacksfülle offerieren kann. Danach zeigen sich intensive Anklänge in der Nase, die an Mirabelle, Apfel und Aprikose erinnern. Ergänzt werden diese Duftnoten durch eine zarte nussige Würze und eine besondere Mineralität. Die bestens integrierte Säure sorgt für einen famosen Frucht-Säure-Bogen, der auch noch durch eine gewisse Würze erweitert wird. 

Der 2016er Weisser Burgunder & Chardonnay trocken Limestone punktet mit exotischer Frucht, feiner Säure, viel Schmelz und herkunftsbedingter Mineralität. 

Der Wein ist intensiv im Geschmack, frisch und mit einem langen Nachhall versehen, der noch einmal die ganze animierende Klasse dieser Burgunder-Cuvée unterstreicht. Wunderbar! 

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2013 Cabanon Cotes Du Roussillon Villages AOC Thunevin-Calvet

Der jetzt verkostete Rotwein, ein 2013er Cabanon, stammt aus dem Midi aus der Appellation Roussillion. Die beiden erfolgreichen Winzer Jean-Luc Thunevin und Jean-Roger Calvet haben einen Wein kreiert dessen Traubengut von 40 Jahre alten Reben kommt. Die Cuvée stammt von drei verschiedenen Traubensorten und zwar zu 75% Grenache, 20% Carignon und 5% Syrah. Die Sommelier von Mövenpick präsentieren hier einen Rotwein aus dem Roussillion, der nicht nur eine ganz besondere Klasse aufweist, er wird auch von den Kunden des Hauses ganz besonders geschätzt, ist er einer der erfolgreichsten Weine des Jahres und begeistert sowohl Einsteiger als auch erfahrene Kenner. Die Trauben stammen aus den besten Lagen der Domaine Thunevin-Calvet. 

Im Glas zeigt sich die 2013er Cuvée Cabanon in einem kräftigen Rubinrot mit schwarzem Kern. Benötigt bereits der Weisswein eine gewisse Portion an Sauerstoff, so gilt dies für einen Rotwein erst recht, zumal wenn er in einer solchen Fülle daherkommt. Die Nase wird jetzt begeistert von einem köstlichen Duft dunkler Beerenfrüchte, Cassis, Pflaumen, ebenso orientalische Gewürzen und Pfeffer. Im Mund und am Gaumen werden die olfaktorischen Anklänge geschmacklich bestätigt und durch Nuancen von schwarzen Oliven und Rosmarin ergänzt. 

Die 2013er Cuvée Cabanon besitzt eine herrliche Präsenz und ist von cremig-attraktiver und samtiger Fruchtsüße. Der Wein zeigt eine wunderbare Balance von Frucht, Säure und Frische, ist dabei durchaus kräftig, ebenso elegant und von einer beindruckenden Länge im Abgang. Die rote Cuvée ist ein optimales Beispiel für die wunderbaren Rotweine aus dem Süden Frankreichs und begeistert auf Anhieb. Phantastisch! 

Der Wein hat kräftige 15% vol/alc und sollte bei 15 bis 17 Grad Celsius getrunken werden. 

 Foto: Helga König
2015 Barbera Passito Appassimento Piemonte DOC Cantine San Silvestro 

Das Weingut San Silvestro der Familie Satirano ist in Novello im Piemont zu finden. Hier versucht die Winzerfamilie einen neuen Stil des Passitos zu kreieren auf der Basis der Barbera-Traube. Die Hälfte der Trauben wird länger am Stock reifen gelassen, um so eine höhere Aroma- und Zuckerkonzentration zu erreichen. Die andere Hälfte des Traubenguts wird angetrocknet. Die Vinifikation wird getrennt durchgeführt und erst nach der Gärung wird assembliert, um den Wein danach 6 Monate lang im Barrique aus französischer Eiche reifen zu lassen. So ist ein sortenreiner Barbera entstanden, der Tradition mit innovativer Moderne verbindet. 

Farblich präsentiert sich der Rotwein in einem kräftigen Rubinrot mit granatfarbenen Reflexen. Auch hier bitte zunächst die Belüftung des Weins nicht vergessen. Olfaktorisch werden wunderbare Nuancen von Backpflaumen und Himbeeren wahrgenommen, ergänzt durch feinste Crémantschokolade und ein Hauch Vanille. Diese Anklänge werden in Mund und Gaumen geschmacklich bestätigt und durch das Fruchtaroma von Kirschen ergänzt. Hinzu kommt noch eine Lebkuchenwürze und letztendlich einige balsamische Noten. 

Der 2015er Barbera ist sehr dicht, intensiv und aromatisch im Geschmack, dabei bestens ausbalanciert und von einer wohltuenden Länge im Nachhall. Hier ist ein wunderbarer Wein der piemontesischen Rebsorte Barbera gelungen, der absolut viel Trinkfreude beschert. Hut ab! 

Der 2015er Barbera Passito hat 14% vol/alc und sollte bei 15 bis 17 Grad Celsius getrunken werden.

2015 Monte Fernao Alentejo VR Fitapreta Vinhos 

Zur Verkostung steht nun diese portugiesische Cuvée an, deren Trauben aus den Weinbergen der Wein-Region Alentenjo stammen, einem Gebiet südlich von Lissabon gelegen. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus Schiefer- und Granitböden, die sich bestens für die einheimischen Rebsorten Touriga Nacional, Tinta Roriz und Alicante Bouschet eignen, die Traubenarten, die zu dieser Cuvée zur Vinifikation genommen wurden. Der Wein ist 12 Monate im Barrique gereift. Portugiesische Weine stehen zu Unrecht etwas im Schatten der ganz großen Wein-Regionen in Europa und Übersee. 

Ob die wunderbaren Weine vom Duoro oder etwa hier aus dem Alentejo, sie sind absolut exzellent und besitzen einen großartigen, ganz eigenen Charakter, was auch auf die einheimischen Rebsorten in den portugiesischen Wein-Regionen zurückzuführen ist. 

Im Glas zeigt sich die 2015er Cuvée Monte Fernao in einer purpurroten dunklen Farbe. Ohne langweilen zu wollen, die Beatmung des Weins erst zeigt seine ganze Fülle. Die Nase registriert dann etwas Karamell und Röstaromen, aber auch köstliche Frucht wie Brombeeren, Cassis, Pflaumen, ebenso Anklänge an Veilchen, frische Kräuter und Zartbitterschokolade. Im Mund und am Gaumen werden diese Aromen sehr deutlich geschmacklich bestätigt, und auch die vorhandenen Tannine zeigen sich fein und samtig. Und alles zusammen punktet mit einer sehr ausgewogenen Balance, die den Wein rund, geschmeidig und sehr animierend macht, ohne jede Härte und Bitternote auch in Hinsicht auf seine Dichte und Substanz. 

