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Winzerverein Meersburg Baden Bodensee 4 Weissweine 1 Rosé 1 Rotwein- https://www.meersburger.de/

 Foto: Helga König
Wer kennt sie nicht, die wunderschöne Stadt Meersburg, sehr malerisch am Nordufer des Bodensees gelegen? Neben allem pittoresken Flair ist es hauptsächlich der Wein der Meersburg auszeichnet, seine Lagen am Seeufer und die Weinberge die von den Winzern des Winzervereins Meersburg kultiviert werden. Schließlich ist die Genossenschaft die zweitälteste ganz Badens, wurde sie doch im Jahre 1884 durch Karl Benz ins Leben gerufen. Tradition spielt dementsprechend eine ganz große Rolle und geht einher mit der Moderne, die sich durch viel Wissen, Erfahrung und modernste Kellerwirtschaft zeigt. 

Insgesamt 30 Winzerbetriebe erzeugen auf 50 ha Rebfläche Weine, die von höchstem Niveau und allerbester Qualität sind. Dies ist bedingt durch das ganz besondere Terroir, das die Bodensee-Region auszeichnet und wozu der See mit seinem Wasser bei der Reifung der Trauben nicht unerheblich mit dazu beiträgt. Gerade die ufernahen Lagen profitieren von dem Temperatur- Ausgleich des Sees, der tagsüber die Sonne auf die Trauben widerspiegelt, während des Nachts die Wärme des Wassers in kühlen Nächten sich ausgleichend auf die Reben auswirkt. Diese besonderen Lagen, die die Winzer vom Winzerverein Meersburg ihr eigen nennen können sind, Meersburger Sonnenufer, Meersburger Fohrenberg und Meersburger Sängerhalde, allesamt Spitzenlagen mit ganz hervorragenden Qualitäten an unterschiedlichen weißen und roten Rebsorten. 

Neben dem ganz besonderen Kleinklima ist es die optimale Bodenbeschaffenheit aus Moränenschotter, sandigem Lehm und Kalk, die dafür sorgt, dass sich die Rebstöcke sehr wohl fühlen und dieses Traubengut wachsen lässt, das schließlich zu Spitzenweinen vinifiziert wird. Als Rebsorten werden angebaut: Müller-Thurgau 35%, Spätburgunder 30%, Spätburgunder Weißherbst 15%, Grauburgunder/Ruländer 7%, Weißburgunder 4%, Kerner „%, Chardonnay 2%, Bacchus 3%, Dornfelder 1%, Muskateller 1%. 

Bei solchen Spitzenweinen ist es nicht verwunderlich, dass diese auch bei professionellen Verkostungen besonders gut abschneiden und der Winzerverein Meersburg eine führende Stellung bei den Winzergenossenschaften insgesamt in ganz Baden einnimmt. Die Bestätigung findet sich etwa durch den 1.Platz beim Internationalen Müller-Thurgau-Preis 2017 für einen Wein dieser Rebsorte und ebenso bei der gleichen Prämierung 2018 wo ein Müller-Thurgau des Winzervereins Meersburg den sehr beachtlichen 2.Preis gewinnen konnte. Zudem zählt das Internationale Weinmagazin "bonvinitas" bereits seit mehreren Jahren den Winzerverein Meersburg zu den besten Weinerzeugern hierzulande und hat die Genossenschaft dementsprechend immer wieder zertifiziert.

Aber auch andere Fachmagazine wie "Selection" und "Savoir vivre" haben die Weine der Meersburger Winzergenossenschaft mit Gold und Silber oder mit 4 und 3 Sternen ausgezeichnet. Gold gab es auch auf der AWC Vienna, der weltweit größten Verkostung in Wien. Alles dies zeigt, dass das erfolgreiche Weinmachen in Meersburg durch die Genossenschafts-Winzer das Ergebnis von mehreren entscheidenden Faktoren ist, denn hier treffen Terroir, Tradition, Können, Wissen, Engagement und moderne Technik zusammen und lassen so Weine entstehen, die einfach ganz wunderbar schmecken. 

Doch letztendlich ist es der Wein im Glas der darüber Auskunft gibt wie gut er wirklich ist. Und um dies zu erfahren, wollen wir jetzt mit der Verkostung der 6 ausgesuchten Weine beginnen: 

 Foto: Helga König
2017 Meersburger Sängerhalde Müller-Thurgau Trocken 

Beginnen wollen wir unsere interessante, kleine Verkostungsreihe mit diesem 2017er Müller-Thurgau, der trocken ausgebaut wurde. Die Trauben zu diesem Wein sind in der Spitzenlage Meersburger Sängerhalde gewachsen. Müller-Thurgau ist eine Weißweinsorte, die auch unter dem Namen Rivaner bekannt ist. Gezüchtet wurde diese Rebsorte im Jahre 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau vom Schweizer Hermann Müller-Thurgau aus dem Kanton Thurgau. Müller-Thurgau ist mittlerweile weltweit die erfolgreichste Weißweinneuzüchtung. 

Es handelt sich dabei um eine Kreuzung der Rebsorten Riesling und der wenig bekannten französischen Rebe Madelaine Royale. Ursprünglich nahm Hermann Müller an, er habe Riesling mit Silvaner gekreuzt, dies konnte jedoch Jahrzehnte später durch gentechnische Untersuchungen zugunsten der Madelaine Royale-Traube widerlegt werden. 

Wie bereits erwähnt, ist die Rebsorte Müller-Thurgau die meist angebaute Rebe des Winzervereins Meersburg und welchen Erfolg die Genossenschafts-Winzer mit dieser Taube haben, zeigt erneut auch wieder einmal die Prämierung dieses Jahrganges, der vom Internationalen Weinmagazin "bonvinitas" mit hervorragenden 88 Punkten bewertet worden ist. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die nie ein Wein verkostet werden sollte, ist es ratsam ihm den nötigen Sauerstoff zu gewähren. Die Nase wird danach mir wunderbaren Anklängen nach Sommeräpfeln, Wiesenblumen und Zitrus beglückt. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich bestätigt und durch eine angenehme Säure ergänzt, die es vorzüglich versteht die Fruchtaromen zu tragen. 

Der 2017er Müller-Thurgau ist intensiv und frisch im Geschmack, besitzt viel Substanz und ist dabei elegant und mit einem eigenen Charakter versehen. Der lange Nachhall zeigt noch einmal wie rassig, voluminös und animierend der Wein ist. Ob mit Freunden in fröhlicher Runde oder solo zur täglichen Erfrischung, der 2017er Müller-Thurgau schmeckt in jedem Fall wunderbar. Großartig! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2017 Meersburger Sonnenufer Weissburgunder Trocken 

Es folgt ein weiterer Top-Weißwein aus dem Winzerverein Meersburg mit diesem herrlichen 2017er Weissburgunder, der ebenfalls trocken ausgebaut wurde. Hier stammt das Traubengut von der zweiten Spitzenlage der Meersburger Winzer, dem Meersburger Sonnenufer. Wie der Name es bereits sagt, ist das Klima in dieser Lage auch vom Bodensee geprägt, die Bodenbeschaffenheit besteht aus Moränenschotter, sandigem Lehm und Kalk. Auf diesen Böden fühlen sich die Burgundersorten besonders wohl, während die vielen Sonnenstunden dafür sorgen, dass hochreifes, gesundes Traubengut heranreifen kann. Diese Bedingungen sind es, die für die außergewöhnlichen Weine am Ufer des Bodensees sorgen. Und da ist es auch nicht verwunderlich, dass auch dieser wunderbare 2017er Weissburgunder vom Internationalen Weinmagazin "bonvinitas" ebenfalls mit beachtlichen 88 Punkten bewertet wurde.

Farblich zeigt sich der 2017er Meersburger Sonnenufer Weissburgunder trocken in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Bitte auch hier wieder auf die richtige Belüftung mit Sauerstoff achten, damit der Wein sein ganzes Potential offerieren kann. Olfaktorisch zeigen sich danach Aromen, die an rauchige Marzipannoten, Wiesenblumen und Karambole erinnern. Mund und Gaumen bestätigen geschmacklich die mit der Nase wahrgenommen Eindrücke. Die gut eingebundene Säure trägt die Fruchtaromen perfekt und sorgt für einen wunderbaren Frucht-Säure-Bogen. 

Der 2017er Weissburgunder besitzt viel geschmackliche Substanz, ist kraftvoll, dabei vollmundig und elegant und begeistert den Verkoster auf Anhieb. Bei einem langen Abgang zeigt der Wein die nötige Frische, die einen solchen Top-Weissburgunder einfach auszeichnet. Hier bleibt es nicht nur bei einem Glas, wenn man abends in aller Ruhe auf der Terrasse den Tag ausklingen lassen möchte, dafür schmeckt der 2017er Meersburger Sonnenufer Weissburgunder trocken viel zu gut. Aber auch als idealer Begleiter zu leichten Geflügelspeisen oder Süßwasserfischen macht sich der Wein bestens. Chapeau! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

2017 Meersburger Sonnenufer Grauburgunder Trocken 

Weiter geht es mit diesem 2017er Grauburgunder, der trocken ausgebaut und ebenfalls in der ganz besonderen Lage Meersburger Sonnenufer gewachsen ist. Französisch "Pinot Gris" ist die Traube in Deutschland unter dem Namen Ruländer klassifiziert. Grauburgunder oder Grauer Burgunder sind für deutsche Weine dieser Rebsorte zulässige Synonyme. In den 1980er Jahren ist dieser Wein unter seiner italienischen Bezeichnung Pinot Grigio ein wahrer Renner hierzulande geworden, und nicht immer durch seine besondere Qualität.

In allen deutschen Anbau-Gebieten steht Baden inklusive der Bodensee-Region absolut führend in Hinblick auf die bestockte Rebfläche, wobei Grauburgunder in Deutschland mit der größten Anbau-Fläche weltweit aufwarten kann. Dies hat auch etwas mit dem veränderten Ausbau der Traube zu tun, die früher traditionell eher als Ruländer süß und schwer mit sehr reifen und edelfaulen Trauben durchgeführt wurde, während hierzulande ab den 1990er Jahren ein neuer Stil kreiert worden ist, mit mehr Säure, weniger Süße, im Geschmack elegant und absolut als optimaler Essensbegleiter geeignet, so wie der hier verkostete 2017er Grauburgunder trocken, der durchgegoren aus bestem Lesegut stammt. Da ist es ganz natürlich, dass dieser Wein ausgezeichnet worden ist, von "bonvintas" mit bemerkenswerten 85 Punkten und durch den Grauburgunder-Preis 2018 auf Grund seiner ganz besonderen Qualität.

Im Glas zeigt sich der Wein in einer kräftigen goldgelben Farbe. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die nötige Beatmung des Grauburgunders, damit er seine gesamte Duft- und Geschmacksfülle anbieten kann. Jetzt zeigen sich Anklänge in der Nase, die an Apfel, Birne, Ananas und Zitrus erinnern. Im Mund und am Gaumen werden diese Frucht-Nuancen bestens geschmacklich bestätigt. Es ist diese ganz besondere Säure, die einerseits die Frucht-Aromen einbindet und trägt, anderseits dem Grauburgunder Volumen und Kraft gibt. Dies bestätigt auch der lange Abgang, der zeigt wie komplett und animierend der Wein ist, ebenso aber auch elegant und ganz besonders frisch. Dieser 2017er Meersburger Sonnenufer Grauburgunder trocken ist ein sehr überzeugendes Beispiel, warum die Rebsorte in Deutschland sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Exzellent! 

 Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2017 Meersburger Sonnenufer Chardonnay Trocken 

Und es geht weiter mit einem wunderbaren Weisswein aus der Spitzenlage Meersburger Sonnenufer des Winzervereins Meersburg mit diesem 2017er Chardonnay trocken. Der Chardonnay ist ursprünglich eine französische Rebsorte, eng verwandt mit Weißburgunder, und noch heute wird mit Abstand diese Rebe am häufigsten in Frankreich angebaut. Doch über die letzten Jahrzehnte hat Chardonnay geradezu einen Siegeszug durch die Wein-Anbaugebiete rund um den Globus gestartet, sodass er mittlerweile den fünften Platz von allen weltweit angebauten Rebsorten einnimmt. In Frankreich gibt es berühmte Anbau-Gebiete, wie Puligny-Montrachet, Meursault, Corton-Charlemagne oder Chablis und zur Champagner-Herstellung wird der Chardonnay als führender Weißwein verarbeitet. 

Neben seiner besonderen Qualität zeichnet sich die Rebsorte durch eine große Anpassungsfähigkeit aus, sodass sie für ein unterschiedliches Terroir bestens geeignet ist und so, je nachdem wo sie kultiviert wird, einen eigenen, unverkennbaren Geschmack aufweist, der immer einen eigenen Charakter hat. In Deutschland ist die Traube erst 1999 amtlich zugelassen worden, nachdem sie in der Pfalz von einem Winzer probeweise, aber weintechnisch nicht akzeptiert, angebaut wurde.

Mittlerweile erfreut sich der Chardonnay hierzulande einer immer größeren Beliebtheit und es ist zu erwarten, dass der Wein in der Gunst der Deutschen an Zustimmung noch mächtig zunehmen wird. Dafür sorgt auch der hier verkostete 2017er Chardonnay trocken. 

Farblich präsentiert sich der Wein im Glas in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Und nur kurz, Sauerstoff bitte nicht vergessen. Dies öffnet den Chardonnay nicht nur, sondern zeigt auch, dass man dem Wein und seinen Erzeugern den nötigen Respekt entgegenbringt. Wunderbare Aromen nach Apfel, Pfirsich und Kräuternoten sind das olfaktorische Ergebnis, das von der richtigen Säure getragen werden, sodass ein gelungener Frucht-Säure-Bogen entsteht. 

Der 2017er Chardonnay trocken ist kraftvoll, intensiv im Geschmack, besitzt die nötige Fülle, ist elegant und harmonisch. Und wie alle guten Weissweine der Meersburger Winzer zeigt er seine ganz besondere Frische, die sich bis ins lange Finish hineinzieht und begeistert. Hier ist ein ganz besonderer Chardonnay gelungen, der optimal schmeckt. Á la bonne heure! 

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

 Foto: Helga König
2017 Meersburger Sonnenufer Spätburgunder Rosé Trocken  

Nach den vier Top-Weissweinen kommen wir jetzt zu diesem 2017er Spätburgunder Rosé, der trocken ausgebaut wurde. Erneut ist die Spitzenlage Meersburger Sonnenufer der Weinberg, in dem die Trauben zu diesem Wein kultiviert wurden. Basis ist die Rebsorte Spätburgunder, die ganz hervorragend in der Lage wächst und die Chance ermöglicht, bestes hochreifes, gesundes Rebgut zu ernten. Vorab darf gesagt werden, dass Rosé-Weine hierzulande an Beliebtheit ständig zunehmen, etwa 10% des deutschen Wein-Konsums fallen auf diese Art von Wein, neben Rot und Weiß, Orange einmal beiseite gelassen.

Gerade im Sommer, speziell wenn er so heiß und lang ist wie in diesem Jahr, lässt sich ein Rosé besonders gut genießen. Dies hat etwas mit der Art der Vinifizierung zu tun, denn Rosé stammt von dem Saft roter Trauben, hier Spätburgunder, die dann aber weiß vinifiziert werden, also wie ein Weißwein im gekühlten Gärtank. Bekanntermaßen ist ja der Saft der Rotwein-Traube auch weiß, die Rotpigmente sitzen in der Beerenhaut und werden durch die Pressung erst aus der Schale gelöst, um sich dann mit dem weißen Saft zu verbinden. Dieser Prozess wird nach wenigen Stunden gestoppt, indem Saft und Maische getrennt werden. So erhält der Rosé seine rosarote Farbe, die je nach Länge auf der Maische unterschiedlich intensiv sein kann. Mediterrane Rosé können durchaus dunkelrot werden und sind doch keine Rotweine, weil sie eben letztendlich weiß ausgebaut wurden.

Ein Rosé bringt die intensiven, kraftvollen Aromen einer Rotwein-Traube mit und hat doch die Frische eines Weißweines. Da in der Regel auch der Alkohol-Grad eher moderat ist, ohne dass der Wein an geschmacklicher Intensität verliert, ist ein schön gekühlter Rosé ideal für warme Sommerabende, speziell im Freien, wie eben dieser 2017er Spätburgunder Rosé trocken, der ebenfalls von "bonvinitas"mit 86 Punkten prämiert wurde und von "Savoir Vivre" die Goldmedille erhielt.

Im Glas erfreut das angenehme Rosa das Auge, wobei gleich eine wunderbare Frische signalisiert wird. Wie immer sollte man auch hier dem Wein die Chance geben, sich komplett und von seiner besten Seite zu zeigen, eben durch die nötige Beatmung. Duftnoten, die an Erdbeeren und helle Kirschen erinnern, ebenso leichte Nuancen von Bittermandel, werden von der Nase mit viel Wohlgefallen wahrgenommen. Ein solcher wunderbarer Rosé benötigt aber auch eine gut eingebundene Säure, damit er perfekt und gut ausbalanciert ist und eindeutig überzeugen kann. Dies ist bei dem hier verkosteten 2017er Spätburgunder Rosé trocken absolut der Fall, der Wein kommt voll, rund, frisch und lebendig daher und weiß auf Anhieb zu überzeugen. Schluck für Schluck ist der Rosé einfach ganz außerordentlich gut, da muss unbedingt noch ein weiteres Glas her. Grandios!

Der Wein hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.


 Foto: Helga König
2017 Meersburger Sonnenufer Rotwein Cuvée Trocken –Edition- 

Der Abschluss unserer Verkostung findet mit dieser 2017er roten Cuvée statt. Diese Extra-Cuvée wird von dem Winzerverein Meersburg unter der besonderen Rubrik "Edition" angeboten.

Die Rotwein-Trauben stammen aus der Lage Meersburger Sonnenufer, die bereits bei den Weinen zuvor gezeigt hat, welche exzellenten Weine hier wachsen. Den Winzern des Meersburger Winzervereins, die wie bereits erwähnt die zweitälteste Winzergenossenschaft Badens ist, geht es um die Nachhaltigkeit ihrer Weinberge, aber ebenso um die beste Qualität ihrer Weine. Beide Ziele sind am besten durch die naturnahe Pflege ihrer Lagen zu erreichen, wobei die Rebstöcke ertragsreduzierend beschnitten werden und bei der Ernte auf eine selektive Lese geachtet wird, damit nur gesundes, vollreifes Traubengut zur Verarbeitung zeitnah in den Keller gelangt. Dort werden die Trauben äußerst schonend verarbeitet. Nur so können solche Spitzen-Erzeugnisse erreicht werden, wie die hier verkostete 2017er Meersburger Sonnenufer Rotwein Cuvée trocken.

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer kräftigen dunkelroten Farbe, die gleich Dichte signalisiert. Hat bereits der Weisswein genügend Sauerstoff benötigt um sich richtig zu öffnen, so gilt dies für einen Rotwein erst recht. Anklänge an intensive Beerenfrucht, wie Brombeeren und schwarze Johannisbeeren werden mit der Nase registriert. Mund und Gaumen bestätigen geschmacklich die olfaktorischen Eindrücke, wobei sich auch noch feine Gerbstoffnoten hinzugesellen. Die Cuvée besitzt ein beachtliches Tannin-Gerüst, das dem Rotwein nicht nur Fülle und Eleganz verleiht, sondern ihm auch viel Kraft und Substanz gibt. Der Rotwein ist durchaus komplex, von kräftiger Statur und besitzt den nötigen Extrakt. Trotz ihrer Jugend zeigt die Cuvée bereits jetzt einen ausgeprägten Charakter, der sich aber in den nächsten Monaten auf der Flasche noch vertiefen wird. Der Wein ist gehaltvoll, besitzt einen intensiven, langen Abgang und begeistert den Rotwein-Freund der einen substanziellen, kompletten Roten liebt auf Anhieb. Exzellent!

 Die 2017er Meersburger Sonnenufer Rotwein Cuvée trocken –Edition- hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius verkostet werden.