So kommt bei der Cuvée 2015 Monte Fernao die optimale Trinkfreude auf, sodass es bei einem einzigen Glas bestimmt nicht bleiben wird, wenn man in fröhlicher Runde mit seinen Freunden zusammensitzt. Hier ist der frische portugiesische Rote genau der richtige Wein. Top! 

Der 2015er Monte Fernao hat markante 15% vol/alc und sollte bei 15 bis 17 Grad Celsius verkostet werden. 

2015 Malbec Catena Vinas Valle de Uco Mendoza Bodegas y Vinedos Catena Zapata 

Kommen wir last but not least zu diesem 2015er Malbec Catena Vinas, der von Mövenpick Wein als der Wein des Jahres 2018 gekürt worden ist. Hier ist dem Chef-Önologen Alejandro Vigil mit dem Catena Vinas ein Malbec der Extraklasse gelungen. Das Traubengut stammt aus vier verschiedenen Höhenlagen des Valle de Uco am Fuss der Andenkordilleren, wo das Gebiet sich durch ein besonderes Mikro-Klima auszeichnet. Neben dem kompromisslosen Qualitätsausbau von Önologe Vigil ist es die Tatsache, dass das Jahr 2015 auch in Argentinien Ausnahme-Weine hervor gebracht hat. So ist ein sortenreiner Malbec gelungen, der einen 12monatigen, sorgfältigen Ausbau im Barrique genossen hat. 

Die Farbe des Weins im Glas ist ein kräftiges Rubinrot mit violetten Reflexen. Barrique-Ausbau benötigt zunächst unbedingt Sauerstoff für den Rotwein, damit die Gerbstoffe die Fruchtaromen komplett freigeben. Den Wein deshalb zu dekantieren, zeigt sich immer als die optimale Lösung. Danach werden Nuancen wahrgenommen, die einerseits an Pflaumen und Holundergelee, anderseits auch an Kräuternoten, süßes Caramel und Milchschokolade erinnern. Ergänzt werden die Duftnoten durch Brombeere und feine Zimt-Anklänge. Mund und Gaumen bestätigen geschmacklich die olfaktorischen Eindrücke. Dabei sind die feinen Gerbstoffe exzellent mit den ansprechenden Röstnoten verwoben. 

Der 2015er Malbec Catena Vinas ist dicht, komplex, überaus präsent und mit einem nicht enden wollenden Nachhall versehen. Der Wein ist ein großartiger Vertreter der Rebsorte Malbec und ein würdiges Aushängeschild für den argentinischen Rotwein überhaupt . Chapeau! 

Der 2015er Malbec Catena Vinas hat 13% vol/alc und sollte bei 15 bis 17 Grad Celsius genossen werden. 

Nachdem wir jetzt die Weine aus unterschiedlichen Regionen aus Europa und Übersee verkostet haben, hier unser Fazit: Alle Weine die von Mövenpick Wein uns angeboten wurden, sind absolut großartig. Mit den deutschen Weissweinen der Ausnahme-Winzer Philipp Wittmann aus Rheinhessen und seinem grandiosen 2016er Weisser Burgunder & Chardonnay trocken und Markus Molitor von der Mosel mit seiner brillanten 2016er Haus Klosterberg Cuvée Maximilian wurden zwei deutsche Weissweine der allerobersten Klasse vorgestellt, exzellent im Geschmack und von höchstem Niveau und bester Qualität. 

Entsprechend sind die Rotweine zu bewerten, sie allesamt von erster Güte, vermitteln sie doch einen sehr authentischen Eindruck ihrer Regionen und der heimischen Rebsorten, ob in Frankreich, Italien, Portugal oder ganz besonders in Argentinien. Jeder Rotwein ist individuell, charaktervoll, großartig im Geschmack und äußerst animierend. Hier liegt die herausragende Stärke von Mövenpick Wein. Es werden nur die besten und doch bezahlbaren Weine angeboten, sodass es eine Freude ist sich, mit Hilfe des Hauses Mövenpick Wein durch die Welt der nationalen und internationalen Weine zu orientierten, ohne dabei geschmacklich daneben zu liegen. Die Sommelier und Experten des Weinhauses Mövenpick haben nur das Beste für den unterschiedlichsten Wein-Geschmack aus der ganzen Welt akquiriert. Alle hier verkosteten Weine haben uns restlos überzeugt und bestätigt, dass der Weinkauf bei Mövenpick Wein absolut die erste Wahl ist.

 Deshalb: Maximal empfehlenswert 

 Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zur Homepage von Möwenpick und können den Wein dort bestellen https://www.moevenpick-wein.de/

Winzerverein Hagnau e.G. 3 Weissweine, 2 Rosé und 1 Rotwein

 Foto: Helga König
Der Winzerverein Hagnau e.G. am Bodensee ist die erste badische Winzergenossenschaft überhaupt. Am 20. Oktober 1881 wurde sie von Pfarrer Dr. Heinrich Hansjakob gegründet, der die wirtschaftliche Notlage der Hagnauer Winzer erkannte, da der Weinpreis auf 15 Pfennige je Liter gesunken war und die Winzer zu diesem Preis ihren Wein verkaufen mussten, der bei weitem nicht die Kosten decken konnte. Der Schriftsteller, Bürgerrechtler und Hagnauer Pfarrer rief die Winzer des Weinortes am Bodensee auf, sich in einer Winzergenossenschaft zusammen zu schließen, um so gemeinsam dem wirtschaftlichen Niedergang zu trotzen und ihrem Wein zu einem akzeptablen Verkaufspreis zu verhelfen. 

Heute gehören 52 Winzerfamilien der Genossenschaft an und sie bewirtschaften gemeinsam eine Rebfläche von 166 Hektar. Zehn Prozent der Rebfläche sind Selektionslagen, der Ertrag dieser älteren Rebbestände ist auf 45hl/ha begrenzt. Aus dem selektierten Rebgut werden dann die Premiumweine der Genossenschaft vinifiziert. Die Liste der Rebsorten ist vielfältig, wobei Müller-Thurgau mit 40 Prozent der Anbaufläche und Blauer Spätburgunder ebenfalls mit 40 Prozent Bestockung zwei ganz besonders wichtige Traubenarten sind. 

Das vorhandene Terroir eignet sich ideal für diese beiden Rebsorten und ist zugleich doch auch bestens für alle weiteren Traubenarten geeignet, die da sind: 9 Prozent Ruländer/Grauburgunder, 3 Prozent Weißburgunder, 2 Prozent Bacchus, 2 Prozent Kerner, je 1 Prozent Sauvignon Blanc und Auxerrois, sowie die pilzresistente Rotwein-Neuzüchtung Regent. Besondere Lagen sind die Großlage Sonnenufer und die Einzellage Hagnauer Burgstall. 

Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus eiszeitlichem Moräneschotter mit Lehm, Sand und Kies auf Süßwassermolasse. Die Hagnauer Winzer haben sich konsequent dem nachhaltigen, kontrollierten umweltschonenden Weinbau verschrieben. Acht Hektar der Rebfläche wird nach den Richtlinien des Biologischen Weinbaus bewirtschaftet. Einen ganz besonderen Wert legen die Hagnauer Winzer auf die Wahl der optimalen Rebstandorte, die gute Bodenpflege, die sorgsame Laubarbeit und die selektive Handlese. Alles zusammen lässt Weine von höchstem Niveau und allerbester Qualität entstehen. Besonders erwähnenswert sind die See-Lagen, denn hier wird die Reife des Traubenguts vom Bodensee begünstigt, der in kühleren Nächten die gespeicherte Wärme der Sonne wieder an die Reben abgibt und für einen noch intensiveren Reifeprozess sorgt, der eh schon in dem nahezu mediterranen Klima in der Region gegeben ist. 

Wie großartig die Weine dann auch sind, wird durch die Fülle von Prämierungen auf Landesebene und international deutlich, die der Winzerverein Hagnau jedes Jahr wieder erhält. Insgesamt 49 Goldmedaillen und 15 Ehrenpreise nacheinander dokumentieren den Erfolg der Genossenschaft, wobei der Fokus überwiegend auf internationalen Auszeichnungen liegt. Erwähnt sei beispielsweise Gold beim internationalen Piwi-Preis 2017 oder Gold beim Internationalen Wettbewerb Mondial du Rosé 2017 in Cannes. Damit steht der Winzerverein Hagnau ganz an der Spitze der deutschen Winzergenossenschaften, die Weine die aus dieser Bodensee-Gemeinde kommen sind ausnahmslos einfach nur grandios. 

Dies gilt es jetzt durch die anstehende Verkostung zu bestätigen, die wir mit viel Vorfreude und dem nötigen Respekt angehen:

 Foto: Helga König
2016 Hagnauer Burgstall Müller-Thurgau trocken "Felchen“

Beginnen wollen wir unsere kleine, aber sehr feine Verkostungsreihe mit diesem 2016er Müller-Thurgau "Felchen", der trocken ausgebaut wurde. Die Trauben zu diesem Wein sind in der Einzellage Hagnauer Burgstall gewachsen, einer Seelage, die die allerbesten Eigenschaften gerade für die Rebsorte Müller-Thurgau hervorbringt. Müller-Thurgau, bekannt auch unter dem Namen Rivaner ist eine Kreuzung der Rebsorten Riesling und der eher unbekannten Madelaine Royal-Traube. Sein Züchter Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau gab der neuen Rebsorte seinen Namen, nachdem er 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau diese Traube gezüchtet hatte, die heute weltweit als die erfolgreichste Weißwein-Neuzüchtung gilt. 

Wie bereits erwähnt sind 40 Prozent der Rebfläche der Hagnauer Winzer mit Müller-Thurgau bestockt, da das Terroir hier ganz wunderbare Weine dieser Rebsorte wachsen lässt. 

Im Glas zeigt sich der 2016er Hagnauer Burgstall Müller-Thurgau trocken in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische und geschmackliche Prüfung beginnt, sollte der Wein zunächst mit genügend Sauerstoff vermählt werden. Dies wird am besten durch ständiges leichtes Schwenken des Glases erreicht. Jetzt zeigen sich intensive Anklänge in der Nase, die an exotische Früchte wie Kiwi und Karambole erinnern, dazu noch eine Apfel- und eine feine Kräuternote. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen bestätigt und durch eine frische, elegante Säure getragen, die einen herrlichen Frucht-Säure-Bogen entstehen lässt. 

Der 2016er Müller-Thurgau ist intensiv im Geschmack, besitzt eine filigrane, lebendige Struktur und verfügt über einen langen Abgang, der noch einmal deutlich die Frische dieses Weins hervorhebt. 

Der Müller-Thurgau "Hagnauer Felchen" ist optimal gelungen, da bleibt es nicht bei einem Glas, wenn man mit Freunden sich in fröhlicher Runde trifft. Als täglicher Wein zur Erfrischung und Trinkfreude eignet er sich ideal. 

Der 2016er Hagnau Burgstall Müller-Thurgau trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 


2016 Hagnauer Burgstall Weißwein Cuvée Trocken 

Weiter geht es mit einer 2016er Weißwein-Cuvée trocken, deren verschiedene Weine alle in der Lage Hagnauer Burgstall gewachsen sind. Dabei handelt es sich um die Rebsorten Müller-Thurgau, Kerner und Weißburgunder. Die Bodenbeschaffenheit in der See-Lage mit dem eiszeitlichen Moräneschotter mit Lehm, Sand und Kies auf Süßwassermolasse eignet sich optimal für diese edlen Rebsorten, die hier zu einer großartigen Cuvée vereint wurde. 

Das Bodensee-Klima mit seinen vielen Sonnenstunden, die richtige Hangneigung für den Einfallswinkel der Sonne und der Wärmespeicher des Sees garantieren absolute Reife des Traubenguts, sodass die Winzer schließlich hochreifes, gesundes Rebgut ernten konnten, das die richtige Grundlage für diese außerordentliche Weißwein-Cuvée bildet. 

Um es vorweg zu sagen, dieser Wein strotzt vor Fülle und Frische, bei einem ganz außerordentlichen Geschmack. Markant und ebenfalls frischebetont ist das scheinbar kühl angelaufene Flaschenglas mit dem durchsichtigen Thermo-Etikett, auf dem der Bodensee abgebildet ist. Farblich zeigt sich die Cuvée in einem sonnigen Hellgelb mit brillanten Reflexen. Auch hier wieder der Hinweis auf den nötigen Sauerstoff, möchte man die komplette Fülle an Duft und Geschmack wahrnehmen, wozu auch die richtige Trinktemperatur beiträgt. 

Jetzt zeigen sich olfaktorisch Nuancen von  Wiesenblumen, Apfel und tropische Noten, die begleitet werden von einer feinen Würze. Mund und Gaumen bestätigen die mit der Nase registrierten Aromen eindeutig. Damit die Fruchtnoten besonders präsent sind, werden sie getragen von einer rassigen Säure, die für ein elegantes Frucht-Säure-Spiel sorgt. 