Nachdem wir jetzt die 4 Weissweine, den Rosé und die Rotwein Cuvée vom Meersburger Winzerverein mit großem Interesse und voller Neugierde verkostet haben, hier unser Fazit:

Alle verkosteten Weine besitzen unzweifelhaft höchstes Niveau und sind von allerbester Qualität. Dies ist zum einen auf die Spitzenlagen zurückzuführen, über die die Winzer der Meersburger Genossenschaft verfügen, zum anderen, und dies ist nicht minder für einen Spitzenwein wichtig, über die fundierten Kenntnisse des Weinmachens, die akribische Arbeit in den Weinbergen und im Keller und notwendigerweise über das nimmermüde Engagement aller Beteiligten, die für solche Top-Weine mit verantwortlich sind. Alle Weine besitzen ihren eigenen Charakter, sind individuell, verkörpert bestens das Terroir aus dem sie stammen und sind unverwechselbar. Und dabei zeugen sie auch noch von der „guten Handschrift“ des Kellermeisters Valentin Wagner, der sein Handwerk des Weinmachens bestens versteht, wie auch die Prämierungen es deutlich zeigen. Im Glas haben die Weine des Meersburger Winzervereins uns absolut überzeugt, sie schmecken bestens, wir haben sie mit viel Freude verkostet.

 Deshalb: Absolut empfehlenswert

 Peter J. und Helga König

Onlinebestellung: https://www.meersburger.de/

Weingärtner Markelsheim 1 Weisswein, 1 Rosé, 3 Rotweine und 1 Sekt -https://www.markelsheimer-wein.de/

 Foto: Helga König
Die Winzergenossenschaft der Weingärtner Markelsheim e.G. ist im lieblichen Taubertal in der Nähe von Bad Mergentheim im Weinbau-Gebiet Württemberg zu finden. Hier haben sich etwa 300 Weingärtner aus 7 Weinbau-Gemeinden zusammengeschlossen, um auf einer Rebfläche von mehr als 180 Hektar besondere Weine zu kultivieren. Weinbau hat in dieser Region eine große Tradition, denn das Terroir ist hier bestens geeignet solche zu erzeugen mit den Muschelkalkböden und dem besonderen Kleinklima. 

Die Winzer der Genossenschaft legen größten Wert auf den naturnahen Anbau ihrer Weine und für das nachhaltige Bewirtschaften ihrer Weinberge, die sowohl im Vorbach-, als auch im Taubertal zu finden sind. Zu den Weingärtnern Markelsheim gehören die Weinorte Markelsheim, Elpersheim, Weickershein, Laudenbach, Schäftersheim, Vorbachzimmern, Niederstetten und Oberstetten. Alle genannten Weinorte verfügen nicht nur über eine jahrtausendealte kulturelle Geschichte, schließlich befinden sie sich im absoluten Zentrum der deutschen Landen, hier ist auch der Weinbau weit über tausend Jahre beheimatet. Wein ist sozusagen ein wesentlicher Teil der Identifikation der Region. Dass dazu auch die besondere Landschaft gehört, lieblich durch die Täler und ungemein anziehend die Weinberge mit ihren Terrassen, versteht jeder der einmal das Vorbach- und das Taubertal besucht hat. 

Das besondere Terroir lässt die unterschiedlichsten Rebsorten wachsen, sei es weiß oder rot. Bei den Weißweinen werden die Traubenarten Silvaner, Bacchus, Weißburgunder, Müller-Thurgau (Rivaner), Grauburgunder, Kerner, Riesling und Traminer mit großem Erfolg angebaut, bei den Rotweinen sind es Schwarzriesling, Trollinger, Tauberschwarz (eine ganz spezielle, alte Rebsorte des Tauber- und Vorbachtals), Acolon, Dornfelder, Regent, Spätburgunder und Zweigelt. 

Natürlich werden auch wunderbare Rosé-Weine aus den Rotwein-Trauben vinifiziert, so etwa der Schillerwein, eine echte Württembergische Spezialität, dazu besondere Weißherbste, die sich vom ebenfalls erzeugten Rosé durch die Tatsache unterscheiden, dass sie von einer Rotweinsorte stammen, deren Trauben auch noch aus einer Lage Stammen. Ergänzt wird das Sortiment der Weingärtner Markelsheim durch hervorragende Secco und Sekte, die in der Spitze nach dem aufwendigen und besten Verfahren der Versektung, der klassischen Flaschengärung hergestellt wurden. 

Damit der Wein- und Sektliebhaber einen speziellen Überblick über die Erzeugnisse der Genossenschafts-Winzer erhält, wurde die Premium-Linie "Lust-Genuss-Tradition" geschaffen, die einen Überblick über die Preziosen der Weingärtner Markelsheim vermittelt. Hier finden sich auch die Spezialitäten, die im Barrique gereift sind, ebenso der bereits erwähnte Spitzensekt nach Flaschengärung. Eine weitere Spezialität ist der Malie, eine Cuvée aus roten oder weißen Trauben, wobei das Augenmerk auf einen lieblichen Ausbau gelegt wurde, mit einem perfekten Verhältnis von feiner Süße und anregender Säure. 

Bevor es jetzt zur eigentlichen Verkostung der Weine und des Sektes kommt, muss bereits jetzt auf das bemerkenswerte Preis-Leistungs-Verhältnis hingewiesen werden, das alle Erzeugnisse der Weingärtner Markelsheim auszeichnet. Und damit "in medias res": 

Foto: Helga König 
2015 Markelsheimer Probstberg Silvaner Auslese Trocken 

Schon zu Beginn unserer kleinen aber feinen Verkostung wollen wir gleich mit einem Highlight der Genossenschaft aufwarten, mit diesem Prädikatswein der Ausbaustufe Auslese aus dem Jahrgang 2015, der natürlich in der Rubrik "Lust-Genuss-Tradition" geführt wird. Gewachsen sind die Trauben zu diesem trockenen Silvaner in einer der Spitzenlagen der Weingärtner dem Markelsheimer Probstberg. In einer kleinen Parzelle am Fuße des Probstberges, von den Einheimischen liebevoll "Riedle" genannt, findet sich das geeignete Terroir um gesundes und hochreifes Traubengut zu ernten, das Auslese-Qualität hervorbringt, dank des reichen Vorkommens an Muschelkalk und einem speziellen Kleinklima mit besonders viel Sonne. Die Trauben zu diesem Silvaner stammen von über 60 Jahre alten Reben. Hier haben sich die Wurzeln der Rebstöcke tief in das Erdreich vorgearbeitet, was ihnen nicht nur genügend Wasser in trockenen Perioden garantiert, sondern auch eine intensive Versorgung an Mineralien verschafft. Deshalb spricht man hier auch von sogenannten "Alten Reben", was inoffiziell durchaus von einer gesteigerten Qualität des Weines zeugt. 

Wie hervorragend die 2015er Silvaner Auslese trocken dann auch gelungen ist, zeigen die beiden Auszeichnungen mit denen sich der Wein schmücken kann, zum einen durch die Gourmet-Zeitschrift Select, die 3 Sterne bei der Verkostung "Weine aus alten Reben 2016" vergab und zum anderen durch die Prämierung mit der Silbermedaille bei der "AWC Vienna", der weltweit größten professionellen Verkostung von Weinen in Wien. 

Im Glas zeigt sich die 2015er Auslese in einer hellen gelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die man niemals einen Wein verkosten sollte, ist es angebracht, ihm zunächst genügend Sauerstoff zu gönnen. Jetzt zeigen sich wunderbare Anklänge in der Nase, die an Apfel, Zitrus und an eine leichte Mandelkomponete erinnern. Im Mund und am Gaumen werden die Fruchtnuancen geschmacklich bestätigt und durch eine wunderbar integrierte Säure getragen. So kommt ein ganz ausgeprägtes, herrliches Süße-Säure-Spiel zustande, das sich bis in den langen Nachhall intensiv hinzieht. 

Die 2015er Silvaner Auslese trocken besitzt sehr viel Substanz, ist wunderbar dicht und bestens ausbalanciert, sehr animierend im Geschmack und dabei durchaus kraftvoll. Hier ist den Weingärtnern Markelsheim wirklich eine Pretiose gelungen die komplett überzeugt und wunderbar schmeckt. Chapeau! 

Die 2015er Markelsheimer Probstberg Silvaner Auslese trocken hat 13,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

 Foto: Helga König
2017 Markelsheimer Tauberberg Tauberschwarz Rosé Trocken 

Es folgt nun ein ganz spezieller Rosé aus der Rebsorte Tauberschwarz, der trocken ausgebaut wurde. Die Trauben stammen aus der Lage Markelsheimer Tauberberg. Zunächst soll hier auf die eher unbekannte, aber sehr alte Traube "Tauberschwarz" eingegangen werden, denn sie hat es verdient einem größeren Wein-Publikum vorgestellt zu werden. "Tauberschwarz" ist eine ganz spezielle Rebsorte aus dem Tauber- und Vorbachtal, dem Weinbergs-Gebiet der Weingärtner Markelsheim. Er entstand aus einem namenloser Rotwein um die Jahre 1559/60, als Graf Wolfgang von Hohenlohe die Reben in Weickersheim und Umgebung anpflanzen ließ. Im Jahre 1726 erhielt der namenlose Rotwein durch Graf Carl-Ludwig von Hohenlohe-Weickersheim erstmalig seinen noch heute gültigen Namen "Tauberschwarz". Als Rotwein hervorragend, eignet sich die Rebe auch bestens zum Ausbau eines frischen, geschmackvollen Rosé, so wie er hier verkostet wird. 

Wie bereits zu entnehmen, stammt ein Rosé-Wein von einer roten Traube, hier Tauberschwarz, die dann aber weiß gekeltert wird. Dies geschieht, indem nach der Pressung nach einigen wenigen Stunden der Saft, der auch bei der Rotwein-Traube hell ist, von den Beerenhäuten, in denen der rote Farbstoff zu finden ist, getrennt wird. So gelangt nur eine geringe rote Pigmentierung in den Saft und es entsteht diese frische, animierende Rosa-Farbe, die solche Weine auszeichnet. 

Der Saft wird dann weiß gekeltert, er erhält seine Reifung wie Weißweine im gekühlten Gärtank. Rosé-Weine besitzen so die intensiven Aromen der Rotwein-Trauben, gepaart mit der Frische des weißen Ausbaus. In Deutschland wird diese Art des Weines immer beliebter, mittlerweile fallen fast 10 Prozent des Wein-Konsums auf solche Rosé, zumal sie gerade zur Sommerzeit nahezu ideal sind.

Farblich präsentiert sich der Wein im Glas in diesem leuchtenden Rosa mit brillanten Reflexen. Auch jetzt bitte nicht die Beatmung des Rosé vergessen, damit er sein ganzes Potential offerieren kann. Die Nase hat anschließend das Vergnügen feine Nuancen von Erdbeeren und Zitrus wahrzunehmen. Mund und Gaumen bestätigen die Fruchtanklänge geschmacklich bestens, wobei der trockene Ausbau mit der geeigneten Säure dem Wein Fülle, Frische und eine angenehme Eleganz verleihen. Bei einem langen Nachhall wird noch einmal bestätigt, wie besonders fruchtig und frisch der 2017er Tauberschwarz Rosé ist und dabei doch leicht, animierend und voller Trinkfreude. Da lässt sich schon durchaus das eine oder andere Glas trinken bei sommerlichen Abend auf der Terrasse, zumal wenn noch gegrillte Gemüse-Gerichte gereicht werden und ansonsten Gegrilltes eine angenehme Grundlage bietet. Top! 

Der 2017er Markelsheimer Tauberberg Tauberschwarz Rosé trocken hat moderate 11% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2012 Markelsheimer Tauberberg Zweigelt Spätlese Trocken 

Es folgen nun 3 exzellente Rotweine aus der Premium-Edition der Markelsheimer Weingärtner, die alle unter der Rubrik "Lust-Genuss-Tradition" gelistet sind. Zunächst steht diese 2012er Zweigelt Spätlese trocken zur Verkostung an. Gewachsen sind die Trauben zu diesem Prädikats-Rotwein in der besonderen Lage Markelsheimer Tauberberg. Dabei wurde nur hochreifes, gesundes Rebgut vinifiziert, das aus ertragsreduzierten Anlagen stammt und selektiert geerntet wurde. 

Sehr zeitnah wurden die Trauben danach zum Keller gebracht, wo sie äußerst schonend verarbeitet wurden, einschließlich einer langen Maischegärung und durch den Ausbau im Barrique bei einer behutsamen Lagerung im Barriquefass aus schwäbischer Eiche. Die Rebsorte Zweigelt ist eine Neuzüchtung aus zwei österreichischen autochthonen Rebsorten, nämlich aus St. Laurent und Blaufränkisch. 

Mittlerweile ist Zweigelt die am häufigsten angebaute Rotwein-Traube in Österreich und hierzulande wird sie mit Abstand am meisten in Württemberg angebaut. Wie gelungen die 2012er Markelsheimer Tauberberg Zweigelt Spätlese trocken ist, zeigt auch die Silbermedaille, mit der der Rotwein auf der AWC Vienna 2014, der weltweit größten professionellen Verkostung prämiert worden ist. 

Im Glas überzeugt die trockene Zweigelt Spätlese mit einer intensiven, dichten, dunkelroten Farbe mit violetten Reflexen. Hat bereits der Weißwein und der Rosé genügend Sauerstoff benötigt, um seine Duft- und Geschmacksfülle optimal anzubieten, so gilt dies für einen Rotwein erst recht, zumal wenn er eine solche Klasse hat wie dieser 2012er Zweigelt trocken in der Prädikatsstufe Spätlese. 

Wunderbare Anklänge an Sauerkirschen und Veilchen, aber auch Cassis und Kirsche beglücken die Nase, um danach im Mund und am Gaumen geschmacklich bestätigt zu werden. Hinzu gesellen sich noch feine Nuancen nach Pfeffer und Nelke, die ergänzt werden durch gut eingebundene Röstaromen, bedingt durch den gelungenen Holzeinfluss des Barrique-Fasses. 

Die 2012er Zweigelt Spätlese trocken besitzt ein beachtliches Volumen, ist stoffig, kraftvoll und bestens ausbalanciert, zugleich weich und rund im wunderbaren Nachhall. 

Der Barrique-Ausbau sorgt für eine lange Lagerfähigkeit und dass der Wein sich auf der Flasche in einigen Jahren weiterentwickelt hat, zeigt sein Geschmack jetzt im Glas ganz deutlich. Dieser Zweigelt macht einfach Spass, Schluck für Schluck ein wahrer Rotwein-Genuss. Optimal! 

Die 2012er Markelsheimer Tauberberg Zweigelt Spätlese trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius verkostet werden. 

Foto: Helga König 
2012 Markelsheimer Tauberberg Rotwein Cuvée Spätlese Trocken 

Als zweiter Premium-Wein der Edition "Lust-Genuss-Tradition" wird nun diese Rotwein-Cuvée des Jahrganges 2012 verkostet. Auch hier ist die Cuvée in der Prädikatsstufe Spätlese ausgebaut worden, trocken, wobei die Trauben der Rebsorten alle aus der Lage Markelsheimer Tauberberg stammen. Früh schon, im Wachstum der Rebe, wurde der Ertrag im Weinberg reduziert. Schließlich zur optimalen Reife wurde das Lesegut selektiert per Hand geerntet und traditionell auf der Maische vergoren. Damit die Spätlese Cuvée zusätzlich an Volumen, Kraft und Intensität zunimmt, hat der Kellermeister der Weingärtner Markelsheim sie im Barrique ausgebaut und in aller Ruhe heranreifen lassen. 

Erfahrene und sachkundige Winzer wissen, dass nur hochwertige Weine im kleinen Eichenholzfass an Qualität zusätzlich gewinnen. Deshalb wurde diese erstklassige Spätlese-Cuvée im Barrique gelagert, damit sie eine noch größere Aromenvielfalt gewinnen und zusätzlich eine längere Lagerfähigkeit. Solche Weine entwickeln sich auf der Flasche weiter, um dann auf dem Zenit mit einer absoluten Klasse zu brillieren. Da ist es nur allzu verständlich, dass die Juroren des Wein-Magazins Vinum der 2012er Rotwein Cuvée Spätlese trocken das "Certificate of Excellence" verliehen haben. Farblich zeigt sich der Rotwein im Glas in einem tiefen Dunkelrot. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die notwendige Belüftung der Cuvée, soll sie sich doch komplett überzeugend präsentieren. Gerade bei dem Ausbau im Barrique ist Sauerstoff unumgänglich damit so die Gerbstoffe, die die Aromen umhüllen, sich verflüchtigen können. 

Optimal ist dabei immer, den Wein zu dekantieren, er revanchiert sich dann mit seiner ganzen Klasse. Olfaktorisch werden Anklänge danach registriert, die intensiv an Johannisbeere, Kirsche und süßliche Gewürze wie Nelke und Zimt erinnert. Im Mund und am Gaumen werden diese olfaktorischen Nuancen geschmacklich bestens bestätigt. Ergänzt wird der Geschmack durch feine Holznoten, wobei sich zeigt wie gut das Tannin-Gerüst eingebunden ist und der Cuvée Kraft und Fülle verleiht. Der Wein ist stoffig, gehaltvoll und rund, dabei weich und samtig im Abgang. Hier ist den Weingärtner Markelsheim ein weiterer Spitzen-Rotwein gelungen, der begeistert und einfach wunderbar schmeckt. Exzellent! 

Die 2012er Markelsheimer Tauberberg Rotwein Cuvée trocken hat kraftvolle 13,5% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius getrunken werden. 

2013 Markelsheimer Tauberberg Spätburgunder Spätlese Trocken 

Abgerundet wird die wunderbare Rotwein-Session mit einem dritten Wein der Edition "Lust-Genuss-Tradition" , wobei eine 2013er Spätburgunder Spätlese trocken zur Verkostung kommt. Auch hier hat die Lage Markelsheimer Tauberberg für das absolute Rebgut gesorgt, das zur Vinifizierung dieses Spitzen-Spätburgunder das richtige Terroir geliefert hat. Die Qualitätsstufe Spätlese zeigt die sonnenverwöhnte Reife der Trauben an, der reduzierte Ertrag im Weinberg und die selektive Handlese sind die absoluten Qualitätsmerkmale für einen solchen wunderbaren Spätburgunder. Er wurde 14 Tage traditionell auf der Maische vergoren, um danach im Barrique seinen endgültigen Ausbau in aller Ruhe zu erleben. Dies gibt dem Spätburgunder seinen samtigen und weichen Charakter und natürlich auch wieder eine ausgedehnte Lagerfähigkeit, die er nutzen wird,um sich weiter zu entwickeln. Ein solcher Spätburgunder ist der ideale Begleiter für deftige Fleisch-Gerichte, Wild, Lamm und Rind, doch auch solo ist er eine Offenbarung. 

Im Glas zeigt sich die 2013er Spätburgunder Spätlese trocken in einem tiefen Burgunderrot mit violetten Reflexen. Bitte auch hier an den nötigen Sauerstoff denken, wegen des Barrique-Ausbaus, der Aromenvielfalt, aber auch um so dem Rotwein und seinen Machern den würdigen Respekt entgegen zu bringen. Ein solcher Spätburgunder hat es wahrlich verdient. Die Nase wird verwöhnt mit wunderbaren Anklängen nach reifen Kirschen, Brombeeren und etwas Bittermandel. Bestätigt werden die Fruchtaromen geschmacklich im Mund und am Gaumen, wobei sich zusätzlich noch kräutrige und feinwürzige Nuancen hinzu gesellen. Feine Holznoten und gut eingebundene Tannine runden das Volumen des Spätburgunders bestens ab, geben im Kraft und Fülle und sorgen für eine gewisse Komplexität, die die 2013er Spätburgunder Spätlese trocken nicht nur sehr gehaltvoll sondern auch ungemein trinkfreudig machen. 

Spätburgunder-Freunde aufgepasst, hier ist geballte Lust im Glas. Á la bonne heure! 

Die 2013er Markelsheimer Tauberberg Spätburgunder Spätlese trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden. 