Die Cuvée ist filigran, markant und rassig, besitzt Schmelz und Fülle und ist sehr animierend im Geschmack. Es ist seine besondere Frische, die dem Wein zusätzlich etwas Unwiderstehliches verleiht. Kaum hat man den einen Schluck genossen, freut man sich schon auf den nächsten. Absolut großartig diese gelungene Cuvée, die auch noch mit einem langen, sehr angenehmen Nachhall punktet. Wunderbar! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2016 Hagnauer Burgstall Grauburgunder Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Grauburgunder trocken, ebenfalls in der Spitzenlage Hagnauer Burgstall gewachsen. Grauburgunder, französisch Pinot Gris und in Deutschland unter dem Namen Ruländer klassifiziert, gehört als Weißwein zu den edlen Rebsorten der Burgunder-Familie. Ursprünglich aus Frankreich stammend, ist es eine Mutation des Pinot Noirs. Der Wein der Rebsorte Ruländer wurde zunächst beim traditionellen Ausbau durch sehr reife und zum Teil edelfaule Trauben geprägt, schwer und süß mit Botrytis-Ton. 

In den 1980iger Jahren wurde gerade in Baden und der Pfalz der Wein mit einem neuen Geschmacks-Stil versehen, indem man die Trauben früher gelesen hat und nur gesundes Rebgut zur Vinifizierung nahm. So entstand ein Wein mit mehr Säure und weniger Süße und einem eleganten Geschmack, der sich bestens als Essensbegleiter eignet. Er wird heute allgemein als Grauburgunder bezeichnet. Im Glas präsentiert sich der Wein in einer tiefen sonnengelben Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die notwendige Belüftung des 2016er Grauburgunders. 

Jetzt wird die Nase von wunderbaren Anklängen entzückt, die an frische Äpfel, Aprikosen und Nuss-Aromen erinnern, wozu sich auch noch eine feine Mineralität hinzugesellt. Im Mund und am Gaumen findet die geschmackliche Bestätigung des olfaktorischen Eindrucks statt. Der Wein besitzt einen kräftigen Körper, ist füllig und nuancenreich, intensiv im Geschmack, wozu natürlich auch die geeignete Säure ihren wesentlichen Beitrag leistet. 

Der 2016er Grauburgunder ist ein Wein mit einer individuellen, markanten Persönlichkeit, der auf Anhieb zu überzeugen weiß, vielschichtig, kraftvoll, dabei doch elegant und sehr geschmackvoll. Und um es kurz und bündig zu sagen, ein Grauburgunder vom Besten. Großartig! 

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

 Foto: Helga König
2016 Hagnauer Burgstall Spätburgunder Rosé trocken 

Kommen wir nun zu diesem 2016er Hagnauer Spätburgunder Rosé, der trocken ausgebaut wurde. Basis des Rosé ist die Rotwein-Traube Spätburgunder, die bei der Fülle von Sonne und Wärme in der Seelage Hagnauer Burgstall beste Wachstums- und Reifechancen hat. Die Winzer vom Winzerverein Hagnau geben sich alle erdenkliche Mühe, um mit viel Wissen die Rebpflanzungen optimal zu betreuen. Neben der naturnahen Bewirtschaftung der Weinberge ist es die notwendige Laubarbeit, die das Traubengut bestens gedeihen lässt. Nimmt man dann noch die selektive Handlese hinzu, dann ist plausibel, warum die Weine ein solches Niveau und eine ganz besondere Qualität besitzen. Hinzu kommt noch das Können und das Herzblut eines erfahrenen Kellermeisters des Hagnauer Winzervereins, damit Tradition und Moderne Spitzenweine entstehen lässt, so wie der hier verkostete 2016er Spätburgunder Rosé trocken. 

Farblich überzeugt der Wein mit einem leuchtenden tiefen rosaroten Farbton, der sofort Frische signalisiert. Achtung, auch hier wieder den Wein zunächst Sauerstoff atmen lassen. Danach werden fruchtige Aromen mit der Nase wahrgenommen, die an Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren erinnern. Mund und Gaumen bestätigen die beerige Fülle, eine zitronige Säure ergänzt das Geschmacksbild prächtig. Dezentes, gut eingebundenes Tannin gibt dem Rosé zusätzlich Fülle und einen runden Geschmack. Bei einem langanhaltenden Abgang wird noch einmal die gesamte Aromendichte bemerkbar und ganz besonders die zitronige Frische, die einen solchen Klasse-Rosé unwiderstehlich macht. 

Als Essensbegleiter zu Fisch, Salaten und Spagetti, aber auch zu Gegrilltem ist der 2016er Hagnauer Burgstall Spätburgunder Rosé großartig, zu einer fröhlichen Runde unverzichtbar. Absolut top! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Hagnauer Burgstall Spätburgunder Weißherbst Kabinett 

Ein ganz besonderer Rosé wird auch mit diesem 2016er Hagnauer Burgstall Spätburgunder Weißherbst Kabinett verkostet. Weißherbst Rosé wird im Gegensatz zu einem anderen Roséwein aus einer einzigen roten Rebsorte gekeltert. Dabei muss das Rebgut zusätzlich aus einer Lage stammen. Hier sind die Spätburgundertrauben alle in der Lage Hagnauer Burgstall gewachsen. Bei der Vinifizierung wird Rosé wie ein Weißwein gekeltert. Nach der Pressung bleibt der Most vor der Gärung nur kurz auf der Maische damit die rote Färbung aus der Beerenhaut dem Most diese leichte rosa Farbe geben kann, die das Auge dann besonders animiert. 

Der Spätburgunder Weißherbst Rosé besitzt so die intensiven Nuancen der Rotweintraube, verfügt aber gleichzeitig über die animierende Frische eines Weißweins. Hierzulande erfreuen sich sowohl Rosé als auch Weißherbst Rosé immer größerer Beliebtheit und der Marktanteil ist in den letzten Jahren von 2 auf 8% gestiegen. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer leuchtenden Roséfärbung. Und vergessen Sie auch hier nicht den nötigen Sauerstoff, damit die gesamte Aromenfülle Nase, Mund und Gaumen erfreuen können. Anklänge an sehr reife Erdbeeren und ausgereifte Pflaumen sind das olfaktorische Ergebnis. Mund und Gaumen bestätigen die Fruchtfülle, wobei die Fruchtsüße durchaus angenehm wahrgenommen wird. Die besondere Balance bringt dann die geeignete Säurestruktur, sodass ein sehr ausgewogenes aromatisches Geschmacksbild den Verkoster überzeugt. 

Der 2016er Spätburgunder Weißherbst Kabinett ist ein Prädikatswein mit viel Substanz, einem fruchtbetonten Geschmack, sehr einschmeichelnd und mit einem intensiven Nachhall, dem auch nicht die frische Säure fehlt. Freunde eines gehaltvollen Spätburgunder Weißherbst werden begeistert sein. Grandios!  

Der Wein hat moderate 11% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2016 Hagnauer Burgstall Spätburgunder Trocken 

Kommen wir zum Schluss zu diesem 2016er Spätburgunder trocken, der absolut eine Klasse für sich ist. Auch hier sind die Trauben in der besten Einzellage des Hagnauer Winzervereins gewachsen, dem Hagnauer Burgstall. Wie gut der Blaue Spätburgunder in dieser Lage gedeiht, zeigt auch die Tatsache dass 40% der Anbaufläche der Hagnauer Winzer mit dieser edlen Rotwein-Traube bestockt ist. Spätburgunder wird immer wieder als der König der Rotweine bezeichnet. Sie ist eine klassische Rotweinqualitätssorte, die eher in kühleren Weinbaugebieten optimal gedeiht, wie etwa in Burgund in Frankreich und ebenso hervorragend in Baden am Kaiserstuhl oder am Bodensee, so auch in den besonderen Seelagen von Hagnau. Weinbau-technisch handelt es sich bei Pinot Noir, so die französische Bezeichnung, um eine eher schwierige Rebe, die hohe Ansprüche an Lage und Boden stellt. 

Die dünnhäutigen Beerenschalen verlangen eine sehr sorgsame Pflege. Deshalb unternehmen die Hagnauer Winzer alles, damit gesundes Traubengut bei bester Reife selektiert per Hand geerntet werden kann, um dann zeitnah im Keller vinifiviziert zu werden, um schließlich einen solchen Spitzen-Spätburgunder zu erzeugen, wie der hier verkostete 2016er Hagnauer Spätburgunder trocken.  

Farblich präsentiert sich der Wein in einem dunklen Rubinrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Benötigt Weißwein schon "zum Öffnen" eine gewisse Portion Sauerstoff, so gilt dies für einen solchen großartigen Spätburgunder erst recht. Die Nase wird danach mit wunderbaren Anklängen beglückt, die an ausgereifte Brombeeren und Schwarzkirschen erinnern, zudem mit der Würze von schwarzer Schokolade und etwas Bittermandel aufwartet. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen deutlich und angenehm bestätigt. Die gut eingebundene Säure ergänzt das Geschmacksbild vortrefflich. 

Der 2016er Spätburgunder trocken ist dicht, komplex und ist mit moderatem Gerbstoff versehen. Dazu ist er elegant und besitzt einen überaus animierenden, langen Nachhall, der jeden Rotweinfreund entzückt. Hier ist den Winzern des Hagnauer Winzervereins ein ganz vorzüglicher Spätburgunder gelungen, der einfach nur großartig schmeckt. Chapeau! 

Der 2016er Hagnauer Burgstall Spätburgunder trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden. 

Nachdem wir jetzt mit viel Freude und angenehmer Überraschung die Weine vom Hagnauer Winzerverein verkostet haben, hier nun unser Fazit: Alle Weine, ob die Weißweine, der Müller-Thurgau, die See-Cuvée oder der Grauburgunder, der Spätburgunder Rosé und der Spätburgunder Weißherbst und der wunderbare Spätburgunder Rotwein, sie alle besitzen Klasse, Individualität und einen ganz unverwechselbaren intensiven Charakter. Geschmacklich auf höchstem Niveau verkörpern die Weine vom Bernauer Bodensee eine ganz exzellente Qualität, die wirklich überzeugt. Diese Weine schmecken einfach gut und machen immer wieder Lust auf mehr. Sie sind prägnant aber nicht zu kompliziert, dabei geschmacklich sortentypisch und sehr ausgereift. Wie bereits anfangs erwähnt, stehen wir mit unserem Urteil nicht alleine da. Dies zeigen die vielen Prämierungen. Für uns zählt der Winzerverein Hagnau zu den besten Winzer-Genossenschaften hierzulande, denn die Weine halten das, was das ausgezeichnete Terroir am Bodensee verspricht, nämlich Trinkfreude pur. Deshalb unsere Überzeugung: 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken: http://hagnauer.org/

Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg e.G. 3 Weissweine und 3 Rotweine

Foto:Helga König
Die Genossenschaftskellerei Heilbronn ist ein Zusammenschluss der Einzelgenossenschaften Heilbronn, Erlenbach, Weinsberg, Neckarsulm-Gundelsheim, Flein-Thalheim, Lehrensteinsfeld, Unterheinriet und Grantschen. Rund um die große Weinstadt Heilbronn sind die einzelnen Weinbau-Ortschaften angesiedelt, die alle gemeinsam eine der größten Genossenschafts- Kellereien bilden, die es in Deutschland gibt. In dieser herrlichen Reblandschaft werden seit Jahrhunderten Weine angebaut mit geschichtsträchtiger Tradition. Der Weinbau rund um die Weinstadt Heilbronn ist ein wesentlicher Bestandteil der württembergischen Weinkultur. Heute bewirtschaften 1.415 Mitglieder eine Rebfläche von etwa 1.400 Hektar Weinberge, die von Generation zu Generation als Basis zur Herstellung von ganz exzellenten Weinen weitergegeben worden ist, um so dem württembergischen Weinbau Zukunft und Erfolg zu garantieren. Dabei ist es das optimale Klima und die geeignete Bodenbeschaffenheit, gepaart mit dem Willen, der Erfahrung und der Schaffenskraft, die in den Weinbergen von Heilbronn und den angeschlossenen Genossenschaften seitens der Winzer ganz großartige Weine entstehen lässt. 

Die erfahrenen und bestens ausgebildeten Kellermeister sorgen dafür, dass die Weine Charakter, Individualität, Stil und Harmonie bekommen, setzen sie doch auf die erfolgreiche Symbiose von Tradition und Moderne. Dabei werden die unterschiedlichsten Rebsorten vinifiziert, das Verhältnis zwischen Weiß- und Rotweinen fällt mit 65% für die Roten aus und entsprechend werden 35% Weißweine kultiviert. 