 Foto: Helga König
2015 Pinot Blanc de Blancs Sekt Brut Nature 

Nicht nur die Spitzenweine der Weingärtner Markelsheim werden in der Premium-Edition "Lust-Genuss-Tradition" der Genossenschaft geführt, auch dieser außergewöhnliche Sekt ist hier zu finden. Dabei handelt es sich auf der Basis eines besonderen Grauburgunders um einen "Blanc de Blancs", der zur Versektung gekommen ist, wobei ausschließlich weiße Trauben verwendet wurden, im Gegensatz zu Champagner, wo durchaus auch ein Teil von Pinot Noir zur Flaschengärung kommt. Wie beim Champagner wurde der Pinot Blanc de Blancs Sekt nach der traditionellen Methode der Flaschengärung versektet. Der klassische französische Begriff für diese Herstellung ist "Methode Champenoise", ist rechtlich geschützt und darf aber nur für die Erzeugung von Champagner verwendet werden. Begriff hin, Begriff her, das Verfahren ist das gleiche: zweiter Gärvorgang, Rütteln, Degorgieren und alles in der Original-Flasche. Dabei wurde der Sekt mindestens neun Monate auf der Hefe gelagert. Dieses sehr aufwendige Verfahren garantiert absolute Premium-Qualität, wobei der Ausbau hier "brut nature(naturherb)" bei der Dosage lediglich ein Richtwert von 0 bis 3g/l Restsüße zulässt. 

Im Glas brilliert der Sekt mit einer wunderbaren goldgelben Farbe, wobei das Auge nach dem Mousseux eine besonders feine Perlage wahrnimmt, die auf Anhieb Frische signalisiert. Die Nase registriert feine Anklänge nach exotischen Früchten, im Mund und am Gaumen wird der Spitzen-Sekt mit einer seidigen Struktur, anregend und spritzig wahrgenommen. Es sind solche Ausnahme-Winzersekte, die mittlerweile hierzulande überaus geschätzt werden und so manchen guten Champagner in den Schatten stellen. 

Der 2015er Pinot Blanc de Blancs Brut Nature sorgt sofort für ein beschwingtes Trinkvergnügen beim Verkoster, vermittelt gute Laune und sorgt für angeregte Unterhaltung, sei es bei einem festlichen Empfang oder gemeinsam mit guten Freunden, die gerne einmal einen "wunderbaren spritzigen Tropfen" miteinander trinken möchten. Grandios! 

Der 2015er Pinot Blanc de Blancs Brut Nature hat 13,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden. 

Nachdem wir jetzt die Silvaner Auslese, den Tauberschwarz Rosé, den Zweigelt, die Cuvée, den Spätburgunder und den Sekt Pinot Blanc de Blancs verkostet haben, hier unser Fazit: 

Ohne Umschweife, uneingeschränkt und voller Begeisterung dürfen wir gestehen, dass uns alle Weine und der Sekt ganz außerordentlich gefallen haben. Hier durften wir höchstes Niveau und allerbeste Qualität genießen, Weine mit viel Charakter, wunderbarem Ausbau, wobei gerade die Rotweine im Barrique bestens gelungen sind und allesamt sehr individuell und unverwechselbar daherkommen. 

Die Silvaner Auslese spricht für sich, sie schmeckt ganz wunderbar und überzeugt mit viel geschmacklicher Kraft. Der Tauberschwarz Rosé animiert einfach zu mehr bei einem intensiven trocken, fruchtigen Geschmack ohne dass man Angst haben muss beim zweiten oder dritten Glas gleich die Party verlassen zu müssen, er schmeckt einfach klasse und ist dabei doch nicht übermäßig schwer. Und erst der Winzersekt, schweigen und genießen, dies hat er absolut verdient. Uns jedenfalls haben die Pretiosen der Weingärtner Markelsheim restlos überzeugt und wir stufen die Genossenschaft zu den führenden in Deutschland ein, zumal sie noch mit einem erstklassischen Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet. 

Deshalb: Absolut empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Onlinebestellung bitte hier klicken:  https://www.markelsheimer-wein.de/

Sächsische Winzergenossenschaft Meissen e.G. 3 Weissweine 1 Schieler und 2 Sekte- https://www.winzer-meissen.de/

 Foto: Helga König
Die Sächsische Winzergenossenschaft Meissen e.G., kurz "Winzer Meissen" genannt, wurde 1938 gegründet, nachdem am Ende des 19. Jahrhundert die Reblaus auch in Sachsen gewütet hatte, so wie in ganz Europa. Bereits 1913 begann man mit dem Einsatz resistenter Pfropfreben den Weinbau Vorort wieder zu beleben. Die Gründung als Sächsische Winzergenossenschaft erfolgte dann im Jahre 1938 zunächst in Zitzschewig, um 2 Jahre später nach Meissen umzuziehen. Folgerichtig wurde dann 1955 die Genossenschaft in Winzergenossenschaft Meissen umbenannt. 

Zunächst galt es mit viel Fleiß und Energie über viele Jahrzehnte die Brachflächen wieder in eine Kulturlandschaft zu verwandeln. Diese ist heute zum Teil denkmalgeschützt. Weinbau in den Weinbergen der Winzer Meissen bedeutet auch heute noch sehr viel Handarbeit, im Sinne der großen Tradition sächsischen Weinbaus. Im Keller jedoch ist die Moderne zu finden, kommt hier jeweils Technik zum Einsatz die auf dem allerneuesten Stand ist. Mit der erheblichen baulichen Erweiterung im ehemaligen kurfürstlichen Weingut entstand dann 2008 die "WeinErlebnisWelt" und damit ein neues weinkulturelles Zentrum in Meissen. 

Mittlerweile haben sich 1500 Winzer der Genossenschaft angeschlossen, die insgesamt eine Rebfläche von 135 Hektar kultivieren. Dies umfasst nahezu 50%des gesamten sächsischen Weinbaus. Es finden sich darunter allerbeste Lagen wie etwa: Radebeuler Goldener Wagen, Pillnitzer Königlicher Weinberg und Proschwitzer Katzensprung. Die Bodenbeschaffenheit besteht überwiegend aus Granitverwitterung, Löss und geringfügig Sandböden. 

Dank des geeigneten Terroir lassen sich eine Vielzahl von Rebsorten anbauen, als da sind: Goldriesling, Bacchus, Kerner, Kernling, Müller-Thurgau, Riesling, Gutedel, Scheurebe, Morio Muskat, Traminer, Weiss-, Grau- und Spätburgunder, Trantiner, Sauvignon Blanc, Cabernet Blanc sowie Dornfelder, Portugieser, Regent, Spätburgunder, Domina, Solaris und Schwarzriesling. Hinzu kommen deutsche Perlweine, erstklassige Sekte in traditioneller Flaschengärung und Weinliköre und Weinbrände. Als Besonderheit im Weinbau der Winzergenossenschaft Meissen ist der traditionelle Terrassen-Weinbau zu nennen und auch die Flaschen, in der die Weine angeboten werden, haben ihre ganz spezielle traditionelle Form, die als Markenzeichen einen großen Wiedererkennungswert besitzt, nämlich die "Sachsenkeule". 

Die Qualitätsspanne reicht vom ehrlichen unkomplizierten sächsischen Landwein über die sortenreinen Qualitätsweine bis hin zu den Prädikatsweinen, also Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Eiswein. 

Wie exzellent die Weine der "Winzer Meissen" sind, wird besonders deutlich, wenn man sich die zahlreichen Prämierungen ansieht. Ob die Fülle von DLG Bundesweinprämierungen 2017 in Gold, Silber und Bronze, desgleichen in den Jahren 2016, 2015, 2014 und 2013, aber auch entsprechende Landesweinprämierungen in den gleichen Jahren, alles spricht für die herausragende Qualität und das sehr hohe Niveau der Weine von der Winzergenossenschaft Meissen. 

Deshalb ist es jetzt an der Zeit "in medias res" zu gehen, um die besonderen Weine zu verkosten:

2017 Pillnitzer Königlicher Weinberg Müller-Thurgau Trocken 

Beginnen wollen wir unsere kleine aber feine Verkostung der Weine der "Winzer Meissen" mit diesem 2017er Müller-Thurgau, der trocken ausgebaut wurde und dessen Rebgut in der Lage Pillnitzer Königlicher Weinberg gewachsen ist. Dabei handelt es sich um Hänge die über 600 Jahre als königliche Weinberge beste Weine hervorgebracht haben. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus lagentypischem Granitverwitterungsboden mit Gneis, die dem Wein eine feine Mineralik verleiht. 

Die Rebsorte Müller-Thurgau, gebietsabhängig auch Rivaner genannt, wurde von dem Schweizer Hermann-Müller-Thurgau aus dem Kanton Thurgau 1882 in der Forschungsanstalt in Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Dabei glaubte man, dass es sich ursprünglich um eine Züchtung von Riesling und Silvaner gehandelt hat. Neuzeitliche gentechnische Untersuchungen haben allerdings bestätigt, dass es sich bei der Rebsorte um die Kreuzung von Riesling mit der unbekannten französischen Rebe Madelaine Royal handelte. Müller-Thurgau ist mittlerweile weltweit die erfolgsreichste Weisswein-Neuzüchtung. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es notwendig ihn zunächst mit genügend Sauerstoff zu vermählen, damit er sein ganzes Potential offeriert. Danach zeigt sich ein fruchtiges Bukett von Pfirsich und Johannisbeeren, gepaart mit einem schönen Duft von Orangenblüten. Im Mund und am Gaumen werden die Frucht-Nuancen geschmacklich absolut bestätigt und durch eine feine Mineralität ergänzt. Getragen werden die Aromen von einer bestens integrierten Säure, sodass ein wunderbarer Frucht-Säure-Bogen entsteht. 