Bei den Rotweinen liegt der Hauptanteil mit ca. 19% beim Trollinger, 13% beim Schwarzriesling, 12,5% beim Lemberger und etwa 12% bei verschiedenen Burgundersorten, wie Spätburgunder oder Samtrot. Bei den Weißweinen steht der Riesling mit ca. 29% an der Spitze. Mit weitem Abstand folgen Kerner (2%), Müller-Thurgau (1%) sowie mit 2% andere Weißweingewächse wie Grauer Burgunder, Gewürztraminer, Muskateller, Chardonnay und Weißburgunder. Die Genossenschaftskellerei besitzt eine Fülle von Einzellagen, wobei diese Region-bedingt über die ideale Bodenbeschaffenheit für typische württembergische Rebsorten wie Trollinger, Lemberger und auch Schwarzriesling verfügen. Es handelt sich dabei um nährstoffreiche Keuper- und Lößböden, auf denen großartige Weine wachsen. Wie gut diese wirklich sind, zeigt ein Blick auf die Auszeichnungen, die die Genossenschaftskellerei für ihre unterschiedlichen Weine erhalten hat. 

Da ist zum einen die Fülle von Landes- und Bundesweinprämierungen mit Goldenen, Silbernen und Bronzenen Preismünzen allein in 2014 über 150, davon 54 in Gold. Gold und Silber aber auch bei Mundus Vini und ebenso 4 und 3 Sterne bei den Degustationswettbewerben der Genuss-Zeitschrift Selection, oder 90 Punkte beim Meininger Rotweinpreis, und, und, und. Dies alles zeigt deutlich auf welch absolutem Niveau und mit welcher herausragenden Qualität die Weine der Genossenschaft Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg angesiedelt sind und damit ein besonderes Aushängeschild für den württembergischen Weinbau markieren. Mit Fug und Recht kann hier schon gesagt werden, dass die Genossenschaftskellerei Heilbronn zu den besten in ganz Deutschland gehört. 

Damit die Qualität auch zukünftig Fortschritte macht, gibt es eine eigene Rebveredlung in der Genossenschaft, die auf eine langjährige Tradition zurückblickt. Als einzige Anstalt hierzulande überhaupt, ist die Genossenschaftskellerei in der Lage relativ rasch auf die neuesten Tendenzen und Entwicklungen in der Züchtung zu reagieren, sowie auf die Erfordernisse des Weinbaus und der Kellerwirtschaft einzugehen und das Pflanzengut darauf abzustimmen. Letztendlich kommt alles den Weinen zugute, die wir jetzt mit großer Neugierde und respektvoller Spannung verkosten wollen:

 Foto: Helga König
2016 Grantschen Barrique Blanc Chardonnay mit Weissburgunder Trocken 

Die Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsheim hat eine Fülle von Weinlinien, die vom einfachen, gelungenen Trinkwein bis zur absoluten Spitze mit großartigen Ausnahme-Weinen für jeden, angeboten werden. Der hier verkostete 2016er Chardonnay mit Weissburgunder gehört zur Premium-Linie der Grantschen Barrique Blanc Weine. So ist eine Cuvée aus allerbesten Chardonnay und Weissburgunder Rebsorten entstanden, die trocken ausgebaut, im Barrique gemeinsam gereift sind. An den sonnenverwöhnte Rebhängen der Winzer-Gemeinde Grantschen fanden die noblen Weißweine ideale klimatische Voraussetzungen, um bestens auszureifen. So sind zwei edle Weine entstanden, die die perfekte Basis für die Chardonnay-Weissburgunder Cuvée bilden, die als Wein des Monats vom Württembergischen Weinbauverbands zusammen mit dem Hotel- und Gaststätten-Verbands Dehoga Baden –Württemberg ausgezeichnet wurde.

Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, sollte die Cuvée zunächst genügend belüftet werden, damit sie zeigen kann, was Großartiges in ihr steckt. Jetzt zeigen sich intensive Anklänge von mediterranen Fruchtnoten in der Nase nach Melone, Pfirsich, Banane, Zitrus, Apfel und Vanille. Im Mund und am Gaumen werden diese Aromen geschmacklich bestätigt und von einer harmonischen Säure getragen. Die Cuvée ist kraftvoll, finessenreich, elegant und durchaus komplex. Dazu trägt auch der Ausbau im Barrique bei, der dem Wein zusätzlich Opulenz und Fülle, aber auch eine gewisse Cremigkeit verliehen hat. Die Cuvée besitzt einen ausgeprägten, individuellen Charakter und bei dem langen Nachhall zeigt sich noch einmal wie die zart betonte Frucht, die aromatische Fülle und das saftige Gaumenspiel bestens zusammenpassen. Hier ist den Winzern von der Genossenschaftskellerei eine meisterliche Cuvée gelungen, die mit ihrem großartigen Geschmack absolut überzeugt. Wunderbar!

Der 2016er Chardonnay mit Weissburgunder hat 13,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.-

2016 St. Kilian Cuvée Blanc Trocken Im Barrique gereift

Es folgt nun die Verkostung dieser wunderbaren 2016er Cuvée Blanc, die als Premium-Wein in der Linie St. Kilian angeboten wird. Dabei handelt es sich um die kostbarsten und exklusivsten Weine aus der weißen Burgunder-Familie, die in der Genossenschaftskellerei vinifiziert werden, also um hochwertigste Weiß- und Grauburgunder. Der Ausbau der trockenen Cuvée hat im kleinen, neuen Barrique-Fass stattgefunden und zwar in aller Ruhe über einen Zeitraum von neun Monaten. Sowohl die Winzer als auch die Kellermeister haben alles Erdenkliche getan, um der Cuvée höchstes Niveau und die allerbeste Qualität angedeihen zu lassen. 

Dazu gehört neben der naturnahen Pflege der Weinberge und Rebstöcke der richtige Rebschnitt, damit gesundes, hochreifes Traubengut geerntet werden kann. Die selektive Lese ist ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal und schließlich die zeitnahe, schonende Verarbeitung im Keller mit modernsten Maschinen, aber auch das Wissen um Tradition, das einhergeht mit den neuesten Erkenntnissen in der optimalen Vinifizierung allerbester Weine. Der Ausbau im Barrique hat der 2016er St. Kilian Cuvée blanc trocken zusätzlich das beeindruckende Potential gegeben.

Farblich präsentiert sich der Wein in einem leuchtenden Hellgelb. Auch hier bitte die Vermählung mit dem nötigen Sauerstoff nicht vergessen, damit die Aromen sich von den einschließenden Gerbstoffen befreien können, um zu zeigen wie großartig sie sind. Die Nase hat jetzt das Vergnügen Anklänge wahrzunehmen, die an Quitte, Birne, Pfirsich, Honigmelone, Aprikose und Nüsse erinnern. Geschmacklich werden die Nuancen im Mund und am Gaumen intensiv bestätigt und durch eine wunderbar eingebundene tragende Säure ergänzt. 

Die Cuvée ist dicht, besitzt eine Finesse an Frucht und einen zarten Schmelz, der sich ganz deutlich bei einem langen Finish zeigt. Die Röstnoten aus dem Eichenholzfass haben sich großartig mit den Fruchtaromen vereint, sodass ein grandioser, ausbalancierter Geschmack zustande gekommen ist, der mit Kraft strotzt und trotzdem sehr filigran ist und dazu noch elegant und frisch. Die 2016er St. Kilian Cuvée blanc trocken überzeugt total, zeigt sie doch alle Merkmale eines Ausnahme-Weissweines. Exzellent!

Der Wein hat 13,5 vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

2016 Triebwerk Riesling Trocken

Als drittes wird nun eine absolute Pretiose der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg verkostet, mit diesem 2016er Riesling trocken, der unter der ganz besonderen Linie der Triebwerk-Weine gelistet ist. Hierbei handelt es sich um einen Riesling, dessen Trauben in den besten Lagen rund um Heilbronn reiften. Die Jungwinzer der Genossenschaft haben sich unter dem Begriff „Triebwerk“ vereint, um zu zeigen, wie wichtig es die neue Generation nimmt, Weine von höchster Klasse zu erzeugen. 

So liegt es in ihrer Obhut die allerbesten Riesling-Trauben aus den Spitzenlagen zu lesen, damit dieser 2016er Riesling trocken entstehen konnte. Die Rebstöcke können zum Teil ein Alter von über 60 Jahre vorweisen und besitzen so kleine, sehr konzentrierte, extraktreiche Beeren, die intensiv das Terroir widerspiegeln. Nach einer langen Reifephase wurden bei einer sehr späten Lese ausschließlich gesunde, goldgelbe Riesling-Trauben geerntet, die sehr zeitnah sehr schonend im Keller verarbeitet wurden, einhergehend mit einer behutsamen Gärung im Edelstahltank und im Holzfass. So ist dieser 2016er Triebwerk Riesling trocken entstanden, dem nur die allerbesten Vorrausetzungen zugebilligt wurden.

Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder den Sauerstoff nicht vergessen. Die Nase erfreut sich an Anklängen, die an Weinbergpfirsich, Zitrusfrüchte und Wiesenblumen erinnern und die durch eine erfrischende Mineralität ergänzt werden. Im Mund und am Gaumen werden die Nuancen perfekt bestätigt. Es ist diese knackige Säure, die so einen kompletten Frucht-Säure-Bogen entstehen lässt, der einfach nur begeistert. Der 2016er Triebwerk Riesling trocken ist kraftvoll, mineralisch, opulent und vielschichtig und überzeugt mit seinem nicht enden wollenden Abgang, der noch einmal zeigt was in diesem Spitzen-Riesling steckt, nämlich ein üppiges Fruchtspiel mit einem rassigen, kraftvollen Körper und einer facettenreichen, vielschichtigen Charakteristik und einer eleganten Mineralität bei einer ausgewogenen Säurestruktur. Riesling-Herz was willst Du mehr? Hut ab!

Der 2016er Triebwerk Riesling trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden

 Foto: Helga König
2015 St. Veit Rotwein trocken Im Barrique gereift

Kommen wir nun zu den phänomenalen Spitzen-Rotweinen der Genossenschaftskellerei. Da ist zunächst dieser 2015er Rotwein trocken, der eine Cuvée aus den Rebsorten Cabernet Cubin, Cabernet Dorsa und Lemberger ist. Wie fast alle exzellenten Weine der Premium-Serien, hier handelt es sich um die Spitzenlinie St.Veit, hat auch dieser Rotwein seine Reife im Barrique erlangt. Die Trauben stammen von alten Rebstöcken aus sehr ertragsreduzierten Lagen. Sie wurden selektiv handverlesen, sodass nur absolut gesundes und hochreifes Rebgut zur Verarbeitung gekommen ist. Dabei wurden sie traditionell auf der Maische vergoren, um dann in aller Ruhe in den Kellern von St. Veit 24 Monate in Barriquefässern heranzureifen. So ist diese 2015er Rotwein-Cuvée entstanden, die sich durch einen ausgeprägten und intensiven Charakter auszeichnet. Mit viel handwerklichem Geschick und großer Erfahrung haben es die Kellermeister verstanden, diese Cuvée sortentypisch und sehr geschmackvoll im Barrique auszubauen.

Farblich präsentiert sich der Rotwein in einem dichten Dunkelrot, das schon der Intensität dieser Cuvée Ausdruck verleiht. Haben die Weissweine schon Belüftung benötigt, so gilt dies für die Rotweine erst recht, zumal wenn sie im Barrique gereift sind und zunächst die Gerbstoffe die Aromenfülle freigeben müssen. Danach darf sich die Nase über intensive Aromen von reifen, roten, dunkeln Früchten freuen, wie etwa Brombeeren, Pflaumen, schwarzen Kirschen, schwarzen Johannisbeeren, Vanille, aber auch grünem Paprika und Schokolade. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und durch komplex eingebundene Tannine ergänzt. 

Die 2015er Rotwein-Cuvée besitzt einen sehr kräftigen Körper, ist extaktreich und angenehm komplex, wobei die unterschiedlichen Aromen der verschiedenen Rebsorten bestens miteinander harmonieren. Der Ausbau im Eichenholzfass hat dem Wein zusätzliche Fülle und eine weitere Nuancenvielfalt gegeben und dementsprechend Kraft. Die Cuvée verfügt über einen ganz individuellen Charakter, ist dicht, ausdrucksstark und besitzt ein sehr authentisches körperreiches Bukett. Der lange Nachhall zeigt noch einmal deutlich, welches geballte Potential in dieser 2015er Rotwein-Cuvée steckt, für Liebhaber eines besonderen kraftvollen Rotweines ideal. Prachtvoll!

Der 2015er St Veit Rotwein trocken im Barrique gereift hat 13,5% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius getrunken werden.

2015 Sankt Kilian Samtrot Trocken Im Barrique gereift

Es folgt nun ein weiterer Premium-Rotwein aus der Serie Sankt Kilian aus dem Jahrgang 2015. Dabei handelt es sich die spezielle Rebsorte Samtrot, die zu der Gruppe der Burgundersorten zählt. Samtrot ist ein Synonym für den Blauen Spätburgunder, handelt es sich doch sortenrechtlich um einen Klon des Pinot Noir. Seine unmittelbare Verwandtschaft zum Spätburgunder und die Tatsache, dass er in der Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau in Weinsberg entdeckt wurde, führte dazu, dass der Anbau der Rebsorte Samtrot fast ausschließlich auf das Anbaugebiet Württemberg beschränkt ist und hier ganz speziell in den Weinbergen der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg. Nur das allerbeste Traubengut aus den Lagen der Genossenschaftskellerei wurde genommen, um einen ganz exzellenten Samtrot zu kreieren. Der Ausbau des Rotweines hat dann im Barrique stattgefunden, wo er in aller Ruhe heranreifen konnte.