Der 2017er Müller-Thurgau ist intensiv im Geschmack, sortentypisch und individuell und überzeugt mit einem frischen, langen Nachhall der sehr animierend den Verkoster überzeugt. Großartig! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

2016 Grauer Burgunder Kabinett Bereich Meissen Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Grauburgunder, der in der Prädikatsstufe Kabinett trocken ausgebaut wurde. Grauburgunder Französisch Pinot Gris ist eine Weisswein-Rebsorte, die in Deutschland unter dem Namen Ruländer klassifiziert ist. Seit den 1980er erlangte die Rebsorte auch unter ihrem italienischen Namen Pinot grigio große Bekannt- und Beliebtheit. Grauburgunder (Pinot gris oder Pinot grigio) ist eine Mutation des Pinot noirs aus der Familie der Burgunder. Hierzulande wird diese Rebe hauptsächlich in Rheinhessen, in der Pfalz und in Baden angebaut. 

In Sachsen hingegen führt sie eher ein exotisches Dasein bei einer Anbau-Fläche von etwa 50 Hektar. Dies besagt aber nichts über die Qualität der angebauten Weine, ganz im Gegenteil. Dort wo sie in Sachsen kultiviert wird, hat sie exzellente Wachstums-Bedingungen, etwa in den Lagen von Meissen, wo die Winzer der Genossenschaft sehr genau überprüft haben, dass in ganz bestimmten Weinbergs-Lagen die Rebsorte Grauburgunder ganz außerordentliche Weine entstehen lässt, so wie dieser hier verkostete 2016er Grauburgunder Kabinett trocken. 

Farblich zeigt sich der Wein im Glas in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch hier bitte zunächst die Belüftung des Grauburgunders nicht vergessen, zeigt er doch so erst seine komplette duft- und geschmacksmäßige Fülle. Die Nase nimmt jetzt wunderbare Aromen war nach reifen Aprikosen, dezenten Birnen-Nuancen und etwas Vanille. Geschmacklich werden diese Fruchtanklänge von Mund und Gaumen angenehm bestätigt. Die richtige Säure komplettiert den nussigen Geschmack und sorgt so nicht nur für die nötige Balance sondern auch für ein erstklassiges Frucht-Säure-Spiel. 

Der 2016er Grauburgunder Kabinett trocken ist cremig, unkompliziert und durchaus spritzig, wobei er auch die geeignete Frische besitzt, die sich noch einmal ganz deutlich im langanhaltenden Finish zeigt. Einfach klasse!

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

2017 Silvaner & Traminer Trocken Bereich Meissen Jubiläums-Edition 

Weiter geht es mit einem besonderen Highlight bei der Verkostung dieser 2017er Cuvée aus den Rebsorten Silvaner und Traminer. Zum 80jährigen Jubiläum der Winzergenossenschaft Meissen hat Kellermeisterin Natalie Weich diese Pretiose kreiert, eine spezielle Cuvée, die ein ganz besonders Potpourri von ausgesuchten Aromen anbietet. Dabei ist der Kellermeisterin die Symbiose von den sortentypischen Anklängen des Silvaners mit den exotischen Nuancen des Traminers bestens gelungen. 

Auch hier zeigt sich, dass das Terroir in den Lagen der "Winzer Meissen" ganz optimal ist, die geeigneten Böden lassen Reben wachsen, die von sehr viel Sonne beschienen sind, sodass durchaus auch mediterrane Rebsorten bestens kultiviert werden können. Nicht nur der Anbau der richtigen Rebsorten auf geeignetem Terroir ist der besonderen Fähigkeit und Erfahrung der Winzer der Genossenschaft Meissen geschuldet, die Kellermeisterin Natalie Weich hat hier auch "die richtige Nase" und den herausragenden Geschmack und das absolute "Händchen" bewiesen, damit eine solche grandiose Cuvée kreiert worden ist, wie bei dieser Jubiläums-Edition 2017er Silvaner & Traminer trocken. 

Im Glas offeriert diese Cuvée sich farblich in einem kristallenen Hellgelb. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Beatmung des Weins, er dankt es mit seiner wunderbaren Aromen-Vielfalt. Olfaktorisch besticht die Cuvée mit einer Fülle von Anklängen, die von den kräftigen kräutigen Nuancen des Silvaners bis zu den exotischen Aromen des Traminers reichen, wie etwa nach vordergründig duftenden Rosen und Flieder. Im Mund und am Gaumen werden die Frucht-Anklänge geschmacklich sehr einnehmend bestätigt und durch eine karamellige Note abgerundet. 

Die nötige Säure gibt der Cuvée Substanz, Volumen und Präsenz, wobei der Wein nicht nur über diese gelungene Balance punktet, die ihn harmonisch macht, bei einem langen Abgang wird auch signalisiert, wie schmelzig und frisch die Cuvée daherkommt. Alles zusammen macht den Wein sehr animierend, sehr interessant und sehr gelungen. Chapeau! 

Der 2017er Silvaner & Traminer trocken als Jubiläums-Edition hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

2017 Schieler Trocken Bereich Meissen 

Kommen wir nun zu einem sächsischen Original mit diesem 2017er Schieler, der trocken ausgebaut wurde. Schieler ist eine Assemblage von roten und weißen Trauben. Außerhalb Sachsen ist der Ausbau dieses Weines unter dem Begriff Rotling bekannt. Schieler oder Rotling ähnelt farblich Rosé-Weinen oder dem Weissherbst, werden aber auf andere Art vinifiziert. Schieler (Rotling) ist ein Wein, der aus dem Verschnitt von roten und weissen Trauben bereitet wird. Diese dürfen beim Verschnitt bereits eingemaischt sein, müssen zusammen aber gekeltert werden. Besonders häufig wird Rotling (Schieler) in den Anbau-Gebieten Württemberg, Baden, Franken und Sachsen hierzulande kreiert, wobei der Ursprung in Sachsen liegt, hier wurde dieser Wein unter seinem Namen Schieler primär erzeugt. 

Die zur Herstellung des Weines verwendeten Trauben dürfen ausschließlich in einem bestimmten Anbau-Gebiet Sachsen geerntet werden, hier Bereich Meissen, und aus einem Weinbau mit einem gemischten Satz stammen(Gemischter Satz ist die Bezeichnung von Wein, der aus unterschiedlichen Rebsorten in einem Weingarten besteht, sowie dann des daraus hergestellten Weins). 

In der Genossenschaft Meissen ist Schieler eine jährliche feste Größe, wie dieser 2017er Schieler trocken, eignet er sich doch ganz vorzüglich zu Gartenpartys im Sommer oder beim Grillen an lauen Abenden. Farblich animiert der Wein das Auge mit seinem intensiven, schillernden Rot-Rosé. Achtung, auch jetzt bitte an die nötige Vermählung mit Sauerstoff denken, ist dies doch auch ein Akt des Respekts dem Wein gegenüber und eine Anerkennung für seine Macher. 

Die Nase wird danach verzaubert von einer ganz besonderen Aromenfülle, die an Erdbeere, Granatapfel, rosa Grapefruit und Zitronenmelisse erinnert. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich blendend bestätigt und durch die richtige Säure ergänzt. Der 2017er Schieler überrascht mit einer enormen geschmacklichen Fülle, die schmelzig und frisch daherkommt, wobei die abwechslungsreiche Frucht mit der angenehmen Säurestruktur eine wunderbare geschmackliche Einheit bildet, die einfach nur begeistert. Da fehlt auch nicht die zitronige Frische, die den Wein zu einem idealen Begleiter durch sommerliche Nächte macht. Top! 

Der 2017er Schieler trocken hat moderate 11,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

"Benno von Meissen" Scheurebe Flaschengärung Brut 

Nach den Weissweinen und dem Schieler kommen nun zwei weitere Besonderheiten von den "Winzer Meissen" zur Verkostung. Dabei handelt es sich um hochwertigste Sekte, die nach der Methode der klassischen Flaschengärung erzeugt wurden. Beginnen wollen wir mit dieser "Benno von Meissen" Scheurebe, die brut ausgebaut wurde, was in Deutsch am besten mit herb übersetzt wird. Der Grundwein zu diesem ganz exzellenten Winzersekt ist die Rebsorte Scheurebe, die in den Lagen der Winzergenossenschaft ganz außerordentliche Wachstums-Bedingungen hat und von der Kellermeisterin Natalie Weich ganz großartig kreiert wurde, wie bereits zuvor bei der Verkostung des Weines mit viel Freude festgestellt werden durfte. Bekanntlich ist ein Sekt ja nur so gut, wie der Grundwein es erlaubt, soll heißen, ein Spitzensekt kann nur auf Basis eines Spitzenweines gelingen. Und dies ist hier ja der Fall. Und wenn dann noch die perfekteste Art der Versektung nach der "klassischen Methode der Flaschengärung" dem Grundwein zuteil wurde, dann ist das Ergebnis eben ein solcher grandioser Winzersekt wie die hier verkostete Scheurebe-Pretiose brut. 

Nachdem der Sekt ins Glas gegossen wurde, erlebt das Auge nicht nur diese hellgelbe, brillante Farbe, die feine aufsteigende Perlage signalisiert auch sofort eine angenehme Frische. Dabei wird die Nase von wunderbaren Aromen nach feiner Hefe und fruchtigen Cassisnoten beglückt. 

Im Mund und am Gaumen wird geschmacklich dann ein fruchtig-frisches, prickendes Vergnügen wahrgenommen, das die Geschmacksempfindung aufs angenehmste reizt und einnimmt. Langanhaltend, fruchtig dezent und sehr animierend, dabei durchaus angenehm herb, so prägt sich der Scheurebe-Sekt ein, und man freut sich sogleich auf einen weiteren Schluck. Superb! 

Die "Benno von Meissen" Scheurebe Flaschengärung brut hat 11,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden.

"Benno von Meissen" Traminer Flaschengärung trocken 

Als zweiter Spitzensekt folgt nun dieser auserlesene Winzer-Sekt aus der Rebsorte Traminer, ebenfalls nach der Methode der klassischen Flaschengärung erzeugt. Dieses Mal wurde als Grundwein der wunderbare trockene Traminer zur Versektung genommen, was durchaus eine Rarität darstellt. Bereits bei der zuvor verkosteten Cuvée von Silvaner und Traminer in der Jubiläums-Edition durfte die großartige geschmackliche Qualität des Traminers verinnerlicht werden und da ist es doch nur erfreulich, dass dieser Spitzenwein nun auch auf die sehr aufwendige und kostspielige Methode der Flaschengärung zu einem Ausnahme-Sekt heranreifen durfte. Da versteht es sich von selbst, dass der "Benno von Meissen" Traminer Sekt auch die allerhöchsten Ansprüche optimal zufrieden stellt. Unmittelbar nachdem der Sekt ins Glas geschenkt wurde, stellt sich das durch die Flaschengärung erreichte Mousseux (kräftiges Schäumen) ein, und nachdem sich dieser Vorgang entspannt hat, ist es die aufsteigende feine Perlage, die der Nase signalisiert, welche großartigen Aromen der Traminer-Sekt aufweisen kann. 