Im Glas zeigt sich der 2015er Samtrot in einer warmen dunkelroten Farbe mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Und nur noch einmal zur Erinnerung, bitte den Rotwein genügend atmen lassen, damit er sich in seiner vollen Pracht präsentieren kann. Jetzt zeigen sich sehr fruchtbetonte Anklänge, wie sie sich auch bei Spätburgundern anbieten, nämlich Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, aber auch Vanille und Röstaromen. Die Frucht-Nuancen werden geschmacklich sehr angenehm im Mund und am Gaumen bestätigt und von einer harmonischen Säure unterstützt. 

Der 2015er Samtrot ist kräftig mit einer dichten Struktur und bestens eingebundenen Tanninen, dabei weich und ausdrucksstark, voll und von einer beeindruckenden Balance. Beindruckend ist auch die Harmonie zwischen den vollen Frucht-Anteilen, der guteingebundenen Säure und dem gelungenen Ausbau im Barrique, sodass als Ergebnis ein Rotwein der Rebsorte Samtrot entstanden ist, der nicht anders als großartig und als sehr geschmackvoll bezeichnet werden kann. Freunde eines runden, weichen, fruchtigen und anspruchsvollen Rotweins werden ihn lieben. Einzigartig!

Der 2015er St. Kilian Samtrot trocken hat 13,5%vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden.  

2015er Triebwerk Lemberger,  trocken, im Barrique gereift

Zum Abschluss unserer kleinen Verkostungsreihe durch die Weinkeller der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg hier nun ein absolutes Highlight der württembergischen Spitzen-Kellerei. Genossen wird ein 2015er Lemberger, der trocken ausgebaut, im Barrique gereift ist. In der Top-Linie Triebwerk geführt, handelt es sich um einen Spitzen-Rotwein, der von den Jungwinzern der Genossenschaft mit den allerbesten Vorrausetzungen erzeugt wurde. Nur die edelsten Trauben aus den besten Lagen rund um Heilbronn wurden für diesen 2015er Triebwerk Lemberger herangezogen. Die Rebstöcke haben dabei teilweise ein Alter von mehr als 60 Jahre. Die Böden auf denen sie gewachsen sind, zeigen die vielfältigsten Gesteinsformationen und das besondere Mikroklima lässt ein Terroir entstehen, das für den Lemberger einzigartig ist. Und das Ergebnis ist sensationell. Dies wird auch durch die Prämierungen bestätigt, etwa die 89 Punkte beim Meiningers Rotweinpreis.

Die Farbe dieses charaktervollen Triebwerk Lemberger trocken ist ein dichtes tiefgründiges Dunkelrot. Geben Sie dem grandiosen Lemberger die Chance zu zeigen, was alles in ihm steckt und lassen sie ihn zunächst in aller Ruhe sich mit Sauerstoff vermählen. Dies zeigt sowohl Respekt vor dem Wein, aber auch vor den großartigen Winzern, die eine solche Pretiose erzeugt haben. Das olfaktorische Erlebnis ist danach mehr als beglückend. Eine überwältigende Fruchtfülle an roten Früchten, wie Brombeeren, Pflaumen, Heidelbeeren, Holunderbeeren aber auch Vanille und Schokolade werden mit der Nase wahrgenommen, wozu sich noch ein mineralisch-erdiger Duft gesellt. Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und von einer beerig-würzigen Geschmackskomponente ergänzt. Der 2015er Triebwerk Lemberger trocken ist ein fulminanter Wein mit einer grandiosen Struktur. Er ist von kräftiger Statur, ungemein dicht und extraktreich, sehr intensiv und voluminös und voll und rund. Dabei ist seine Tanninstruktur optimal auf das Frucht-Gerüst abgestimmt, seine Säure ein großartig tragendes Element im einmaligen Gesamten. Ein solch charaktervoller Wein hinterlässt großartige Erinnerungen, mit einem Wort: eine absolute "Granate". Chapeau!

Der 2015er Triebwerk Lemberger trocken hat 13,5% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius überaus genossen werden.

Nachdem wir jetzt die Klasse-Weine der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg mit großer Begeisterung und viel Freude verkostet haben, hier unser Fazit:

Die Genossenschaftskellerei Heilbronn ist nicht nur eine der größten Genossenschaften in Deutschland, sie ist auch eine der besten. Dies haben die Weine ganz deutlich gezeigt, denn ob Chardonnay mit Weissburgunder, Cuvée Blanc oder Triebwerk Riesling bei den Weißen und St. Veit Cuvée, St. Kilian Samtrot oder ganz besonders der Triebwerk Lemberger, alle Weine sind von allerhöchstem Niveau und von einer Spitzen-Qualität. Die Gründe warum das so ist, kristallisieren sich eindeutig heraus, wenn man sieht, welche Ausnahme-Lagen rund um Heilbronn zu finden sind, welche exzellenten Böden sich mit einem besonderen Mikro-Klima zusammentun, damit so ein Terroir entsteht, das einzigartige Weine wachsen lässt. 

Nimmt man dann noch die lange Tradition der über 1000 Winzer, die der Genossenschaft angehören, die bestens ausgebildeten Kellermeister und nicht zu vergessen, das nimmermüde Engagement von allen in der Genossenschaft nur das Allerbeste zu erzeugen, dann wird klar, warum solche absoluten Weine zustande kommen. Es ist die erfolgreiche Symbiose von Gemeinschaft, Wissen und Können und die Neugierde und das Interesse bei der Entwicklung des Weinbaus immer ganz vorne mit dabei zu sein, etwa durch die eigene Rebveredlung. Solche Gründe sind es die ganz in die erste Reihe der deutschen Weinerzeuger führen. Da die Württemberger ihre Weine am meisten lieben, gibt es eine riesige Fan-Gemeinde, die die Tropfen aus der Genossenschaft über alles schätzen. 

Damit stehen sie aber mitnichten allein, denn auch wir gehören nach dieser Verkostung zu ihren begeisterten Anhängern. Die professionelle Weinszene ansonsten bezeugt ja regelmäßig mit ihren Super-Bewertungen, welchen außerordentlichen Stellenwert die Winzer der Heilbronner Genossenschaft haben und da stehen auch die Fachjournale in nichts nach. Doch am Ende ist es der Wein im Glas, der zeigt was los ist, und der ist Spitze. 

Deshalb sagen wir: Maximal empfehlenswert.

 Peter J. und Helga König

Anbei der Link zur Homepage der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg e.G.. Dort können Sie den Wein bestellen. http://www.wg-heilbronn.de/home.html