Neben dem eleganten Rosenduft ist es ein Hauch von Flieder der olfaktorisch entzückt. Mund und Gaumen haben danach das Vergnügen all diese beeindruckenden Aromen geschmacklich wahrzunehmen, die von einer angenehmen Säure begleitet werden, die den Sekt frisch, animierend und sehr eindrucksvoll macht. Das geschmackliche Empfinden ist mehr als angenehm, zumal der Traminer-Sekt mit einem langen Finish wirklich etwas ganz Besonderes ist. Eine solche Pretiose von Traminer Traube und Flaschengärung ist eine Rarität, zumal wenn sie so gelungen ist, wie wir sie hier erleben durften. Á la bonne heure! 

Der "Benno von Meissen" Traminer Sekt  ist trocken 12,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden.

Nachdem wir jetzt die 3 Weissweine, den Schieler und die beiden Ausnahme-Sekte verkostet haben, hier nun unser Fazit: Freudig und angenehm überrascht, durften wir feststellen, dass alle Weine und Sekte von höchstem Niveau und allerbesten Qualität sind. Und wer es noch nicht weiß, die Weine aus Sachsen und hier speziell von der Winzergenossenschaft Meissen begeistern einfach nur, schmecken sie doch ganz hervorragend. Dafür sorgen sowohl das ideale Terroir an der Elbe, aber ebenso das unermüdliche Interesse und das Wissen und der Fleiß und die Neugierde der vielen Winzer, die sich in der Genossenschaft von Meissen zusammengefunden haben. 

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Winzer-Familien und der Kellermeisterin Natalie Weich wird durch die wunderbaren Weine dokumentiert, die nicht nur hochrangig bewertet werden bei Prämierungen und Auszeichnungen, sie zeigen auch, dass der sächsische Weinbau eine wahre Perle in der bundesdeutschen Wein-Erzeugung ist. Darum ist es ratsam, ein viel größeres Augenmerk auf diese erstklassigen Weine und Sekte zu legen, sie überzeugen im Glas und nicht durch einen künstlichen Hype in den Medien. 

Deshalb: maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

Anbei die Website der Sächsischen Winzergenossenschaft Meissen e,G.  Dort können Sie die Weine bestellen.https://www.winzer-meissen.de/

Badischer Winzerkeller: 4 Weißweine, 4 Rotweine- https://www.badischer-winzerkeller.de/unsere-shops/

 Foto: Helga König
Der Badische Winzerkeller wurde 1952 in Breisach am Rhein gegründet. Voraussetzung dazu war die Idee, mehrere badische Winzergenossenschaften zusammenzuschließen, um ihnen so eine gemeinsame Vermarktungsorganisation zur Seite zu stellen. Wie auch bereits bei dem Gedanken, sich als einzelner Winzer in einer Genossenschaft zusammenzufinden, um auf diese Weise effektiver den Weinanbau zu gestalten, wurde einigen badischen Genossenschaften klar, dass eine gemeinsame Vermarktungsplattform ihre Chancen am Markt erheblich verbessern würden. So kam es zu dem "Haus der Badischen Winzer" mit Sitz in Breisach am Rhein. 

 Foto: Helga König
Bedingt durch die Entwicklung der Winzergenossenschaften in Baden nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Badische Winzerkeller ein Erfolgsmodell, das heute den gesamten Raum des badischen Weinbaus umfasst. Mit etwa 2000 ha in 9 Anbaugebieten Badens vom Bodensee bis Tauberfranken sprechen wir mittlerweile von rund 4000 angeschlossenen Winzern und Winzerfamilien. Allen zusammen ist nicht nur die Liebe bei der Herstellung ihrer eigenen Weine zu eigen, sie alle sehen sich als Verfechter für eine nachhaltige Weinerzeugung. Dabei ist ihnen der Landschaftsschutz genauso wichtig wie der Pflanzenschutz. Sie alle bemühen sich um die optimale Bewirtschaftung- und Rebschutzstrategie. Sie haben stets die Erhaltung der Kulturlandschaft im Auge, um diese an spätere Generationen intakt weiterzugeben. Alles zusammen prägt die Philosophie des Badischen Winzerkellers, und die gelungene Balance zwischen Tradition und Moderne spielt hier eine wichtige und erfolgreiche Rolle. 

Um zu zeigen, welche wunderbaren Weine im Badischen Winzerkeller offeriert werden, steht nun die Verkostung von insgesamt 4 ausgesuchten Weissweinen und 4 eben solcher Rotweine an: 

 Foto: Helga König
2017 Martin Schongauer Grauer Burgunder QbA Trocken 

Beginnen wollen wir unsere interessante Verkostungsreihe mit diesem 2017er Grauer Burgunder aus der Edition Martin Schongauer, der trocken ausgebaut wurde. Das Sortiment Martin Schongauer steht für einen trockenen, feinfruchtigen Wein, der von erfahrenen Winzern gemacht worden ist und der die badische Sonne und Lebensfreude verkörpert. Nicht umsonst lautet das Motto des Badischen Winzerkellers "Sonne entfacht Leidenschaft". 

Die handverlesenen Trauben und die traditionelle Winzerkultur verleihen den Weinen ihre solide Qualität und prägen ihren charakteristischen Geschmack. So ist die Edition Martin Schongauer zu einer der beliebtesten Weinmarken Deutschlands geworden. Der hier verkostete 2017er Grauburgunder trocken wurde mit dem Grauburgunderpreis 2018 ausgezeichnet für einen trockenen, leichten Weintyp bis 13% vol/alc.

Im Glas zeigt sich der Sonnenwinzer-Grauburgunder in einem schönen Hellgelb mit silbrigen Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, sollte der Wein zunächst mit genügend Sauerstoff vermählt werden. Jetzt zeigen sich besondere Anklänge in der Nase, die an Äpfel, Birnen und Quitten erinnern und die von einem feinen Mandelduft begleitet werden. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich exakt bestätigt, wobei die bestens eingebundene Säure die Fruchtaromen optimal trägt. Der 2017er Grauburgunder trocken ist dicht, vollmundig und besitzt einen langen Nachhall, der neben der wunderbaren Frische auch noch einmal das animierende Frucht-Säure-Spiel zeigt. Großartig! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Martin Schongauer Müller-Thurgau QbA Trocken 

Ein weiterer erstklassiger Weisswein aus dem Sortiment Martin Schongauer wird mit diesem 2016er Müller-Thurgau trocken vorgestellt. Auch hier gilt wiederum das Motto - Martin Schongauer entfacht Leidenschaft -. Die Rebsorte Müller-Thurgau, heute auch in einigen Weingebieten Rivaner genannt, ist eine Kreuzung der Sorten Riesling und der unbekannten Rebe Madelaine Royale. 

Der Schweizer Hermann Müller-Thurgau aus dem Kanton Thurgau hat sie 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet, wobei man ursprünglich annahm dies sei eine Kreuzung von Riesling und Silvaner. Erst durch neuzeitliche Gen-Analysen wurde entdeckt, dass anstatt der Rebsorte Silvaner die Rebsorte Madelaine Royale zur Züchtung gekommen war. Müller-Thurgau ist weltweit die erfolgreichste Weisswein-Neuzüchtung. 

Farblich zeigt sich der Wein in hellgelben Tönen mit zartem Grünschimmer. Auch hier bitte nicht den Sauerstoff vergessen, bevor die olfaktorische Prüfung beginnt. Danach registriert die Nase ein muskatartiges typisches Müllerbukett, gepaart mit Sommeräpfeln und Zitrusblüte. Mund und Gaumen bestätigen die geschmacklich wahrgenommenen Anklänge bestens, wobei die Fruchtaromen optimal von der richtigen Säure getragen werden und so ein beeindruckender Frucht-Säure-Bogen zustande kommt. 

Der 2016er Müller-Thurgau trocken ist saftig und weich und überzeugt mit einem langanhaltenden, würzig rauchigen Abgang, der noch einmal zeigt wie geschmacklich gelungen der Martin Schongauer Müller-Thurgau ist. Bestens! 

Der Wein hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

2017 Schloss Munzingen Weingärten Freiburg Pinot Blanc Trocken 

Es folgt nun dieser 2016er Pinot Blanc aus der Edition Schloss Munzingen. Hierbei handelt es sich um ganz ausgesuchte Weine die ein ganz besonderes Geschmackserlebnis bieten. Pinot Blanc oder zu Deutsch Weissburgunder gehört zu den edlen Weinen der Burgunder-Familie. Dabei ist Pinot Blanc durch Mutation aus der Rebsorte Pinot Noir entstanden. Pinot Blanc oder Weissburgunder wird in vielen Ländern Europas angebaut, hauptsächlich vor allem in Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich, wobei die Bestockung hierzulande eindeutig an der Spitze liegt. Pinot Blanc wird in Deutschland immer beliebter, sodass mittlerweile auch dank der Klimaveränderung diese Rebsorte z.B. auch an der Mosel angebaut wird, was vor 20 Jahren noch undenkbar war. 

In Baden ist der Anbau eindeutig führend, hier entstehen auch zweifellos die besten Weine aus der Pinot Blanc Traube, wie der hier verkostete 2016er Pinot Blanc trocken zeigt. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellen strohgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier bitte den Pinot Blanc zunächst richtig beatmen. Jetzt wird die Nase mit ausgeprägten Aromen von Pfirsich und Mirabellen beglückt. Im Mund und am Gaumen findet die geschmackliche Bestätigung der Frucht-Nuancen statt, die begleitet wird von einer angenehmen Säure. 

Der Pinot Blanc trocken überzeugt mit seiner lebendigen Frische und einem animierenden, langen Finish, sodass der Wein ideal in die warme Sommerzeit passt, als Terrassenwein gut gekühlt oder als Essensbegleiter zu Meeresfrüchten, Fisch und hellem Fleisch. Exzellent! 

Der 2016er Pinot Blanc trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

2017 "Lecker" Weisswein Cuvée feinfruchtig 

Kommen wir nun zu dieser 2017er weißen Cuvée, die im Badischen Winzerkeller in der Rubrik "Lecker" geführt wird. Es handelt sich dabei um Weine, die sich zu jedem Anlass eignen, sei es zur täglichen Erfrischung und Erbauung oder auch besonders zu Grillfesten oder mit Freunden auf der sommerlichen Terrasse. Die Cuvée wurde feinfruchtig ausgebaut und stammt aus verschiedenen Weisswein-Lagen, die von den Winzern des Badischen Weinkellers mit viel Wissen, Engagement und sehr naturnah kultiviert werden, dass so ein erstklassiges Traubengut entsteht, das sich bestens vinifizieren lässt. Die Weine die dann entstehen sind deshalb immer etwas Besonderes, so wie diese 2017er "Lecker" Weisswein Cuvée feinfruchtig. 

Farblich zeigt sich die Cuvée im Glas in einem hellen Gelb mit goldenen Reflexen. Nach der nötigen Beatmung mit Sauerstoff werden in der Nase Aromen erkennbar, die an grünen Apfel und exotische Früchte erinnern. Die geschmackliche Bestätigung findet anschließend im Mund und am Gaumen statt, wobei sich die Cuvée durch ein schönes Spiel von Säure und fruchtiger Süße auszeichnet. Dabei ist der Wein frisch und angenehm geschmackvoll und durch seinen moderaten Alkohol-Gehalt ist er geradezu prädestiniert auch einmal ein zweites Glas zu genießen, vorausgesetzt er ist gut gekühlt, speziell an warmen Sommerabenden. Top! 

Die 2017er "Lecker" Weisswein-Cuvée hat 10,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

 Foto: Helga König
2015 Schloss Munzingen Weingärten Freiburg Pinot Noir Trocken 

Nach den beachtlichen weißen Weinen vom Badischen Winzerkeller stehen nun vier Rote zur Verkostung an. Beginnen wollen wir mit diesem 2015er Pinot Noir aus der Schloss Munzinger Linie, der trocken ausgebaut wurde. Alle Weine, die in der Edition Schloss Munzingen geführt werden, stammen aus Freiburger Weingärten. Hier ist das Terroir bestens geeignet, charaktervolle, individuelle Weine hervor zu bringen, so wie auch dieser 2015er Pinot Noir trocken. 

Pinot Noir, zu Deutsch Spätburgunder ist eine sehr hochwertige Rotwein-Traube und für viele Liebhaber dieser Rebe gilt sie als König unter den Rotweinen. Während Frankreich das größte Erzeugerland für Pinot Noir Weine weltweit ist, wird die Traube hierzulande mit Abstand am Häufigsten in Baden angebaut und ist mit einem Drittel der gesamten Anbau-Fläche dort  auch Hauptrebsorte. 

Im Glas zeigt sich der 2015er Pinot Noir trocken aus der Schloss Munzinger Linie in einem leuchtenden Rubinrot. Hat der Weißwein bereits genügend Sauerstoff benötigt, um sich richtig zu öffnen, so gilt dies für die Rotweine erst recht. Die Nase hat dann das Vergnügen feine, präsente Beerenfrucht zu erkennen. Im Mund und am Gaumen werden die Anklänge an Brombeeren und schwarze Johannisbeeren geschmacklich bestätigt, wobei diese durch eine ausgewogene Tannin-Struktur ergänzt werden. 

Der 2015er Pinot Noir ist dicht, extraktreich und angenehm weich und rund im langen Abgang. Liebhaber eines gelungenen badischen Pinot Noir werden dieses Trink-Vergnügen ganz besonders schätzen. Wunderbar! 

Der Schloss Munzinger Pinot Noir trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden.

2015 Martin Schongauer Spätburgunder Halbtrocken 

Als weiterer Spätburgunder wird nun dieser Wein aus dem Jahrgang 2015 verkostet. Er wurde halbtrocken ausgebaut und da er in der Linie Martin Schongauer geführt wird, ist gewährleistet, dass es sich hierbei um einen ganz besonders exzellenten Spätburgunder handelt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Rotwein prämiert worden ist und zwar mit der Goldmedaille des Badischen Weinbau-Verbands. Die Spätburgunder-Rebe stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden, das Terroir muss einfach stimmen, wenn gewährleitet werden soll, dass besonders hochwertige Rotweine entstehen. 

Die Sonnen-Winzer vom Badischen Winzerkeller achten akribisch darauf, dass der Spätburgunder auf dem geeigneten Terroir wächst, denn nur so kommen solche wunderbaren Weine zustande wie der hier verkostete 2015er Spätburgunder halbtrocken. 

Farblich präsentiert sich der Wein in einem typischen Rubinrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Achtung auch hier bitte für den nötigen Sauerstoff sorgen, der Spätburgunder zeigt dann sein ganzes Potential. 

Olfaktorisch überzeugt der Wein mit intensiven Anklängen von Schwarzkirschen. Im Mund und am Gaumen wird die Kirschfrucht geschmacklich bestätigt, wobei sich zeigt, welche angenehme Restsüße der Rotwein besitzt. Der Spätburgunder verfügt über eine Struktur in die die weichen und samtigen Gerbstoffe bestens eingebunden sind. Lang anhaltend im Nachhall wird noch einmal deutlich, wie intensiv im Geschmack und überzeugend der 2015er Spätburgunder halbtrocken daherkommt. Chapeau! 

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius verkostet werden. 

2016 "Lecker" Rotwein Cuvée feinfruchtig 

Bereits bei den Weissweinen wurde hier unter der Rubrik "Lecker" eine sehr ansprechende Cuvée vorgestellt, die sich für jeden Anlass eignet. Bei dieser 2016er Rotwein Cuvée feinfruchtig handelt es sich entsprechend um das rote Pendant, das ebenfalls mit der nötigen Klasse aufwarten kann. Die Trauben zu diesem Rotwein stammen alle aus ausgesuchten badischen Lagen, sodass eine feinfruchtige Cuvée vinifiziert werden konnte, die sich sowohl zum Grillen als auch zum Chillen besonders gut eignet. Deshalb auch wird diese 2016er Rotwein-Cuvée zu Recht in der Rubrik "Lecker" geführt. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer schönen rubinroten Farbe. Und auch hier erneut der Hinweis auf die Belüftung der Cuvée, sie wird es mit ihrer gesamten Aromenfülle danken. Die Nase hat jetzt die Chance fruchtige Aromen nach schwarzen Kirschen und dunklen Beeren zu erkennen. Geschmacklich werden diese Anklänge im Mund und am Gaumen bestätigt, wobei sich der Rotwein durch seine kräftige Note und seine feinfruchtige Säure auszeichnet. Die Cuvée ist dicht, intensiv im Geschmack und besitzt einen gefälligen Charakter, der sie durchaus animierend macht. Zum Grillen ideal, weiß die Cuvée auch solo absolut zu überzeugen. Bestens! 

Die 2016er "lecker" Rotwein Cuvée feinfruchtig hat 12,5% vol/alc und sollte bei 12 bis 15 Grad Celsius getrunken werden. 

2016 Spätburgunder Trocken Edition Peter Steger 

Abschließend kommt noch einmal ein ganz besonderer Rotwein zur Verkostung mit diesem 2016er Spätburgunder trocken aus der Edition Peter Steger. Peter Steger ist seit 1987 Sommelier, hat in einem erstklassigen französischen Restauraunt als solcher gearbeitet und kooperiert mit den besten seiner Zunft, um Winzer und Winzergenossenschaften zu beraten. So auch mit dem Badischen Winzerkeller, dem er seine jahrzehntelange Erfahrung und sein Wissen zur Verfügung stellt, damit solche Weine entstehen können, wie der hier verkostete 2016er Spätburgunder trocken. Dabei wurde nur erstklassiges hochreifes Rebgut zur Vinifizierung gebracht, um dann im Keller einen Spätburgunder zu kreieren, der alle Vorzüge eines besonders hochwertigen badischen Weins aus der Spätburgunder-Traube besitzt. 

Farblich überzeugt der 2016er Spätburgunder trocken aus der Edition Peter Steger das Auge mit einem kräftigen Rubinrot mit schwarzroten Reflexen. Bei einem solchen komplexen Rotwein ist es unbedingt notwendig ihm genügend Sauerstoff zu geben, damit er sich komplett öffnen kann. Danach erlebt die Nase absolut feinfruchtige Düfte, die an reife Süßkirschen, Brombeeren und zarte Veilchenblütennoten erinnern. 

Im Mund und am Gaumen werden die fruchtigen Anklänge ganz intensiv geschmacklich bestätigt, wobei sich zeigt wie exzellent seine feine, samtige Herbe gepaart mit seiner kräftigen Struktur ihn zu einem ausgewogenen Wein machen, der mit angenehmer Säure und einem langen Nachhall aufwartet.

Der 2016er Spätburgunder trocken ist extraktreich, durchaus komplex und mit einem kräftigen Körper versehen. Freunde eines außergewöhnlichen Spätburgunders werden hier ihre wahre Trinkfreude erleben. Á la bonne heure! 

Der 2016er Spätburgunder trocken Edition Peter Steger hat 13,5% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius genossen werden.


Abschließend unser Fazit: Sowohl die 4 Weißweine als auch die 4 Rotweine  sind von guter Qualität und zeigen wieder einmal, wozu die Sonnenwinzer aus Baden in der Lage sind. Sie erzeugen Weine, die von der Sonne gereift und von den Winzern der Genossenschaft auf  gutem Niveau ausgebaut werden. So schmecken sie einfach prima und was das Preis-Leistungs-Verhältnis anbetrifft, da sind sie ganz vorne mit dabei. 

Sehr empfehlenswert

Peter J. und Helga König

https://www.badischer-winzerkeller.de/unsere-shops/